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Frauenfußball

Pressestimmen zum EM-Finale: „Deutschland fühlt sich benachteiligt – wie 1966!“

Die Engländerinnen holten den ersten großen Titel ihrer Geschichte.

Die Engländerinnen holten den ersten großen Titel ihrer Geschichte.

Während die englische Presse den historischen Triumph ihrer „Lioness“ feiert, fühlt sich Deutschland – wieder einmal in Wembley – um den Titel betrogen.

Montag, 01.08.2022, 08:40 Uhr

Die deutschen Fußballerinnen haben ihren neunten Triumph bei einer Europameisterschaft verpasst. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg verlor am Sonntag das Endspiel gegen England im Londoner Wembley-Stadion ohne die verletzt fehlende Kapitänin Alexandra Popp mit 1:2 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. Dazu schreibt die internationale Presse:

Deutschland

"Bild"-Zeitung: "Wieder Wembley! Klarer Handelfer verweigert! Sogar mit Video-Beweis werden wir betrogen. Wir weinen mit Euch!"

"Spiegel online": "Diese Tränen werden trocknen. Sie haben gespielt, gekämpft, Rückschläge verdaut – und verloren. Doch für die deutschen Fußballerinnen kann es künftig als Team noch viel weitergehen. England indes feiert eine Trainerin mit goldenem Händchen."

Großbritannien

„Daily Mail“: „Das wilde EM-Finale hat gezeigt, dass Frauenfußball keine zahmere und sanftere Version des Spiels ist. So viel harte Arbeit und Aufopferung haben sich in zwei glorreichen (und knochenharten) Stunden ausgezahlt.“

„The Sun“: „It’s come home! (Er ist nach Hause gekommen!) Englands Löwinnen brüllen voller Stolz, während sie ihren geschichtsträchtigen Triumph bei der EM 2022 feiern.“

„The Telegraph“: „Der tiefste Schmerz in Englands Sportseele ist getilgt. Und es ist eine Befreiung, die von Frauen vollbracht wurde - inmitten von Szenen reinsten Freudentaumels. (...) Dies ist ein Sport, der Frauen in England ein halbes Jahrhundert lang offiziell untersagt war. Noch in den 90er-Jahren wurde der Frauenfußball in der Fleet Street als „ein Spiel, das nur einvernehmlich von Erwachsenen im privaten Rahmen gespielt werden sollte“ verhöhnt. (...) Doch heute hat sich Optimismus über Kurzsichtigkeit und Verachtung hinweggesetzt. Es ist eine Lektion (...): Stelle Frauen in den Vordergrund und sieh zu, wie sie in die Höhe schnellen.“

„The Times“: „Die Fans sangen vom „Fußball, der nach Hause kommt“, und England musste eine Mannschaft besiegen, die für ihre Widerstandsfähigkeit bekannt ist und deren Vertreter sich ihnen in der Vergangenheit so oft in den Weg gestellt haben. Aber England hat die unaufhörliche Bewährungsprobe durch Deutschland bewältigt. Sie wurden ihren Erwartungen gerecht. Sie gingen in Führung, verloren sie und bewiesen dann ihren Charakter, indem sie sie zurückgewannen. Das machte ihre Leistung noch bedeutender, weil es Deutschland war.“

Frankreich

„L’Equipe“: „England beendet seinen Fluch mit Gewinn der Frauen-EM“

„Le Figaro“: „Sarina Wiegman wurde nicht umsonst zur besten FIFA-Trainerin des Jahres 2017 und 2020 gewählt. Fünf Jahre nach dem Gewinn der Europameisterschaft am Steuer der Niederlande behielt die Niederländerin ihre Krone, diesmal aber mit England.“

„Libération“: „Die Engländerinnen beherrschen den Alten Kontinent“

Spanien

„Marca“: „Es war ihre Europameisterschaft und sie durften nicht scheitern. England wollte debütieren und tat es im großen Stil, mit einem brechend vollen Wembley und gegen ein Deutschland, das nicht wusste, wie es ist, ein Finale zu verlieren.“

„La Vanguardia“: „England hat sein Traumziel erreicht. Nicht einmal die besten Drehbuchautoren hätten so eine perfekte Geschichte schreiben können.“

Österreich

„Kronen Zeitung“: „Europameister! England feiert heißes Sommermärchen“

„Kurier“: „England erfüllt sich den großen EM-Traum“

Schweiz

„Blick“: „England ist Europameister! Joker Chloe Kelly entscheidet vor der Rekordkulisse von 87 192 Fans in der Verlängerung das Final-Spektakel im Londoner Wembley. Deutschland fühlt sich benachteiligt - wie 1966!“

Schweden

„Aftonbladet“: „Fußball ist ein einfacher Sport. 22 Spielerinnen versuchen, in 90 oder 120 Minuten die meisten Bälle ins jeweilige Tor zu schießen. Am Ende gewinnt die Mannschaft, die währenddessen die wenigsten Probleme, die besten Spielerinnen auf der Bank und die beste Trainerin an der Seitenlinie hat. Nach vielem Wenn und Aber ist das England.“ (dpa)

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