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Marktstraße

Harsefelder Bioladen „Florentine“ bleibt für immer geschlossen

Harsefelder Bioladen „Florentine“ bleibt für immer geschlossen

Es sah anfangs nach einem Erfolgskonzept aus, doch in der Corona-Zeit konnte das Wohlfühlkonzept nicht genügend Menschen anlocken. Der Bioladen „Florentine“ in der Harsefelder Marktstraße hat für immer geschlossen.

Von Miriam Fehlbus Mittwoch, 02.02.2022, 06:00 Uhr

Im November 2019 startete die „Florentine“, direkt nach der erfolgreichen Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes. Die Betreiber des Biomarktes hatten den Anspruch, Harsefeld und die gesamte Region der Stader Geest mit einem besonderen und progressiven Angebot zu bedienen. Es gab vegane und glutenfreie Lebensmittel, handgeschöpfte Bio-Schokolade, aber auch Gemüse, Obst und Bio-Weine. „Leider ist es unsere Erkenntnis, dass der Ort im Großen und Ganzen noch nicht reif war für das, was in größeren Städten Deutschlands längst zu Erfolg geführt hat“, heißt es auf Nachfrage vom Florentine-Team. Ein ausdrücklicher Dank gehe an die treuen Stammkundinnen und Stammkunden und alle Menschen, die die Bioladen-Gründer wertschätzend und respektvoll auf diesem Weg begleiteten, so das weitere Statement.

Nachnutzung offen

Das Gebäude hatte nach der Sanierung vor gut zwei Jahren gleich den Schriftzug „Bioladen Florentine“ bekommen. Im Untergeschoss befindet sich die gut 160 Quadratmeter große Verkaufsfläche. Die große Deckenhöhe wird durch alte Elemente des Hauses unterstrichen. Wohliges Licht und Holzbalken machen den Raum zu einem Ort mit Seele. Als solcher könnte er auch eine Nachnutzung bekommen. Festgelegt ist aber noch nichts, unterstreicht der Eigentümer und Vermieter der Immobilie, Karl-Heinz Bauer: „Gesucht wird jemand, der ein tragfähiges Konzept hat.“ Ob es ein Architekturbüro sei oder wieder ein Ladengeschäft, das ist nicht vorgeschrieben. Ein Makler aus dem Ort soll jetzt bei der Suche des Nachmieters helfen.

Gebäude 2019 saniert

Das Gebäude war auch dank der Kommune zu neuem Glanz gekommen. Es hatte durch An- und Umbauten viel von seinem Charme verloren. Dann rief der damalige Samtgemeindebürgermeister Rainer Schlichtmann beim Ehepaar Bauer an. „Ich weiß noch, wie er sagte, der Ort sei ja jetzt schöner geworden, nur unser Haus noch nicht“, sagt Bauer. Und damit habe der Rathauschef damals auch absolut recht gehabt. Die Kommune wies auf Förderprogramme im Rahmen der städtebaulichen Sanierung hin. Das Dach, Fenster, Außentüren, Elektrik, Heizung und Außenbeleuchtung mussten erneuert werden. Architekt Michael König setzte sich in der Frage durch, die Holzbalken nicht alle hinter Putz zu verstecken. „Das war eine gute Idee“, sagt Karl-Heinz Bauer heute. Seit Ende 2019 zeigt sich die ganze Marktstraße, zusätzlich mit ausgeklügelter Beleuchtung durch Bodenstrahler ausgestattet, in neuem Licht. Viele inhabergeführte Geschäfte befinden sich an der kurvigen Straße im historischen Ortskern. Was ab sofort fehlen wird, ist ein Bioladen.

 

Der Bioladen Florentine in Harsefeld musste nach gut zwei Jahren wegen zu geringer Nachfrage schließen. Foto: Beneke

Der Bioladen Florentine in Harsefeld musste nach gut zwei Jahren wegen zu geringer Nachfrage schließen. Foto: Beneke

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