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Insolvenz-Verfahren

Das Aus für Meyn-Stapler ist besiegelt

Während schräg gegenüber gerade die Wege für neue Firmenansiedlungen in den Acker gebahnt werden, muss sich Apensen von einem alteingesessenen Unternehmen im Gewerbegebiet verabschieden: Die insolvente Firma Meyn-Stapler hat den Betrieb eingestellt.

Von Claudia Michaelis Montag, 06.05.2019, 18:00 Uhr

Nach Auskunft aus dem Büro des Hamburger Insolvenzverwalters Dr. Achim Ahrendt, der das Verfahren betreut, hat die Abwicklung der Firma bereits begonnen, die vorhandenen Vermögenswerte werden derzeit veräußert, um für die Gläubiger das beste Ergebnis zu erzielen.

Trotz intensiver Suche und Gesprächen mit potenziellen Mitbewerbern aus der Branche, aber auch mit branchenfremden Interessenten habe sich am Ende kein Investor gefunden, der den Apenser Mittelständler übernehmen wollte, berichtet das Büro Dr. Ahrendt auf TAGEBLATT-Nachfrage. Alle Mitarbeiter haben bereits die Kündigung bekommen, und in ein paar Wochen werden in den Büros und Hallen an der Neukloster Straße endgültig die Lichter ausgehen. „Wir liegen in den letzten Zügen“, sagt auch Geschäftsführer Christian Barnbeck, der sich dazu aber nicht weiter äußern möchte.

Der einzige Lichtblick im traurigen Ende der gut 70-jährigen Firmengeschichte: Dank der guten Konjunktur und Lage auf dem Arbeitsmarkt hätten viele der Techniker nach Bekanntwerden der vorläufigen Insolvenz im Januar das Unternehmen bereits von sich aus verlassen und neue Jobs gefunden, berichtet der Insolvenzverwalter.

Damit ist es nicht gelungen, Meyn-Stapler noch einmal aus der Krise zu führen. Zu hohe Kosten bei zu geringen Umsätzen hatten die Firma in den vergangenen Jahren ins Trudeln gebracht. Im Januar hatte der Geschäftsführer dann die Notbremse gezogen und den vorläufigen Insolvenzantrag gestellt, nachdem zuvor die Gesellschafter der GmbH entschieden hatten, sich aus der Firma zurückzuziehen.

Über alle Unternehmensbereiche hinweg hatte Meyn-Stapler zuletzt noch vier bis fünf Millionen Euro Umsatz im Jahr gemacht mit seinen 33 Mitarbeitern und seinem Hauptgeschäft, Gabelstaplern und elektrischen Ziehhilfen sowie dem Service, den das Unternehmen seinen Kunden im Elbe-Weser-Raum geboten hatte.

Mit Meyn stirbt einer der ältesten noch bestehenden Apenser Betriebe. 1948 hatte Meyn als Schmiedebetrieb in Apensen begonnen. In den 1960er Jahren sattelte Meyn auf Gabelstapler um, arbeitete zunächst als freier Handels- und Servicebetrieb mit sämtlichen Herstellern von Gabelstaplern. Nach der Wende 1989 war die Firma, damals noch ein Familienbetrieb in den Händen der Familie Meyn, erstmals ist Trudeln geraten, hatte sich aber nach einem Besitzerwechsel sanieren und in den vergangenen 30 Jahren am Markt behaupten können. Das ist 2019 nicht mehr gelungen, und Meyn-Stapler ist nach 70 Jahren nun ein Stück Apenser Wirtschaftsgeschichte.

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