Sprache

Keine Gendersterne in Bundesministerien

In den Bundesministerien werden keine Sonderzeichen für geschlechtergerechte Formulierungen verwendet. (Symbolbild)

In den Bundesministerien werden keine Sonderzeichen für geschlechtergerechte Formulierungen verwendet. (Symbolbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Manche nutzen sie ganz selbstverständlich, anderen gehen sie auf den Geist: Sonderzeichen für geschlechtergerechte Sprache. Die Bundesregierung legt sich fest.

Von dpa 04.08.2025, 15:30 Uhr

Berlin. Die Bundesregierung nutzt keine Wörter mit Gender-Sternchen. Das erklärte ein Sprecher des Digitalministeriums in Berlin auf Nachfrage in der Regierungspressekonferenz. Maßgeblich seien die Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung.

„Keine Sonderzeichen“

„Dieses Regelwerk sieht vor, dass geschlechtergerechte Sprache verständlich, lesbar, vorlesbar ist, auch im Blick auf Barrierefreiheit und Vorlesesoftware und dass sie grammatikalisch korrekt ist sowie Eindeutigkeit und Rechtssicherheit gewährleistet“, sagte der Sprecher. „Diese sieht also keine Sonderzeichen vor.“

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte der „Bild am Sonntag“ gesagt: „Im Kanzleramt wird in Briefen, Emails und Vermerken nicht gegendert.“ Erzwungenes Gendern spiegele nicht wider, wie die Mehrheit in Deutschland spreche. Vielmehr vertiefe das Gendern eine Spaltung der Gesellschaft.

Neues Regelwerk seit Anfang Juli

Seit Anfang Juli gilt ein neues Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung. Es gilt für Schulen und die öffentliche Verwaltung. Neu ist ein Abschnitt zu Sonderzeichen in Wörtern, wie sie von Befürwortern einer geschlechtersensiblen Sprache genutzt werden. „Diese Wortbinnenzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie“, heißt es dort. 

Ihre Setzung könne in verschiedenen Fällen zu grammatischen Folgeproblemen führen, die noch nicht geklärt seien. Die Entwicklung des Gesamtbereichs sei aber bislang nicht abgeschlossen und werde weiter beobachtet.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

„Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“

Vielleicht ist Berlin an kaum einem Tag so sehr Berlin: Hunderttausende feiern den Christopher Street Day. Doch dann fährt ein Fahrzeug in eine Menge. Der Schock sitzt tief. Die Fragen sind groß.

Was geschah am 26. Juli?

Tag für Tag gibt es Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, an die erinnert werden soll.

Bolsonaros Sohn tritt bei Präsidentenwahl an

Flávio, Sohn des rechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, will bei der Präsidentenwahl Staatschef Lula herausfordern. Bei der Nominierung war ein hochrangiger ausländischer Gast dabei.