AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Extremwetterkongress

Experten: Künftig mehr Hitzewellen in Deutschland

Heiße Tage sind für viele Menschen eine Qual. (Archivbild)

Heiße Tage sind für viele Menschen eine Qual. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa

In Hamburg ist der 16. Extremwetterkongress gestartet. Viele künftige Sommer drohen im Mittel noch heißer als in diesem Jahr zu werden, warnen Experten.

Von dpa 23.09.2026, 12:25 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Hamburg. Angesichts des Klimawandels haben Experten auf dem Extremwetterkongress in Hamburg zum Handeln aufgerufen. „Jedes Jahrzehnt ist seit den 1960er Jahren deutlich wärmer als das vorhergehende“, sagte Tobias Fuchs, Vorstandsmitglied beim Deutschen Wetterdienst (DWD) zum Auftakt der dreitägigen Konferenz in Hamburg mit rund 1.000 Teilnehmern. Die Fachtagung beschäftigt sich damit, wie der Klimawandel das Auftreten von Extremwetterereignissen beeinflusst. 

Extremwetter in Deutschland 

Nach Erkenntnissen des Deutschen Wetterdienstes zeigt sich eine Zunahme von Hitzewellen und Trockenheitsperioden in Deutschland. Die Hitzewelle ab Mitte Juni sei besonders intensiv gewesen. So wurden Ende Juni Rekordtemperaturen von 41,8 Grad östlich von Magdeburg gemessen. 

Das Robert Koch-Institut schätzt, dass in diesem Sommer rund 16.000 Menschen in Deutschland infolge von Hitze gestorben sind. „Der fortschreitende Klimawandel erhöht sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die Intensität solcher Hitzewellen“, führte Fuchs aus. 

„Es ist gut möglich, dass wir in 30 Jahren zurückblicken auf dieses Jahr, auf diesen Zeitraum, und feststellen, dass der von uns aktuell als extrem eingestufte Sommer trotz seiner Temperaturrekorde als normal eingestuft wird“, sagte Fuchs, der die Abteilung Klima- und Umweltberatung beim DWD leitet. 

Mitte des Jahrhunderts eisfreie Arktis 

Auch das Polareis verändere sich weiter durch den Klimawandel. Die Arktis sei die sich am schnellsten erwärmende Region der Welt. „Wenn das so weitergeht, sind wir Mitte des Jahrhunderts eisfrei in der Arktis“, sagte die Vizedirektorin des Alfred-Wegener-Instituts, Gesine Mollenhauer. 

Das habe Auswirkungen auf das Ökosystem, Fischbestände wanderten beispielsweise nach Norden. Künftig werde es leicht sein, durch die Ostantarktis Schiffsverkehr zu betreiben, mit den daraus folgenden geopolitischen Aspekten, so Mollenhauer weiter.

Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD, als Vortragender beim 16. Extremwetterkongress.

Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD, als Vortragender beim 16. Extremwetterkongress. Foto: Georg Wendt/dpa

Gesine Mollenhauer, Vizedirektorin am Alfred-Wegener-Institut, spricht während des 16. Extremwetterkongresses.

Gesine Mollenhauer, Vizedirektorin am Alfred-Wegener-Institut, spricht während des 16. Extremwetterkongresses. Foto: Georg Wendt/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Auch Urzeitechsen war manchmal zum Kotzen

Plesiosaurier hatten Flossen und einen sehr langen Hals. Durch den würgten sie wohl immer wieder mal Reste ihrer Mahlzeiten aus - die bis heute als Versteinerungen erhalten blieben.