Lesertag und Leserbriefe
Überragend – anders ist das Echo auf unseren Lesertag nicht zu bezeichnen, denn bis Freitag waren 1500 Antwortbögen eingegangen. Mit vielen Hinweisen, die uns in der Redaktion beschäftigen werden.
Wir werden die Kritik und die Anregungen in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen. Eine Konsequenz sehen Sie schon jetzt: Die Rubrik „Hintergründiges“ steht auf der Liste der Leser-Wünsche ganz oben – also wird geliefert (Zum Artikel). Auch eine zweite Konsequenz wollen wir kurzfristig umsetzen: Der Umgang mit Leserbriefen wird sich ändern. Bisher galt die liberale Grundhaltung, dass alles veröffentlicht wird, was in den vorgesehenen Zeilen-Raster passt und keine strafbaren Aussagen beinhaltet, denn auch für Inhalte von Leserbriefen haftet presserechtlich der Chefredakteur. In vielen Gesprächen, die wir am Freitag vergangener Woche mit den Lesern geführt hatten, waren die Leserbriefe immer wieder Thema. Vielfach die gleichen Schreiber, oft das gleiche Thema vom gleichen Autor, persönliche Anreden („Lieber Herr Mustermann, was Sie da über mich…“) und vielfach einfach Unwahrheiten – das waren die Haupt-Kritikpunkte. Das mit den Unwahrheiten ist eines der größten Probleme, aber nicht zu vermeiden, denn es kann nicht Aufgabe einer Zeitungs-Redaktion sein, über Lüge und Wahrheit zu entscheiden. Wenn wir das machen würden, dürften wir viele Politiker nicht mehr zitieren. Anders sieht es mit den persönlichen Anreden aus: Die wird es ab sofort nicht mehr geben. Wer anderen einen Brief schreiben will, soll das gerne tun, aber nicht über das TAGEBLATT. Auch bei den wiederkehrenden Gegenreden werden wir sensibler sein und beispielsweise heute den Streit zwischen den Herren Hansel und Holm wegen der Strabs in Stade im TAGEBLATT für beendet erklären.
Damit das nicht falsch interpretiert wird: Leserbriefe sind willkommen und werden auch viel beachtet. Aber wir haben zur Kenntnis nehmen müssen, dass unsere liberale Grundhaltung in dem einen oder anderen Fall missbraucht wird. Im Interesse des Leserforums werden wir das machen, was andere Zeitungen schon immer machen: Etwas sensibler mit den Werken der Vielschreiber umgehen.
Alles TAGEBLATT-Leserbriefe können Sie auch online finden.