Cuxhaven und Brunsbüttel kämpfen weiter für Elbfähre
Schluss mit Leinen los: Die Elbferry Cuxhaven-Brunsbüttel ist schon wieder Geschichte. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, den Dienst einstellen zu wollen. Erst vor wenigen Wochen, war der Antrag auf Insolvenz gestellt worden. Foto: Sassen
Auch nach dem abermaligen Aus der Elbefähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel wollen die beiden Städte und die betroffenen Landkreise Cuxhaven und Dithmarschen die Fährverbindung nicht aufgeben. Ein Gutachten soll jetzt helfen.
Alle vier Befürworter wollen ein neues Gutachten auf den Weg bringen. Damit sollten die Bedingungen geklärt werden, unter denen die Fähre langfristig und wirtschaftlich geführt werden könne, teilte die Stadt Cuxhaven am Montag mit.
Über viele Monate habe sich gezeigt, wie bedeutsam die Verbindung für Cuxhaven und Brunsbüttel und für die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein sein könne. Im Dezember war der Betrieb nach nur einem Dreivierteljahr auch mit Verweis auf die Auswirkungen der Corona-Krise aufgegeben worden. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte das Fährunternehmen im November beim Amtsgericht Cuxhaven Insolvenzantrag gestellt.
Corona-Härtefallhilfen abgelehnt
Zuvor waren die im Juni von den Betreibern beantragten Corona-Härtefallhilfen von 800 000 Euro abgelehnt worden. Auch ein Widerspruch wurde von der Härtefallkommission des Landes Schleswig-Holstein abschlägig beschieden. Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) betonte damals, das Einstellen der Fährlinie sei für Cuxhaven ein Schlag ins Gesicht.
Es war allerdings nicht der erste Versuch einer Querung an der Elbmündung: Die letzten beiden waren ebenfalls nach kurzer Zeit gescheitert, zuletzt war der Fährbetrieb Ende 2017 eingestellt worden. Auch von 1999 bis 2001 pendelte eine Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel.
Unterschriften für Petition gesammelt
Auch in der Bürgerschaft gibt es Initiativen für die Fährverbindung. Der Brunsbütteler Reinhard Gross hat seit Ende Dezember mehr als 3200 Unterschriften für eine Petition gesammelt, mit der er sich bei der schleswig-holsteinischen Landesregierung für den Neustart einsetzt. „Die Fähre bietet eine gute Anbindung. In Cuxhaven ist man sofort auf der A 27“, sagt Groß.
Auch auf der Cuxhavener Seite formieren sich die Unterstützer. Ulrike Heuberger hat sich entschlossen, eine Bürgerinitiative zu gründen, mit dem Ziel, Gleichgesinnte für die Fährverbindung zu aktivieren und zu vernetzen. Die alleinstehende 64-Jährige lebt zwar erst seit knapp eineinhalb Jahren in Cuxhaven, hat aber im vergangenen Sommer so gute Erfahrungen mit der „Greenferry I“ gesammelt, dass sie sich nicht mit deren schnellen Ende abfinden will. (dpa/mar)
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