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Verlorene Gegenstände

Fundbüro Hamburg verdient mit Versteigerungen so viel wie nie zuvor

Zahlreiche verlorene Schlüssel hängen an einer Wand im zentralen Fundbüro in Hamburg. 2022 wurden durch Versteigerungen der nicht abgeholten Fundsachen rund 300.000 Euro eingenommen - so viel wie nie zuvor. Foto: Christian Charisius/dpa

Zahlreiche verlorene Schlüssel hängen an einer Wand im zentralen Fundbüro in Hamburg. 2022 wurden durch Versteigerungen der nicht abgeholten Fundsachen rund 300.000 Euro eingenommen - so viel wie nie zuvor. Foto: Christian Charisius/dpa

In einer Großstadt wie Hamburg wird meist auch viel verloren. Ob Regenschirm, Mütze, Schmuck oder Schlüssel - viele dieser Gegenstände landen im Fundbüro. Holt sie niemand ab, werden sie versteigert. Der Verkauf bescherte dem Fundbüro 2022 einen Rekord-Umsatz.

Sonntag, 30.04.2023, 08:00 Uhr

Das Hamburger Fundbüro hat beim Verkauf von nicht abgeholten Fundsachen im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz gemacht. "Wir haben bei den Versteigerungen online und in Präsenz knapp 300.000 Euro eingenommen. Das ist ein Tacken höher als 2021 und damit ein Rekord", sagte der stellvertretende Leiter, Richard Emmel, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Allein online seien rund 1400 Einzelauktionen gestartet worden.

In der Regel werden auf diesem Weg Fahrräder verkauft. Aber auch ausgesuchte Sachen wie wertvoller Schmuck werden so versteigert. "Einmal hatten wir ein Gucci-Handgelenksband noch mit Kassenzettel für 220 Euro. Das ist innerhalb der Halbjahresfrist nicht abgeholt worden und wir haben es über die Online-Versteigerung sogar für 260 Euro verkauft."

So viele Fundsachen sind 2022 abgegeben worden

Über das gesamte Jahr sind beim Zentralen Fundbüro rund 41.500 Fundsachen abgeben worden. In der Regel bringen die Polizei und die Hochbahn die meisten verlorenen Sachen. Etwa 22 Prozent davon finden wieder ihren Weg zurück zum Besitzer. "Am meisten werden dabei seit Jahren Schlüssel, Handys und Portemonnaies verloren", sagte Emmel weiter. Das Hamburger Fundbüro gilt als eines der größten in Deutschland.

Seit Sommer gibt es dabei beim Fundbüro einen neuen Service - die Online-Verlustmeldung. "Das Angebot wird sehr gut angenommen. Seit Jahresbeginn haben wir mehr als 11.000 Verlustmeldungen registriert. Dem stehen etwa 13.000 Fundmeldungen gegenüber." Leider passe nicht zu jeder Verlustmeldung auch eine der von den elf Mitarbeitern erstellten Fundmeldungen. Das liege auch daran, dass die in den S-Bahnen gefundenen Dinge nicht im Fundbüro der Stadt, sondern in dem der Deutschen Bahn landen.

Online-Verlustmeldung wird viel genutzt

Seit der Einführung dieses Services habe sich die Qualität der Such- und Verlustmeldungen deutlich erhöht. "Je besser die Verlustmeldung beschrieben ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie zu einer Fundmeldung paaren können." Der Eingabe im Internet folgen automatisierte Such-Prozesse und Informationsmails an die Kunden.

Neu ist auch, dass Fundsachen mit einem Wert von unter zehn Euro erst gar nicht erfasst werden. "Ein normaler Regenschirm von einer Drogeriekette wird bei einer Verwahrgebühr von mindestens sechs Euro in der Regel ohnehin nicht abgeholt", sagte Emmel. Die vergangenen Jahre hätten zudem gezeigt, dass etwa 95 Prozent dieser Fundgegenstände gar nicht abgeholt würden.

Zuletzt hatte der Hamburger Frühlingsdom viel Verlorenes ins Fundbüro gespült. "In der Dom-Zeit haben wir wirklich viel bekommen. Und es war ja auch noch Marathon. Nun sind wir schon gespannt, was der Hafensommer bringt." (dpa)

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