HSV vor Topspiel: Kein Choupo, kein Modeste - aber Lob für Titz
Trainer Steffen Baumgart von Hamburger SV wird begrüßt von Magdeburgs Trainer Christian Titz (r). Foto: Andreas Gora/dpa
Wer ersetzt den verletzten Top-Torjäger Glatzel? Das ist die Frage vor dem Topspiel des HSV gegen Magdeburg. Trainer Baumgart findet darauf klare Antworten - und weist alle namhaften Gerüchte zurück.
Aufstiegsfavorit gegen Überraschungsteam, Tabellenfünfter gegen Tabellenzweiter: Das Duell der ehemaligen Europapokalsieger Hamburger SV und 1. FC Magdeburg ist ohnehin schon das Topspiel des neunten Zweitliga-Spieltags. An diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) treffen zwei Trainer mit einer Vergangenheit im jeweils anderen Verein aufeinander.
So war der Magdeburger Coach Christian Titz 2018 Trainer, als der Hamburger Traditionsverein zum ersten Mal in die zweite Liga abstieg. Er war gleichzeitig der erste von mittlerweile sieben Trainern, der sich am großen Ziel des Hamburger Wiederaufstiegs versuchte. Anders als der FCM, der den 53-Jährigen seit fast vier Jahren beschäftigt, feuerte ihn der HSV damals aber schon nach zehn Spieltagen der ersten Zweitliga-Saison.
Eine kleine Spitze gegen seinen Ex-Club konnte sich Titz vor seiner Rückkehr in das Volksparkstadion deshalb nicht verkneifen: „Im Fußball gehören Entscheidungen dazu, die du nicht verändern kannst und die mit kurzfristigen Denkstrukturen zu tun haben“, sagte er in einem „Kicker“-interview.
Baumgart lobt Titz
Selbst der aktuelle HSV-Trainer Steffen Baumgart sprang ihm am Freitag bei. „Christian hat hier noch mehr als einen Koffer stehen. Das ist immer noch seine Stadt“, sagte er über seinen Kollegen. Und in Magdeburg sei gerade zu sehen: „Wenn man Trainer arbeiten lässt, ein bisschen länger als in der Schnellschuss-Landschaft, dann kann vielleicht auch etwas entstehen.“ Magdeburg sei „kein zufälliger Konkurrent um den Aufstieg“. Es sehe eher so aus, „dass sie lange dabei sein werden“.
Auch Baumgart trainierte von April 2009 bis März 2010 den nächsten Gegner Magdeburg - damals noch in der viertklassigen Regionalliga Nordost. Es gibt aber noch andere Anknüpfungspunkte beider Clubs: Einige Spieler wie Daniel Elfadli (jetzt HSV), Xavier Amaechi oder Tatsuya Ito (beide Magdeburg) wechselten in den vergangenen Jahren die Elbe hinauf oder hinab.
Noch mehr als diese Konstellation beschäftigen Baumgart aber zwei andere Personalien: Wer steht am Sonntag im HSV-Tor? Und vor allem: Wer ersetzt den monatelang fehlenden Torjäger Robert Glatzel?
Torwart-Frage noch offen
Während er die Beantwortung der Torwart-Frage (Matheo Raab oder Daniel Heuer Fernandes?) noch einmal auf die Stunden nach dem Abschlusstraining am Samstag vertagt hat, wurde der HSV-Trainer bei dem zweiten drängenden Thema sehr deutlich. Ransford Königsdörffer und Davie Selke sollen in den nächsten Wochen das Hamburger Sturmduo bilden. Und an allen Gerüchten über die Verpflichtung eines prominenten Glatzel-Ersatzes sei nichts dran.
Gehandelt wurde unter anderem der gebürtige Hamburger Eric-Maxim Choupo-Moting (35), der seit seinem Abschied vom FC Bayern München in diesem Sommer vereinslos ist. „Zu Choupo muss man sagen: guter Typ. Wir müssen auch nicht über die Qualität reden. Aber er ist ein Spieler, der drei Monate relativ wenig mit Fußball zu tun hatte“, sagte Baumgart. „Ich habe sogar in einer Kölner Zeitung gelesen, dass Tony Modeste ein Thema wäre. Aber um es mal deutlich zu sagen: Jeder Stürmer, der irgendwo frei ist, wird jetzt kein Thema für uns.“
Baumgart sendet damit ein klares Signal an sein Team und auch an den HSV-Nachwuchs: „Ich finde, wir sollten mal anfangen, unserem Kader zu vertrauen. Das tun wir“, sagte er. „Und ich glaube, dass wir mit Otto Stange und mit Omar Sillah zwei sehr gute Nachwuchsspieler haben, die es in der Regionalliga und in der U19-Bundesliga sehr gut machen.“