Steg und Boote im Yachthafen Neuenschleuse beschädigt
Die Ortsfeuerwehr Borstel musste am Dienstag um 11.55 Uhr ausrücken. In der ersten Alarmmeldung hieß es: Am Yachthafen haben sich Schiffe losgerissen und verkeilt.
Vor Ort stellten die Feuerwehrleute fest, dass ein Teil der Steg-Anlage auf einer Länge von 20 Metern auf dem Kopf lag. Außerdem hatten sich unter der Steganlage zwei Booten verkeilt, ein Stromkasten war untergegangen. Mit der Hilfe der Seilwinde des neuen 337.000 Euro teuren Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges (HLF 10) der Ortsfeuerwehr wurde der Steg wieder auf die richtige Seite gedreht, sagte Feuerwehrsprecher Tim Ladwig dem TAGEBLATT. Der Einsatz dauerte eine Stunde, es waren zwölf Feuerwehrleute aus der Ortsfeuerwehr Borstel im Einsatz. Verletzt wurde laut Tim Ladwig bei dem Unfall niemand.
Laut Polizeisprecher Rainer Bohmbach und Claus Eckhoff, Verbandsvorsteher des Wasser- und Bodenverbandes Neuenschleuse-Wisch, haben „Fahrlässigkeit“ und „eine Verkettung unglücklicher Umstände“ den Schaden "in Höhe von mehreren 1000 Euro" verursacht. Ein Hafenmeister des Altländer Yachtclubs (AYC) habe die Schleuse geöffnet, um – mit Blick auf das Training der „Optimisten“ im Alten Hafen am heutigen Mittwoch – für ausreichenden Wasserstand zu sorgen. Die Jugendarbeit ist ein Schwerpunkt des Vereins. Beim „Wasser machen“ gab es ein technisches Problem, eines der Klapptore klemmte, so der AYC.
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Deshalb sei das Fluttor in der Mitte der Verbindung zwischen der Neuenschleusener Wettern („Alter Hafen“) und der Elbe (unterhalb des Cafés Möwennest) etwas mehr geöffnet worden, um den Widerstand zu überwinden. Das war offenbar zu viel des Guten. Verbunden mit einer Flutwelle – ausgelöst durch den unterschiedlichen Wasserstand zwischen dem alten und dem neuen Hafen – sei die Steganlage umgekippt. Bei Niedrigwasser kann der Unterschied durchaus zwei Meter betragen. Beamte der Polizei Jork und der Wasserschutzpolizei nahmen die Ermittlungen auf. Eine weitere Vermutung: Ein Seil habe sich am Schleusentor verhakt.
Die Steganlage sei mittlerweile wieder gerichtet, sagte der AYC-Vorsitzende Axel Grißmer am späten Abend.
Der Yachthafen Neuenschleuse gehört der Gemeinde Jork und wird vom AYC betrieben. Der Hafen mit rund 120 Liegeplätzen ist seit dem Jahr 1973 in Betrieb und war Ersatz unter anderem für die alten Häfen in Borstel und Neuenschleuse nach dem Bau der neuen Deichlinie an der Elbe infolge der Sturmflut von 1962.