TNeues Einfallstor für Stade entsteht zwischen Freiburger Straße und Hansestraße
Cesurbey und Cemil Kayar erfüllen sich einen Traum. Sie bauen an zentraler Stelle in Stade ein prägnantes Wohn- und Geschäftshaus aus der Feder des Architekten Holger Cassau. Es entstehen drei Ladenlokale und 15 Wohnungen.
Auf dem knapp 16.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Hansestraße und Freiburger Straße, direkt am Kreisel, tut sich sichtbar was. Die alten Gebäude wurden abgerissen, der Bauplatz wird für die späteren Arbeiten vorbereitet. Doch erst einmal heißt es für die Investoren, sich in Geduld zu üben.
Cesurbey und Cemil Kayar sind ausgebremst in ihrem Elan. Die Beantragung von KfW-Fördermitteln wurde eingestellt; bevor es keine Klarheit über neue Programme gibt, können sie mit dem Bau nicht beginnen, sonst gibt es keine staatliche Unterstützung. Außerdem muss das Baufeld vom Kampfmittelräumdienst untersucht werden. Das alles dauert.
Gern hätten sie im April/Mai dieses Jahres begonnen. Jetzt wären sie froh, wenn der Grundstein noch dieses Jahr gelegt werden kann. Nach dem Startschuss rechnen Investoren und Architekt mit einer Bauzeit von 18 Monaten, so dass 2024 Geschäfte und Wohnungen mit Leben gefüllt werden können.
Die Pläne stehen. Holger Cassau hat auf dem L-förmigen Gelände ein Gebäude entworfen, das das Grundstück voll ausnutzt. Die Brüder Kayar sind begeistert von dem Entwurf: „Wir haben uns verliebt“, sagen sie, weil er mehr biete, als sie es sich zu wünschen gewagt hätten.
So sehen die Pläne für das Wohn- und Geschäftshaus aus
Im Erdgeschoss können drei Ladenlokale entstehen. Eins ist 236 Quadratmeter groß und eigne sich mit seiner großen Fensterfront für eine Gastronomie (Sportsbar), die vielleicht von den Brüdern selbst betrieben wird. Die beiden anderen sind 86 und 104 Quadratmeter groß, könnten aber auch zusammengelegt werden. Die Kayars hoffen auf ein Optikgeschäft oder eine Apotheke als Mieter.
Holger Cassau blickt mit Cemil und Cesurbey Kayar (von links) auf die Baupläne. Fotos: Strüning
In den oberen Etagen werden 15 Wohnungen eingerichtet, von der Ein-Zimmer-Wohnung bis zum Penthouse. Die Vermietung übernehmen wiederum die Kayars. Insgesamt entstehen 925 Quadratmeter Wohnfläche in fünf 3-Zimmer-, acht 2-Zimmer- und zwei 1-Zimmer-Wohnungen.
Kfz-Handel nach Ottenbeck umgesiedelt
Ihnen und Holger Cassau war es wichtig, ein modern-urbanes Ensemble zu kreieren. Das soll dort den gesamten Bereich aufwerten, der nicht gerade durch architektonische Glanzlichter auffällt. Wer aus Kehdingen oder später von der geplanten A 26 nach Stade kommt, soll an diesem Einfallstor in die Stadt mit zeitgemäßer Architektur begrüßt werden, so der Anspruch.
Einst hatte Cemil Kayar auf dem Grundstück seinen Kfz-Handel betrieben, ehe er nach Ottenbeck umgezogen ist. 2017 hat er mit seinem Bruder Cesurbey, der bei Airbus als Flugzeugbauer arbeitet, die Fläche vom Ex-Autohändler Fuhr gekauft und die C+C Hanse GbR gegründet. Seitdem brüten sie an Plänen für das Grundstück. Die erste Idee, hier ein Autohaus zu bauen, verwarfen sie wieder. Dann kam Holger Cassau ins Spiel.
Brüder sind „durch und durch Stader“
Was sie nach eigenen Angaben besonders motiviert: ihrer Heimatstadt Stade etwas Gutes zu tun, ihre Entwicklung voranzutreiben. „Wir sind durch und durch Stader“, sagt Cesurbey Kayar. Ihre Familie stammt aus Corum, 200 Kilometer östlich von der türkischen Hauptstadt Ankara gelegen. Corum gilt als geografischer Mittelpunkt der Erde, wie die beiden nicht ohne Stolz anmerken.
Ihr Mittelpunkt und ihr Stolz soll in Zukunft das Wohn- und Geschäftsgebäude sein. Auf den Bau warten sie sehnsüchtig, wie Cemil Kayar anmerkt, der mit seinem Bruder darauf wartet, dass es endlich losgehen kann, dass ihr Traum Realität wird.
Abriss und weitere Baggerarbeiten : Das Grundstück wird für den Neubau vorbereitet.
Klinker und Glas kennzeichnen die Fassade des Neubaus zwischen Hansestraße und Freiburger Straße. Visualisierung: Architekt Cassau