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Umgang mit Erderwärmung

Schneider will Grundgesetz für Hitzeschutz ändern

Der Bund soll einfacher Geld ausgeben dürfen für den Schutz vor zunehmender Hitze, sagt Carsten Schneider.

Der Bund soll einfacher Geld ausgeben dürfen für den Schutz vor zunehmender Hitze, sagt Carsten Schneider. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Der Bundesumweltminister will dem Bund mehr Handlungsspielraum beim Umgang mit steigenden Temperaturen geben. Der Weg dahin wäre aber gar nicht so einfach.

Von dpa 12.08.2026, 13:00 Uhr
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Berlin. Die Zuständigkeit für den Umgang mit steigenden Temperaturen soll nach dem Willen von Bundesumweltminister Carsten Schneider eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen werden. „Ich halte es für zwingend notwendig“, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Er werde im zweiten Halbjahr einen Vorschlag machen, wie das Grundgesetz entsprechend angepasst werden sollte. 

Dauerhafte Förderung derzeit kaum möglich

„Ich möchte, dass wir im Grundgesetz eine Möglichkeit schaffen, dass der Bund eine Kompetenz für Handlung, Taten, aber auch Ausgaben hat. Das haben wir bisher nicht“, sagte Schneider. Derzeit könne der Bund Anpassungsmaßnahmen wie etwa Klimaanlagen oder die Schaffung von mehr Schatten nur sehr schwer als Modellprojekte finanzieren. 

Für die nötige Grundgesetzänderung braucht es allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag und damit die Unterstützung der Linken, mit der die Union nicht zusammenarbeiten möchte. Schneider sieht „eine harte Auseinandersetzung“ voraus. „Das Grundgesetz ändern Sie nicht jeden Tag einmal.“

In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD vereinbart, diese Einführung einer sogenannten Gemeinschaftsaufgabe in dem Bereich zu prüfen. 

Patientenschützer pflichtet Schneider bei

Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille äußerte sich nicht klar zur Frage, wie Kanzler Friedrich Merz (CDU) zu einer möglichen Grundgesetzänderung steht. Generell seien Klimaschutz und Klimaanpassung wichtige Themen, die man aber nur angehen könne, wenn auch der Wohlstand gewährleistet sei. Zur Grundgesetzänderung sagte er, er werbe dafür, nicht „diese formale Frage“ zur zentralen zu machen.

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sprang Schneider hingegen zur Seite. „Eine Grundgesetzänderung ist die Lösung, um die 5,8 Millionen Krankenhauspatienten und 800.000 Pflegeheimbewohner in den Sommermonaten vor extremen Temperaturen zu schützen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Damit können 30 Milliarden Euro für solarstrombetriebene Klimaanlagen in Pflegeheimen und Krankenhäusern freigegeben werden.“ 

Die nötige Verfassungsänderung müsse schon in der ersten Sitzungswoche des Bundestags nach der Sommerpause Anfang September beschlossen werden, verlangte Brysch. „Bleibt zu hoffen, dass beim Hitzeschutz der Schwächsten Fraktionsgrenzen keine Rolle spielen.“

Schneider: Mangelnder Klimaschutz schadet der Wirtschaft

Umweltminister Schneider betonte, die Unterstützung von Menschen angesichts der Erderwärmung sei auch eine soziale Frage. Menschen mit geringem Einkommen oder vulnerable Gruppen hätten im Zweifel eine schlechter gedämmte oder gekühlte Wohnung, keinen Garten und weniger Wohnraum.

Zum Verhältnis von Klimaschutz und Wirtschaft sagte Schneider: „Jeder, der bisher behauptet hat, Klimaschutz schadet der Wirtschaft, erlebt heute, dass kein vorhandener Klimaschutz der Wirtschaft schadet. Jeder Tag kostet 500 Millionen Euro, fast eine halbe Milliarde geringere Wirtschaftsleistung“, betonte der Minister.

J
Jochen Mextorf
13.08.202608:24 Uhr

Zugleich gehört der Hinweis ins GG, dass Kohlenstoffdioxid nicht die Ursache für die Klima-Probleme ist. Und CO2-Steuer grundgesetzwidrig ist.

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