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Honorarkürzungen

Erneute Proteste von Psychotherapeuten im Norden

Bereits im April gingen in Hamburg Hunderte Menschen gegen den Beschluss auf die Straße. (Archivbild)

Bereits im April gingen in Hamburg Hunderte Menschen gegen den Beschluss auf die Straße. (Archivbild) Foto: Christian Charisius/dpa

Psychotherapeuten und -therapeutinnen im Norden demonstrieren erneut gegen die bundesweiten Honorarkürzungen. Kritik gegen den Beschluss gab es auch bei der Gesundheitsministerkonferenz.

Von dpa 14.06.2026, 09:00 Uhr
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Kiel/Lübeck/Hamburg. Der Norden schließt sich den erneuten bundesweiten Protesten für eine bessere psychotherapeutische Versorgung am. Demonstriert wurde am Samstag auch gegen die Honorarkürzungen für Psychotherapeuten und -therapeutinnen. 

In Hamburg gingen am Abend rund 400 Menschen dafür auf die Straße, wie ein Polizeisprecher sagte. Bereits am Mittag hatten sich trotz wechselhaften Wetters etwa 120 Demonstrierende auf dem Wilhelmplatz in Kiel versammelt, wie die Polizei mitteilte. In Lübeck stellten sich am Holstentorplatz ebenfalls rund 160 Menschen gegen die Kürzungen. 

Nach dem Beschluss einer deutschlandweiten Honorarabsenkung um 4,5 Prozent für psychotherapeutische Leistungen gab es bereits im März und April in mehreren deutschen Großstädten Proteste. Das Aktionsbündnis Psychotherapie fordert, die Honorarkürzungen zurückzunehmen, zusätzlich benötigte Kassensitze zu schaffen, eine mit anderen Facharztgruppen vergleichbare Vergütung sowie die Finanzierung der Weiterbildung der Psychotherapeuten und -therapeutinnen. 

Überprüfung der Vergütung gefordert 

Schleswig-Holstein hatte sich bei der Gesundheitsministerkonferenz am 10. und 11. Juni in Hannover dafür eingesetzt, die Folgen der Vergütungsanpassungen für Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu überprüfen. Auch die übrigen Bundesländer schlossen sich dem Antrag an. 

„Wir sind uns einig, dass die ambulante psychotherapeutische Versorgung ein unverzichtbarer Bestandteil einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung ist“, sagte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU). Nun müsse der Bund kurzfristig eine Evaluierung vornehmen.

Die Gesundheitsministerin zeigt sich besorgt über die Kürzungen. (Archivbild)

Die Gesundheitsministerin zeigt sich besorgt über die Kürzungen. (Archivbild) Foto: Markus Scholz/dpa

Den Beschluss zur Kürzung der Vergütung von psychotherapeutischen Leistungen um 4,5 Prozent betrachte sie mit Blick auf die möglichen Auswirkungen auf die Versorgungssituation mit großer Sorge, erklärte die Ministerin. Zudem sei die Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Daher seien der Bund sowie die zuständigen Akteure der gemeinsamen Selbstverwaltung gefordert, die Auswirkungen der Vergütungsanpassungen kurzfristig zu evaluieren. Von der Decken betonte: „Bei der Vergütungssystematik muss der gestiegene Versorgungsbedarf für psychotherapeutische Leistungen angemessen berücksichtigt werden.“

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