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Krieg in Nahost

Israel will Armeesender schließen - Protest der Opposition

Israels Verteidigungsminister Israel Katz (l) bei einem Truppenbesuch im Südlibanon.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz (l) bei einem Truppenbesuch im Südlibanon. Foto: Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa

Ist die angestrebte Schließung des Armeesenders sowie eines öffentlich-rechtlichen Senders nur der Anfang? Vor der Wahl im kommenden Jahr sieht der Oppositionschef die Meinungsfreiheit in Gefahr.

Von dpa Montag, 22.12.2025, 13:00 Uhr

In einem umstrittenen Schritt hat die israelische Regierung die Schließung des beliebten Armeesenders beschlossen. Das Kabinett stimmte nach Medienberichten für einen entsprechenden Vorschlag des Verteidigungsministers Israel Katz, Galei Zahal bis zum 1. März kommenden Jahres zu schließen. Katz hatte dies damit begründet, der als kritisch geltende Sender transportiere „politische und spaltende Inhalte, die nicht mit den Werten der israelischen Armee übereinstimmen“.

Der TV-Sender i24news berichtete, der Kommandeur des Senders, Tal Lev-Ram, habe bereits die Absicht signalisiert, die Entscheidung vor dem obersten Gericht anzufechten. Der Armeesender gilt als historisch und sendet schon seit 75 Jahren.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“: „Ein Armeesender, der unter der Autorität des Militärs sendet – ich glaube, so etwas gibt es in Nordkorea und vielleicht noch in ein paar anderen Ländern, und wir wollen mit Sicherheit nicht zu ihnen gehören.“

Oppositionschef: Regierung will Meinungsfreiheit abschaffen

Die Opposition kritisiert die Entscheidung dagegen als Verstoß gegen die Meinungsfreiheit und als Versuch, die Medien zu kontrollieren. Die Regierung setzt sich auch für die Schließung des angesehenen öffentlich-rechtlichen Kan-Senders ein.

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid nannte die Entscheidung zur Schließung des Armeesenders auf X „Teil der Regierungsstrategie, die Meinungsfreiheit in Israel in einem Wahljahr abzuschaffen“. Am 27. Oktober kommenden Jahres soll in Israel ein neues Parlament gewählt werden.

„Sie schaffen es nicht, die Realität zu kontrollieren, also versuchen sie, das Bewusstsein zu kontrollieren“, schrieb Lapid. Er warnte vor der Schließung weiterer kritischer Medien: „Sie werden nicht aufhören. Überall dort, wo es eine Wahrheit gibt, die der Regierung unangenehm ist, handeln sie, um sie zu beseitigen.“

R
Rüdiger Hülsmann
18.06.202509:23 Uhr

Ohne jeden Zweifel muss das Mullah Regime entfernt werden. Der größte Teil der Bevölkerung kämpft dafür. Der Aggressor dieses Krieges ist ganz klar Israel. Israel hat auch im Gaza das Maß verloren. Die gestrige Aussage von Merz (Drecksarbeit) hat mich dazu bewogen aus der CDU auszutreten

R
Ralf Poppe
27.09.202412:07 Uhr

Ich finde es befremdlich, dass die USA, Deutschland und andere vorgeben, sie würden Frieden im nahen Osten wollen. Sie könnten dieser Politik Israels doch einfach eine Ende setzen, indem sie die Waffenlieferungen einstellen oder reduzieren. Das tun sie aber nicht. Frieden dürfte es erst nach einer Waffenruhe in Gaza, dem Ende der aggressiven Siedlungspolitik Israels und dem Beginn von Verhandlungen über die Einführung einer Zwei-Staaten-Lösung geben. Der "Westen" kann das bewirken. Wieviele Menschen müssen noch sterben, bis er damit beginnt anstatt nur Lippenbekenntnisse abzugeben?

A
Arne Birkl
11.09.202409:50 Uhr

Was soll es, völlig unpassende und veraltete Kommentare unter einem aktuellen Artikel zu veröffentlichen? Bitte dringend unterlassen! Beste Grüße, Arne Birkl

A
Arne Birkl antwortete am
11.09.202410:47 Uhr

Guten Morgen Frau Vonderbank. Da es aber bis vor kurzem eine Artikelbezogene Kommentarfunktion war (wird auch von ihnen noch so benannt), sollten Sie es dringend umbenennen und besser von den Artikeln abgrenzen. So ist es sehr irreführend und unbefriedigend.

Und wo wir schon bei konstruktiver Kritik sind...
Artikel, welche auf bevorstehende Veranstaltungen hinweisen, sollten nach dem Veranstaltungstermin nicht im Ticker erscheinen. Da wecken Sie Begehrlichkeiten und dann kommt die Enttäuschung.

Liebe Grüße, Arne Birkl

J
Janine Vonderbank antwortete am
11.09.202410:03 Uhr

Guten Morgen Herr Birkl, da es sich um einen News-Ticker handelt, wird der Inhalt regelmäßig aktualisiert – mit der von Ihnen angesprochenen Folge, dass sich einige Kommentare nicht auf das aktuelle Thema beziehen. Da wir unseren Nutzern jedoch die Möglichkeit geben möchten, ihre Meinung auch unter dem News-Ticker kundzutun, ist das aus unserer Sicht vertretbar. Gruß, TAGEBLATT online

A
Andreas Mohr
02.09.202420:32 Uhr

Fakt ist doch, dass man an der jetztigen israelischen Regierung sieht, was passiert, wenn Rechtsaußen die Regierung stellt. Es wird solange Unfrieden gesäht bis die Lage eskaliert, dies lehrt auch die Geschichte, siehe die Nazis, jetzt gerade Putin.

T
Thomas Ziehm antwortete am
02.09.202422:19 Uhr

Herr Mohr, ganz dünnes Eis. Wenn man von Geschichte wenig bis gar keine Ahnung hat, sollte man es lieber lassen, Kommentare abzugeben.

B
Burchard Neumaier
03.08.202417:59 Uhr

"Heiliger Zorn der Widerstandsgruppen!" Immer so marialisch und das nach der Blamage von Teheran!

B
Burchard Neumaier antwortete am
03.08.202418:00 Uhr

"martialisch" soll es heißen.

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