Konflikt

Ein Polizist aus dem Kosovo sichert das Gelände nach den schweren Kämpfen zwischen serbischen Paramilitärs und kosovarischen Polizisten.

Ein Polizist aus dem Kosovo sichert das Gelände nach den schweren Kämpfen zwischen serbischen Paramilitärs und kosovarischen Polizisten.

Ende September hatte ein schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp kosovarische Polizisten angegriffen. Der Anführer konnte jetzt geschnappt werden. Wie geht es weiter?

03.10.2023, 19:25 Uhr

Der Initiator des jüngsten Überfalls serbischer Paramilitärs auf kosovarische Polizisten, Milan Radoicic, ist vorläufig für 48 Stunden festgenommen worden. Das teilte das serbische Innenministerium in Belgrad mit.

Der kosovo-serbische Geschäftsmann und Politiker Radoicic hatte sich Tage zuvor öffentlich bekannt, Urheber der Gewaltakte zu sein. Nun soll ein Gericht entscheiden, ob Radoicic für 30 Tage in Untersuchungshaft kommt. Welche Straftaten ihm vorgeworfen werden, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Die Straftaten

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn krimineller Handlungen im Zusammenhang mit der illegalen Herstellung explosiver Stoffe sowie dem Besitz, Tragen und Verkauf von Schusswaffen. Ihm würden außerdem schwere Verstöße gegen die allgemeine Sicherheit zur Last gelegt, berichtete die serbische Nachrichtenagentur Tanjug.

Bei der Vernehmung habe der Verdächtige bestritten, diese Straftaten begangen zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Tage zuvor hatte sich Radoicic allerdings öffentlich als Rädelsführer der Aktion in Banjska bekannt.

Serbischer Kommandotrupp verschärfte Spannungen

Zuvor hatten die USA mit Nachdruck verlangt, dass die Verantwortlichen für die Gewalt zur Rechenschaft gezogen werden. Am 24. September hatte ein 30-köpfiger, schwer bewaffneter serbischer Kommandotrupp in der Ortschaft Banjska bei Mitrovica im Nordkosovo kosovarische Polizisten angegriffen. Dabei wurden drei serbische Angreifer sowie ein kosovarischer Polizist getötet.

Dies verschärfte die Spannungen zwischen dem Kosovo und Serbien. Die kosovarische Führung warf Belgrad vor, hinter Radoicic' Aktion zu stecken. Dieser beteuerte, auf eigene Faust gehandelt zu haben. Das Kosovo und die USA warfen Serbien vor, die Militärpräsenz an der Grenze zum Kosovo verstärkt zu haben. Belgrad bestritt dies.

Am Montag hatte Kosovos Ministerpräsident Albin Kurti zudem erklärt, die serbische Paramilitärs hätten vor ihrem Überfall in Banjska auf serbischem Territorium trainiert. Er postete beim Kurznachrichtendienst Plattform X (vormals Twitter) auch Drohnenaufnahmen, die diese Übungen zeigen sollen. Die Drohnenaufnahmen hätten die serbischen Aggressoren selber gemacht und Kosovos Polizei habe diese zusammen mit Waffen sichergestellt.

Serbiens ehemalige Provinz Kosovo hatte sich 2008 nach einem blutigen Krieg für unabhängig erklärt. Serbien erkennt dies nicht an.

© dpa-infocom, dpa:231003-99-428195/3

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Deutscher stirbt bei Tauchausflug in Italien

Ein Ausflug hinaus aufs Meer, wie so viele jetzt im Sommer. Im Wasser erleidet ein 61 Jahre alter Taucher jedoch einen Schwächeanfall. Er wird noch an Land gebracht - aber zu spät.

Linnemann macht’s nun doch

„Einfach mal machen“ ist die Losung von Carsten Linnemann. Als ihm das erste Mal ein Ministerposten angeboten wurde, wollte er es aber nicht machen. Jetzt hat ihn der Kanzler wohl doch rumgekriegt.

Nina Warken vor Wechsel ins Zentrum der Macht

Die Juristin war vor ihrer Zeit als Gesundheitsministerin öffentlich kaum bekannt. Nun rückt sie Medienberichten zufolge in eine noch wichtigere Führungsposition an der Seite des Kanzlers.

Merz schnürt großes Personalpaket

Thorsten Frei, Nina Warken, Carsten Linnemann, Franziska Hoppermann und Philipp Amthor: Sie alle haben ihren Platz auf dem Personalkarussell von Kanzler Friedrich Merz.