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Beratung

Diagnose Krebs: So kann der Austausch Betroffenen helfen

Stefanie Kelzenberg und Silvia Nieber.

Stefanie Kelzenberg und Silvia Nieber.

Es ist ein herber Schlag: Mit der Diagnose Krebs kommen urplötzlich Fragen auf den Tisch, die sich niemand stellen möchte. Die Krebsberatung Stade hilft an allen Ecken - und konnte nun endlich ihr Café für Betroffene wiedereröffnen.

Von Sophia Ahrens Donnerstag, 07.10.2021, 07:00 Uhr

„Wir wollen verhindern, dass Patienten in psychotherapeutische Behandlung müssen und Krankheitsbilder wie Depressionen sich zusätzlich aufbauen“, beschreibt Geschäftsstellenleitung Stefanie Kelzenberg die Arbeitsweise der Krebsberatung Stade. Wer die Diagnose Krebs bekommt, kann sich bei der Beratungsstelle in Stade oder den Außenstellen Buxtehude und Harsefeld melden und bekommt schnelle Hilfe. „Innerhalb von zwei Tagen kontaktieren wir die Betroffenen, in der Regel kommt es in den ersten zehn Tagen zu ersten Gesprächen“, berichtet Kelzenberg. Insgesamt 2178 Beratungskontakte gab es im Jahr 2020.

So sieht die Hilfe aus

Und so sieht die Hilfe aus: Kostenfrei und ohne ärztliche Verordnung können Erkrankte an unterschiedlichen Angeboten teilnehmen. Dazu gehören vor allem psycho-onkologische Gespräche mit den speziell geschulten Mitarbeiterinnen, egal ob allein, als Paar oder Familie oder in Gruppentreffen mit anderen Betroffenen. In der Krebsberatung Stade gibt es Fälle, in denen Angehörige das Gespräch suchen, ohne dass die Erkrankten selbst die Hilfe in Anspruch nehmen. Für Eltern mit krebskranken Kindern ist die Situation besonders sensibel: In Sprechstunden werden Fragen wie „Worauf muss ich achten?“ und „Wie sage ich es meinem Kind?“ geklärt.

Auch sozialrechtliche Belange finden Gehör. Sorgen um Reha, Verdienstausfall und Wiedereingliederung belasten zusätzlich zur Gesundheit enorm. „Eine Erkrankung bedeutet auch, weniger Geld zu haben“, kennt Kelzenberg weitere Schattenseiten der Diagnose. Die existenziellen Sorgen würden in diejenigen um die eigene Gesundheit übergreifen.

Ein umfangreiches Angebot, das bis vor kurzem nur über Spenden und Zuschüsse organisiert wurde. Seit 2020 erhält die Beratung auch Förderungen durch den „Spitzenverband Bund der Krankenkassen“. „Wir haben trotzdem noch etliches, das wir selbst finanzieren müssen“, sagt Silvia Nieber, die im Januar vergangenen Jahres den Vorsitz von Dirk Hattendorff übernahm.

Digitale oder telefonische Beratung möglich

Seit Ausbruch der Pandemie bieten die Krebsberatung Stade und ihre Außenstellen auch digitale oder telefonische Beratung an. Was als zwingende Maßnahme begann, weil Krebspatienten in Behandlung besonders gefährdet sind, wird auch in Zukunft weitergeführt. „Wir haben ein riesiges Einzugsgebiet, weil beispielsweise im Landkreis Cuxhaven viel weniger solcher Angebote bestehen“, beschreibt Kelzenberg die Vorteile der Digitalisierung. Einige Patienten würden sich die lange Anreise sparen und könnten in ihrem sicheren Umfeld trotzdem Hilfe erfahren.

Wie häufig die Hilfe der Beratung in Anspruch genommen wird, ist nicht begrenzt. Besonders Patienten in psycho-onkologischer Behandlung würden meist mindestens fünf bis zehn Treffen benötigen. Die Beratung bietet intensive Begleitung während der ganzen Behandlungsdauer an, denn auch dort gebe es unterschiedliche Phasen. „Die zweite Chemotherapie ist nicht immer wie die erste“, so Kelzenberg. Auch der Zeitpunkt, an dem sich die Patienten Hilfe holen, sei vollkommen frei. Sie kenne Patienten, die zwei Jahre als geheilt gelten und erst dann merken: Sie kommen mit dem Erlebten nicht zurecht.

Frühere und aktuell Erkrankte sowie Angehörige haben neben den klassischen Angeboten nun auch wieder die Möglichkeit, sich in ungezwungener Atmosphäre und ohne feste Terminzusagen auszutauschen. Das Café der Krebsberatung „Schöne Weile“ in der Markusgemeinde Stade-Hahle bietet unter ehrenamtlicher Leitung einen Austausch bei Kaffee und Kuchen an. Durch die Pandemie lange geschlossen, kann es nun wieder an jedem ersten Montag im Monat zwischen 15 und 17 Uhr mit der 2-G-Regel öffnen.

Anlaufstellen

Krebsberatung Stade: Gartenstraße 2, 0 41 41/ 677 44

Buxtehude: Stieglitzweg 1L

Harsefeld: Herrenstraße 25a

Café „Schöne Weile“: Lerchenweg 10, Markusgemeinde Stade-Hahle

Silvia Nieber .

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Stefanie Kelzenberg .

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Diagnose Krebs: So kann der Austausch Betroffenen helfen

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