Influenza A(H9N2)

Kind mit Vogelgrippe in Indien schwer erkrankt

Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor dem Sitz in Genf.

Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor dem Sitz in Genf. Foto: Lian Yi/XinHua/dpa

Vogelgrippeviren breiten sich weltweit aus. Aus Indien wird jetzt der Fall eines infizierten Kindes gemeldet.

Von dpa 11.06.2024, 20:50 Uhr

Genf. Indien hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektion eines vierjährigen Kindes mit Vogelgrippe gemeldet. Es handele sich um den Subtypen Influenza A(H9N2), berichtete die WHO am Abend. Es handelt sich um den zweiten Fall in Indien, der erste wurde 2019 gemeldet.

Das Kind war nach WHO-Angaben Ende Januar mit Fieber, Atemschwierigkeiten und Bauchschmerzen zum Kinderarzt gebracht worden. Es kam auf die Intensivstationen eines Krankenhauses, wurde behandelt und nach vier Wochen entlassen. Ein paar Tage später kam es erneut in ein anderes Krankenhaus, wo es intubiert werden musste. Dort wurde ein Abstrich genommen und Influenza A (H9N2) nachgewiesen. Das Kind sei am 1. Mai mit einer Sauerstoffzufuhr aus der Klinik entlassen worden. 

Übertragung von Mensch zu Mensch höchst selten

Das Kind hatte Kontakt zu Hühnern. Vogelgrippe wird oft von Hühnern übertragen, die sich bei Wildtieren angesteckt haben. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist höchst selten. Andere Personen aus dem Umfeld des Kindes hätten keine Anzeichen einer Infektion gezeigt.

Eine Vogelgrippe-Infektion verläuft meist harmlos. Die Viren könnten sich aber so verändern, dass sie leichter von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Deshalb wurden Impfstoffkandidaten entwickelt, die im Fall einer Pandemie schnell zu verfügbaren Mitteln weiterentwickelt werden können. 

Die WHO ruft Länder ständig auf, wachsam zu sein und Häufungen von Krankheiten genau zu untersuchen. „Auf der Grundlage der verfügbaren Informationen schätzt die WHO das derzeitige Risiko für die Allgemeinbevölkerung, das von diesem Virus ausgeht, als gering ein“, teilte die WHO mit.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Fast 1.000 Ebola-Tote im Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der registrierten Ebola-Toten auf 999 gestiegen. Mehr als zwei Monate nach Bekanntgabe des Ausbruchs ist die Lage weiterhin nicht unter Kontrolle.

„Höllenraupen“ beunruhigen nordische Länder

Seine Brennhaare sind nun auch in nordischen Ländern gefürchtet: Dank des Klimawandels breitet sich der Eichenprozessionsspinner aus. Mit Schuld an der Ausbreitung ist eine Lieferung aus Deutschland.