Das Apensen-Modell: Grundschule mit Vorbildfunktion
Die Isern-Hinnerk-Grundschule in Apensen. Foto: Laudien
Essensgelderhöhung, Ganztagsschule und weitere Neuigkeiten aus den Schulen in der Samtgemeinde Apensen waren Themen im Schulausschuss. Warum die Betreuung an der Grundschule Apensen schon jetzt besser als jeder Ganztagsschulbetrieb ist.
Nahezu alles wird derzeit teurer - vor allem im Lebensmittelbereich. Auch das Essensgeld an der Oberschule Apensen erhöht sich. Um einem finanziellen Loch entgegenzuwirken, hatte die Verwaltung der Samtgemeinde Apensen den Preis nach den Herbstferien ab 1. November bereits von 3,20 Euro auf 3,50 Euro erhöht. Eine weitere Erhöhung wurde aber bereits angekündigt.
Nach eingehender Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben hat der Schulausschuss am Dienstagabend einen Preis von 4 Euro pro Menü festgelegt. Für diesen Preis soll es künftig als Menü 3 auch einen großen Teller Salat zum Selbstauswählen an der Salatbar geben, der zuvor 5,50 Euro kostete, um das Essenangebot gesünder zu gestalten. Eine dazu benötigte vierte Kraft wird das dreiköpfige Mensa-Team demnächst unterstützen, teilte Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock mit.
Das aktuelle Essensgeld ist so kalkuliert, dass die Ausgaben für Lebensmittel und geringwertige Vermögensgegenstände wie Druckerpatronen und Papier sowie weiteres zur Essensbestellung eingerechnet wurde.
Schulen erhalten Glasfaseranschluss
Eine erfreuliche Nachricht teilte Schulleiterin Silvia Holtfreter von der Oberschule Apensen mit: Ein neues Klettergerüst, das ursprünglich 40.000 Euro kostet, für das vom Schulverein gesammelt wurde, wird für einen Sonderpreis von 27.000 Euro demnächst auf dem Schulgelände aufgestellt.
Auch am Glasfasernetz ist die Oberschule bereits angeschlossen. Die Grundschulen in Apensen und Wiegersen müssen sich für einen Anschluss noch bis Anfang beziehungsweise Mitte nächsten Jahres gedulden.
Weniger erfreulich an Apensens Oberschule: Seit zwei Monaten ist die Heizungsanlage defekt. Aufgrund geschätzter Reparaturkosten zwischen 50.000 bis 75.000 Euro sei eine neue und umweltfreundliche Wärmepumpe zu überlegen. „Fachplaner sollten hier eine energetische Prüfung vornehmen“, so Rolf Suhr (CDU). Eine grundlegende Überprüfung der Schulen in der Samtgemeinde hinsichtlich der Energieeinsparung werde demnächst von den Stadtwerken Buxtehude vorgenommen, teilte die Samtgemeinde-Bürgermeisterin mit.
Kooperation mit dem Hort soll erhalten bleiben
Zum Thema Ganztagsgrundschule, die ab 2026 verpflichtend an Niedersachsens Grundschulen wird, informierte die Schulleiterin der Isern-Hinnerk-Grundschule, Claudia Jähnke, die Ausschuss-Mitglieder. Sie sieht mit einer künftigen Ganztagsgrundschule in Apensen jedoch für Kinder und Eltern keine Vorteile.
„Wir haben hier in Apensen bereits ein super gutes Betreuungsangebot durch den Hort, selbst in den Ferien“, sagte Jähnke. Diesen Vorteil würde es im Ganztagsschulbetrieb nicht geben. Auch die Räumlichkeiten wie Mensa, Bücherei, Werkräume und Sporthalle seien bereits vorhanden. Jähnkes Bedenken gelten vor allem Personalengpässen als grundlegendes Problem der geplanten Ganztagsschule. Es gebe schon jetzt nicht genügend pädagogisches Personal. Bei einem Ganztagsschulbetrieb als offene Ganztagsschule würden die guten Kräfte verloren gehen, befürchtet die Schulleiterin.
Betreuung auch während der Ferien
Seit Jahren werde bereits über das Thema diskutiert, bemerkte Christian Wilkens (CDU). Man müsse den Hort mit einbinden, denn dort laufe alles super. Bei der Ganztagsschule gebe es für über 60 Ferientage hingegen keine Betreuung, betonte Jähnke und ergänzte: „Und mit Geld können wir keine Leute kaufen, da die Zahl an Lehrkräften und Betreuungskräften weiter sinken wird.“
Das Gesetz müsse geändert und geklärt werden, welches rechtliche Konstrukt machbar sei, damit der Hort bestehen bleibt. „Gesetze werden in Hannover gemacht und wir haben keinen Einfluss darauf“, bemerkte Rolf Suhr (CDU). Zudem würden die Kosten bei der Gemeinde hängenbleiben - und das sei nicht in Ordnung. „Was nützt der Rechtsanspruch. Wir müssen das finden, was den Eltern wirklich hilft“, ergänzte Marion Augustin (Die Grünen). Man müsse in der Diskussion bleiben, so einige Ausschuss-Mitglieder.
„Wir sind hier kein gallisches Dorf, sondern ein Leuchtturm-Ort“, so die einhellige Meinung. Hausaufgabe für den Schulausschuss: Wie kann das gut funktionierende Apensen-Modell für die Zukunft erhalten bleiben?