Landkreis investiert in Feuerwehr und Rettungsleitstelle in Stade
Im Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Drochtersen ist für die Kleiderkammer kein Platz vorgesehen. Symbolfoto: Michael/picture alliance/dpa
Der Landkreis Stade investiert kräftig in die Ausbildung der Feuerwehrleute. Für 225.000 Euro ist eine Übungsstrecke für Atemschutzeinsätze modernisiert worden. Auch die Rettungsleitstelle kommt neu daher.
„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Freiwilligen bestmögliche Ausbildungsbedingungen anzubieten“, sagt Landrat Kai Seefried (CDU). Davon profitieren laut Kreisbrandmeister Peter Winter die gut 1200 Atemschutzgeräteträger der 92 Ortsfeuerwehren. In diesen sind insgesamt 4200 Freiwillige aktiv.
Neue Übungsstrecke für Atemschutzgeräteträger im Kreis Stade
Die Feuerwehrleute gelangen nun durch frisch gestrichene Räume in den Vorraum, wo sie sich umziehen und ausrüsten können. Nicht nur die Technik der Übungsstrecke wurde erneuert, auch die Sportgeräte: Ihre Belastungsübungen absolvierten die Feuerwehrfrauen und -männer jetzt an und auf neuen Endlosleitern, Laufbändern und Armergometern. Sie registrieren sich an einem PC-Arbeitsplatz, über den auf die Feuerwehrverwaltungssoftware FeuerOn zugegriffen werden kann.
Über ein Chip-Armband melden sie sich an Sportgeräten und in der Übungsstrecke an.
Wer den Leitstand betritt, hat die Möglichkeit, Vernebelung und Hitze (bis zu 120 Grad) in der Übungsstrecke zu erzeugen. Die Feuerwehrleute sollen unter realistischen Bedingungen den Ernstfall proben. Im Leitstand befinden sich während der abendlichen Trainings die Ausbilder aus den Ortsfeuerwehren. Außerdem begleiten die Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale derzeit die Übungsdienste in der Atemschutzstrecke und unterstützen beim Bedienen der neuen Technik.
Blick in den modernisierten und erweiterten Leitstellenraum in Stade-Wiepenkathen. Foto: Landkreis Stade/Daniel Beneke
Über Nachtsicht- und Infrarotkameras wird die Strecke überwacht, per Funk besteht eine Sprechverbindung zu den Einsatzkräften. Die Strecke selbst mit allerhand Fenstern, Türen und Hindernissen wie Rohren und Leitern wurde beim Bau der Feuerwehrtechnischen Zentrale vor etwa 30 Jahren bereits installiert. Einige Bestandteile sind jetzt erneuert worden.
Die Übungen seien durchaus anspruchsvoll, weiß der Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale, Sven Ramm: „Wer hier rauskommt, ist k.o.“
Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen modernisiert
Mehr Platz, zusätzliche Arbeitsplätze und ein neuer Lageraum: Der Landkreis hat zudem seine Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen umfassend modernisiert und erweitert. Kosten der Umbauten: 155.000 Euro. Rund um die Uhr werden von dort aus die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert.
Der Leitstellenraum wurde deutlich erweitert, ein angrenzender Lage- und Besprechungsraum verlegt. Außerdem wurde ein abgetrennter Bereich für den Lagedienstführer geschaffen. Acht hochmoderne Arbeitsplätze stehen den Disponenten nun zur Verfügung. An einer großen Videowand, deren Monitore sich variabel bespielen lassen, werden etwa Einsatz- und Wetterdaten angezeigt.
Landrat Kai Seefried (rechts) und FTZ-Leiter Sven Ramm nehmen die modernisierte Atemschutzübungsstrecke in Augenschein. Foto: Landkreis Stade/Beneke
Wie die Rettungsleitstelle in Stade arbeitet
„Wir sind startklar“, sagt Leitstellen-Leiter Wilfried Sprekels. 21 Beschäftigte mit Rettungsdienst- und Feuerwehrausbildung gehören derzeit zu seiner Crew. Sie arbeiten im Zwölf-Stunden-Schichtbetrieb. Drei Einsatzkräfte sind stets vor Ort, um die Notrufe über die Nummer 112 entgegenzunehmen. Von hier aus werden Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt alarmiert.
Seit 2016 übernimmt die Stader Leitstelle zudem als Warnzentrale eine besondere Aufgabe für das Land Niedersachsen: Die Disponenten betreuen das modulare Warnsystem (Mowas). Ein Bestandteil des Systems, das allen Katastrophenschutzbehörden den Zugang zu dem vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelten System bietet, ist die Warn-App Nina.
Mit dem satellitengestützten System kann jede kommunale Leitstelle – auch bei Stromausfall oder Störungen im Telekommunikationsnetz – über die neue Warnzentrale im Kreis Stade verschiedene Medien ansteuern und so Durchsagen über Rundfunkanstalten und Fernsehen veranlassen. (bv/st)