Rechtes Lager

Jens Kestner, Landesvorsitzender der AfD Niedersachsen, spricht bei einem Sonderparteitag der AfD Niedersachsen. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Jens Kestner, Landesvorsitzender der AfD Niedersachsen, spricht bei einem Sonderparteitag der AfD Niedersachsen. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Der AfD-Bundesvorstand will den Landesvorsitzenden der Partei in Niedersachsen, Jens Kestner, loswerden. Eine Mehrheit sprach sich in einer Telefonkonferenz dafür aus, ein Parteiausschlussverfahren gegen den dem rechten Lager zugerechneten Landeschef zu beantragen.

01.11.2021, 10:50 Uhr

Eine Ämtersperre für Kestner sei jedoch nicht beschlossen worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur anschließend aus Teilnehmerkreisen. Bereits im Februar hatte der niedersächsische Landesvorstand bei der Landeswahlleitung Zweifel an der Gültigkeit der bisherigen Kandidatenliste für die Bundestagswahl geäußert, die im Dezember 2020 aufgestellt worden war. Bei der ursprünglichen Aufstellung hatte das Kestner-Lager den Kürzeren gezogen.

Moderatere Kräfte, die die ursprüngliche Liste dominierten, hielten die Formfehler für inszeniert und sahen in der Neuaufstellung den letztlich erfolglosen Versuch, das Kräfteverhältnis umzukehren.

AfD-Chef Meuthen tritt ab

Nach Angaben von Teilnehmern der Telefonkonferenz sprach sich der Bundesvorstand auch für ein Parteiausschlussverfahren gegen den Generalsekretär der niedersächsischen AfD, Nicolas Lehrke, aus. In beiden Fällen muss der Antrag noch von einem Schiedsgericht der Partei gebilligt werden.

Die AfD wird im Dezember einen neuen Parteivorstand wählen. Der dem sogenannten gemäßigten Lager zugerechnete langjährige Co-Vorsitzende Jörg Meuthen will dann nicht mehr antreten. Er hatte sich in den zwei vergangenen Jahren dafür stark gemacht, mehrere einflussreiche Mitglieder aus dem rechten Lager der AfD auszuschließen, darunter Andreas Kalbitz aus Brandenburg. Kalbitz zählt zu den wichtigsten Netzwerkern des inzwischen formal aufgelösten „Flügels“, der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. (dpa)

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