Zähl Pixel
Maschinenring

TSchneechaos: Hilfe für den Hamburger Hafen kommt aus dem Landkreis Stade

Landwirte aus dem Landkreis Stade haben über den Maschinenring einen besonderen Auftrag im Ausnahmezustand durch Schnee ausgeführt.

Landwirte aus dem Landkreis Stade haben über den Maschinenring einen besonderen Auftrag im Ausnahmezustand durch Schnee ausgeführt. Foto: Privat

Das war so viel Schnee, dass in Hamburg zeitweise gar nichts mehr ging. Auch der Hafen hatte große Probleme. Hilfe, um großen Schaden abzuwenden, kam aus dem Kreis Stade.

author
Von Miriam Fehlbus
Montag, 12.01.2026, 17:50 Uhr

Geest. Der Anruf kam kurzfristig und mit besonderer Dringlichkeit: Schneechaos im Hamburger Hafengebiet. Binnen weniger Stunden stellte der Maschinenring Stade einen 24-Stunden-Räumdienst auf die Beine. So konnte das Containerterminal Eurogate freigeräumt werden. Hier musste der Betrieb aufgrund der Schneemassen zwischenzeitlich komplett eingestellt werden.

Containerumschlag in Hamburg kam zum Erliegen

Landwirte und Lohnunternehmer übernahmen mit bis zu 40 Fahrzeugen in der Spitze die Räumarbeiten im Hamburger Hafengebiet. Im Schichtsystem ging es rund um die Uhr. Der Schnee musste aufgeladen und aus den Ladebereichen der Container abgefahren werden.

Hier ging beim Transport der Container nichts mehr: Gut 40 Landwirte aus dem Landkreis Stade haben zuletzt im Hamburger Hafen Schnee geräumt.

Hier ging beim Transport der Container nichts mehr: Gut 40 Landwirte aus dem Landkreis Stade haben zuletzt im Hamburger Hafen Schnee geräumt. Foto: Privat

Das Konzept für den Räumdienst brachten die Schlepperfahrer mit. Vor Ort war keiner mehr, der sich an solche Schneemassen erinnern konnte. Am Ende war alles freigeräumt. Hamburg ist, gemessen am Containerumschlag, nach Rotterdam und Antwerpen der drittgrößte Hafen Europas. Der tägliche Umsatz liegt laut offiziellen Zahlen im Millionenbereich. Stillstand ist da teuer.

Im Räumdienst an Elbe Klinikum, Baumarkt, Kindergärten

„Die Wetterlage in der letzten Woche hat uns gezeigt, wie notwendig unsere Dienstleister sind“, sagte Maschinenring-Geschäftsführer Ole Christiansen. Und nicht nur im Hamburger Hafen waren die sonst hauptsächlich landwirtschaftlich genutzten Fahrzeuge mit Schneeräumschild unterwegs.

Nicht nur die Straßenmeistereien, sondern auch viele Landwirte haben in den vergangenen Tagen Parkplätze wie hier in Harsefeld und sogar den Hamburger Hafen geräumt.

Nicht nur die Straßenmeistereien, sondern auch viele Landwirte haben in den vergangenen Tagen Parkplätze wie hier in Harsefeld und sogar den Hamburger Hafen geräumt. Foto: Privat

Im Auftrag geräumt wurden durch den Maschinenring Stade etwa Parkplätze und Zufahrten am Elbe Klinikum in Buxtehude, an einem Baumarkt in Stade, auf Parkplätzen rund um Schulen, Sporthallen, Kindergärten und an den Feuerwehrgerätehäusern in Apensen.

„Wir übernehmen mittlerweile mit Hilfe unserer Partner sehr viele Parkplätze, viele Betriebsgelände, Zuwegungen, Landes- und Bundesstraßen in Zusammenarbeit mit den Straßenmeistereien“, so Ole Christiansen. Partner sind landwirtschaftliche Lohnunternehmen und Landwirte, die mit ihrer Technik im Auftrag des Maschinenrings unterwegs sind.

Kurze Wege beim Räumdienst seit 20 Jahren

Der Maschinenring Stade wurde 1962 gegründet. Er ermöglicht die überbetriebliche Maschinennutzung sowie die Betriebshilfe. In den Wintermonaten gehen viele Maschinen nicht auf den Acker, sondern bei Bedarf in den Winterdienst, vor allem im Landkreis Stade. Hier ist der Maschinenring bereits seit 20 Jahren im Einsatz. Kurze Wege, auch in den ländlichen Gebieten, ermöglichen eine schnelle Räumung der Straßen bis in die abgelegensten Winkel des Landkreises.

Wertschätzung: Auch auf Straßen und Plätzen im Einsatz

Für den Maschinenring und besonders die Landwirte, die in den vergangenen Tagen Straßen und Plätze geräumt haben, dürfte es beim Einsatz für Kommunen und Bürger auch um das Thema Anerkennung gehen. In Gesellschaft und Politik sahen sie sich zuletzt Kritik für ihren Protest ausgesetzt. „Gerade aktuell herrscht in der Landwirtschaft aufgrund des Mercosur-Abkommens eine sehr große Unzufriedenheit“, erklärt Wencke Bardenhagen vom Maschinenring.

Hintergrund: Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay soll Zölle und Handelsbarrieren weitgehend abbauen. Die Landwirte befürchten, dass Regelungen zu Antibiotikaeinsatz, Tierwohl und Pflanzenschutz nicht im gleichen Maße gelten, es zu einem Preisverfall ihrer unter europäischen Standards hergestellten Produkte kommen könnte. „Gerade die Wetterlage in der letzten Woche hat noch einmal gezeigt, dass unserer Landwirtschaft mehr Wertschätzung verdient hat“, sagt Ole Christiansen.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Der Schnee wird aufgeladen und zu Sammelplätzen gefahren.

Der Schnee wird aufgeladen und zu Sammelplätzen gefahren. Foto: Privat

H
Helmut Jungclaus
12.01.202620:20 Uhr

Sorry, hier wird einmal wieder pauschal auf irgendetwas drauf geschlagen:

1) jeder darf gern (muss sogar) vor der eigen Nase kehren ! jeder Grundstückseigentümer räumt den Gehweg frei bzw. 1,5 m der der Strasse, dann hätten wir gar kein Problem
2) die Kommune kehrt für Euch, aber das kostet
3) das hier - Maschinenring - ist ein privates Unternehmen, das für privates Unternehmen eine Auftrag erledigt, wo ist da der Zusammenhang mit nicht geräumten Straßen und Gehwegen? gar nicht !!!!

Fazit:

wenn jeder sich bei besonderem Wetter an die eigene Nase fasst und vor der eigenen Haustür kehrt, sind alle zufrieden.

Anmerkung:
Leider wird nur noch gemeckert, anstatt anzupacken, manchmal war früher doch alles besser !

A
Anna Koslowski
12.01.202618:43 Uhr

Ist ja verständlich! Die Hamburger bekommen nix mehr gebacken und die Stader springen sofort. Hier ist in den Wohngebieten weder geräumt, noch gestreut und alle freien Kapazitäten weder gegen Einwurf kleiner Münzen zum Räumen ins Umland geschickt! Vielen Dank auch, sollen die Stader doch ruhig alle auf Allerwertesten fallen. Die steuerzahlenden Bürger werden nur tagtäglich aufgefordert vor der eigenen Haustür zu räumen.

H
Henry Böcker antwortete am
12.01.202619:58 Uhr

Stimmt, Frau Koslowski!
Mit dem Fahrrad kann man auf den nicht geräumten Straßen in den Wohngebieten nicht fahren und auf den zumeist vorbildlich geräumten Fußwegen ist es verborten.
Fahrradfreundliche Stadt? Mitnichten. Das war früher bei Eis und Schnee wesentlich besser und zufriedenstellend organisiert.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel