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Extremismus

Meldestellen: 2023 so viele antisemitische Vorfälle wie nie

Der Schriftzug „Nie wieder ist jetzt“ wird zum 85. Jahrestag der Pogromnacht an das Brandenburger Tor projiziert (Archivbild).

Der Schriftzug „Nie wieder ist jetzt“ wird zum 85. Jahrestag der Pogromnacht an das Brandenburger Tor projiziert (Archivbild). Foto: Jörg Carstensen/dpa

Mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober haben auch Feindseligkeiten gegen Juden in Deutschland eine neue Dimension erreicht. Der Bundesverband Rias sieht Grundrechte in Gefahr.

Von dpa 25.06.2024, 10:30 Uhr
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Berlin. Der Bundesverband Rias hat im vergangenen Jahr 4782 antisemitische Vorfälle dokumentiert - fast 83 Prozent mehr als 2022 und so viele wie nie zuvor. Hintergrund ist ein sprunghafter Anstieg solcher Angriffe und Anfeindungen gegen Juden in Deutschland seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Allein 2787 Vorfälle geschahen von da an bis zum Jahresende, wie aus dem Jahresbericht des Bundesverbands hervorgeht.

Die Selbstverständlichkeit, dass Grundrechte auch für Jüdinnen und Juden gelten, sei bedroht, warnte Rias-Geschäftsführer Benjamin Steinitz. „In allen Lebensbereichen werden Jüdinnen und Juden angefeindet, bedroht und angegriffen. Ein offenes jüdisches Leben ist seit dem 7. Oktober noch weniger möglich als zuvor.“ Der Normalisierung von Antisemitismus müsse Einhalt geboten werden.

Meldestellen in elf Bundesländern

Der Bundesverband Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus unterhält ein Netzwerk von Meldestellen in elf Bundesländern, bei denen Betroffene oder Zeugen solche Vorfälle dokumentieren lassen können. Es geht dabei um Angriffe und Bedrohung, aber auch um Pöbeleien oder Anfeindungen, die nicht immer strafrechtlich verfolgt werden. Die Zahlen unterscheiden sich also von der offiziellen Kriminalitätsstatistik.

Gegen Jahresende hätten sich gewalttätige Vorfälle gehäuft, berichtete Rias. Rund zwei Drittel aller Fälle von extremer Gewalt, von Angriffen und Bedrohungen hätten sich nach dem 7. Oktober ereignet. Rias erwähnt den versuchten Brandanschlag zweier Unbekannter auf eine Berliner Synagoge Mitte Oktober 2023 sowie zwei Brandanschläge auf das Haus einer jüdischen Familie im Ruhrgebiet wenige Tage später. Zugenommen hätten zudem Vernichtungsdrohungen gegen jüdische Institutionen und Personen.

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