Gehypte Doku über Elizabeth Holmes kommt nach Deutschland
Eine Dokumentation über die ehemalige Theranos-Chefin Elizabeth Holmes kommt im Dezember nach Deutschland. (Archivbild) Foto: Jeff Chiu/AP/dpa
„You Can See Everything“ gehört bereits jetzt zu den meistdiskutierten Filmen des Jahres und legte in den USA einen Erfolgsstart hin. Jetzt steht der deutsche Kinostart für die Doku fest.
Berlin. Eine überraschend erfolgreiche Dokumentation über die inhaftierte Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes kommt in deutsche Kinos. Der Film „You Can See Everything“ von Nathan Fielder und Lance Oppenheim startet hierzulande am 3. Dezember, wie Sony Pictures bei Instagram mitteilte. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, ob und wann die gehypte Doku nach ihrem US-Kinostart auch nach Deutschland kommt.
In den USA läuft der Film bereits seit Mitte Oktober - und legte direkt einen überraschend starken Kinostart hin. Am ersten Wochenende spielte er 15 Millionen US-Dollar in 855 Kinos ein, wie aus Zahlen des Branchenportals „Boxoffice Mojo“ hervorgeht.
Das sei der beste Dokumentarfilmstart in Nordamerika ohne Konzertfilme seit mehr als 20 Jahren, berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Einige Medien sehen „You Can See Everything“ bereits als Oscar-Anwärter. Die Kritiken fallen auffallend positiv aus. Auf den Plattformen IMDb und Letterboxd, wo Nutzerinnen und Nutzer selbst Bewertungen abgeben, gehört die Doku bislang zu den am besten bewerteten Filmen überhaupt.
Holmes ging 2023 ins Gefängnis
Holmes war Gründerin und Chefin des Start-ups Theranos, mit dem sie Bluttests zu revolutionieren versprach. Bei Theranos reichten angeblich nur wenige Tropfen Blut auch für komplexe Tests. Holmes wurde gefeiert, Theranos erreichte in Finanzierungsrunden eine Bewertung von neun Milliarden Dollar.
Holmes wurde damit auf dem Papier zur Milliardärin. Doch dann stellte sich heraus, dass die Technologie nicht funktionierte. Holmes und ihr Top-Manager Ramesh Balwani wurden wegen des Vorwurfs verurteilt, Investoren gezielt hinters Licht geführt zu haben. Sie ging 2023 ins Gefängnis. Nach aktuellen Angaben der US-Gefängnisverwaltung soll sie Ende Februar 2030 entlassen werden. Die Doku beginnt einen Monat vor dem Haftantritt.
Nach der Premiere auf einem Filmfestival in den USA und dem starken Kinostart wurde in sozialen Medien auch die Frage über einen Kinostart in Deutschland immer lauter. Da ein genauer Termin lange offen geblieben war, kündigten manche Nutzer gar an, eine Reise über die Grenze nach Polen zu planen - dort soll der Film bereits am 6. November in die Kinos kommen. Den deutschen Starttermin kündigten mehrere Kinoketten nun ebenfalls direkt in sozialen Medien an und stießen damit auf großen Anklang.