Rekordgewinn - aber niedrige Schäden machen Munich Re Sorgen
Die Munich Re versichert hauptsächlich andere Versicherer - und kämpft mit den speziellen Tücken ihres Geschäfts. (Archiv) Foto: Peter Kneffel/dpa
Es klingt paradox: Für Versicherungen sind niedrige Schäden kein Grund zur Freude. 2025 richteten Naturkatastrophen vergleichsweise wenig Verwüstungen an. Die Munich Re kämpft mit den Folgen.
München. Der Rückversicherer Munich Re hat nach einem Spitzenergebnis und niedrigen Naturkatastrophenschäden 2025 nun mit deren Folgen zu kämpfen: Die Preise in der Rückversicherung sind zu Jahresbeginn zurückgegangen, der Münchner Dax-Konzern hat sein Neugeschäft im Januar deswegen stark zurückgefahren. Dennoch bleibt der neue Vorstandschef Christoph Jurecka beim Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro für dieses Jahr.
Ohne Dollar-Schwäche wäre das Ergebnis noch besser ausgefallen
Das vergangene Jahr lief in fast jeder Hinsicht gut: Die Versicherungsumsätze des Konzerns mit seinen knapp 44.000 Mitarbeitern sanken zwar leicht von 60,8 auf 60,4 Milliarden Euro. Doch der Nettogewinn stieg im Vergleich zu 2024 um 7,6 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro, und war zudem 100 Millionen höher als vor einem Jahr in Aussicht gestellt.
Doch traf der schwache Dollar auch die Münchner Rück: Das Währungsergebnis war mit minus 1,4 Milliarden Euro negativ. Dennoch übertraf das Unternehmen zum fünften Mal in Folge die eigene Prognose, wie Jurecka bei der Jahrespressekonferenz sagte. Die Dividende für die Aktionäre soll deswegen sehr kräftig um 20 Prozent auf 24 Euro je Aktie erhöht werden.
Niedrige Naturkatastrophenschäden helfen ...
Hauptgeschäft des Konzerns ist die Absicherung anderer Versicherer, daneben steht die Düsseldorfer Ergo als Erstversicherungstochter, die ihren Gewinn um gut 13 Prozent auf 917 Millionen Euro steigerte. Die Rückversicherung als ungleich größeres Geschäftsfeld steuerte 5,2 Milliarden Euro zum Nettogewinn bei - 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Dabei halfen die niedrigen Naturkatastrophenschäden ganz erheblich: Diese waren mit 887 Millionen Euro weniger als halb so hoch wie die 1,9 Milliarden des Jahres 2024. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass im vergangenen Jahr kein Hurrikan die US-Ostküste traf. Nordamerika ist seit jeher die Weltregion mit den im Schnitt höchsten Naturkatastrophenschäden.
... doch haben unerfreuliche Folgen
Doch niedrige Schäden haben in der Regel negative Folgen für Versicherer: Die Bereitschaft der Kunden sinkt, für Versicherungen viel Geld auszugeben. Bei der Erneuerungsrunde der Rückversicherung im Januar gingen die Preise um 2,5 Prozent zurück. Um die Rendite hoch und die Risiken im Griff zu behalten, schloss die Munich Re weniger Verträge ab. Deren Volumen sank um knapp 8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro.