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Tilcayo-Tigerkatze

Erstmals seit 100 Jahren: Neue Katzenart entdeckt

Ein Leopardus tilcayo lebt im Tierheim „La Senda Verde“.

Ein Leopardus tilcayo lebt im Tierheim „La Senda Verde“. Foto: Paola Nogales-Ascarrunz/dpa

Forschende entdecken überraschend eine neue Katzenart, die in den bolivianischen Anden lebt. Leopardus tilcayo, eine kleine Katze, mit großen Flecken. Was ist über sie bekannt?

Von dpa 18.09.2026, 22:55 Uhr
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Washington. Zum ersten Mal seit einem Jahrhundert haben Forschende eine neue Katzenart entdeckt: Leopardus tilcayo. Die scheue Wildkatze, die zu den Tigerkatzen gehört, kommt in der Yungas-Region der Anden im südamerikanischen Land Bolivien vor. Die Einheimischen nennen sie Tilcayo, weshalb auch die Wissenschaftler den Namen gewählt hätten, „um ihre kulturelle und regionale Bedeutung beizubehalten“, wie die Forscher in ihrer Studie in „Current Biology“ schreiben.

Das wissenschaftliche Referenzexemplar der neuen Katzenart ist ein erwachsenes Männchen, das im September 2021 in der Region La Paz in Bolivien, in der Nähe des Dorfes Arapata, auf 1.570 Metern Höhe lebend gefangen worden war, heißt es in der Studie weiter. 

Ein Miniatur-Leopard

Die Forscher beschreiben eine „kleine Raubkatze“ mit einer Körperlänge von 42,5 bis 50,5 Zentimetern. Die Schwanzlänge beträgt demnach 25 bis 26,5 Zentimeter. „Der Rücken ist hellbraun, entlang des mittleren Rückenkamms dunkler und zu den Gliedmaßen hin heller“, heißt es. Sie habe auffallend große, leopardenartige Flecken.

Den Forschern zufolge spaltete sich Leopardus tilcayo vor fast 1,4 Millionen Jahren während des frühen Pleistozäns von ihren nächsten Verwandten ab. Stark schwankende klimatische Bedingungen und eine Fragmentierung des Bergwaldes begünstigten demnach wahrscheinlich die geografische Isolation. 

Durch genomweite Analysen gelang es den Forschern, eine umfassende Neubewertung der Artenvielfalt innerhalb der Tigerkatzen vorzunehmen. Diese Klärung hat laut dem Bericht auch Konsequenzen für den Artenschutz dieser bedrohten kleinen Raubkatzen: Da Risikobewertungen und Artenschutzplanung für jede Art separat durchgeführt werden müssen, muss jede identifizierte Tigerkatzen-Art als eigenständige Einheit bewertet und geschützt werden. Dies impliziere „erhebliche Änderungen“ an den derzeitigen Strategien zur Sicherung ihres langfristigen Überlebens.

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