TSchulprojekt in Afrika: Wie ein Stader Kindern in Kenia hilft
Edwin Meppelink hilft Schülern in Kenia. Foto: Meppelink
Edwin Meppelink aus Stade unterstützt eine Privatschule in Kenia. Doch der Begriff trügt: Dort lernen die Kinder der Ärmsten, die Zustände sind kaum vorstellbar.
Stade. „Schon meine Mutter in Holland hat auf Sri Lanka Hilfsprojekte für Kinder unterstützt. Mein Bruder und ich mussten dafür früher von unserem Taschengeld immer einen kleinen Betrag abgeben“, erzählt Edwin Meppelink. Der 56-jährige Holländer lebt mittlerweile in Stade, war bis vor kurzem beruflich als IT-Spezialist bei dem deutschen Softwarekonzern SAP tätig und ist seit Juli im Vorruhestand. Auch er wollte einen Beitrag für Kinder leisten, die dringend Unterstützung benötigen.
Die kleine Mary und die anderen Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren erhalten in der Schule eine warme Mahlzeit. Foto: Meppelink
Im Internet stieß Meppelink auf eine Organisation, die den Kontakt zu Hilfsprojekten auf der ganzen Welt vermittelt. Er entschied sich für eine Schule in Kenia, wo die Zustände ihn besonders berührten. Bei der Primary School of Kenia handelt es sich um eine Privatschule für Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren, darunter auch Schüler mit Beeinträchtigungen.
„Im Gegensatz zu unseren Privatschulen in Deutschland ist die Privatschule in Kenia für Kinder gedacht, deren Eltern kein Schulgeld zahlen können. In der Schule erhalten die Kinder neben dem Unterricht auch Essen und Kleidung, was alles aus Spenden finanziert wird“, sagt Meppelink.
Erste Spendensammlung beim Flohmarkt in Helmste
Beim Flohmarkt in Helmste warb Meppelink erstmals an einem Stand für das Schulprojekt und sammelte Spenden. Vergangenes Jahr im September fuhr der Stader dann nach Kenia, um sich vor Ort ein Bild zu machen und mit Spendengeldern in Höhe von 2000 Euro zu helfen. Dort lernte er den Schulleiter kennen.
Sylvester Kalenga ist seit 15 Jahren der Besitzer der Privatschule. Er will Kindern aus armen Verhältnissen zu einer besseren Zukunft zu verhelfen. „Zwischen uns stimmte sofort die Chemie und wir haben uns angefreundet“, erzählt Meppelink. „Aber auch die Freude der Kinder und ihre unglaubliche Dankbarkeit haben mich dazu inspiriert, die Schule weiterhin zu unterstützen.“
In den zwei Wochen seines Aufenthalts gab es viel zu tun. Die Toilettenanlagen mussten dringend erneuert werden, die lediglich ein Loch ohne Becken und Türen waren. „Für die Schüler bietet die Schule die einzige Möglichkeit, eine Toilette zu benutzen, da etliche Familien zu Hause keine haben“, schildert Meppelink die Situation in dem kleinen Dorf in der Nähe von Malindi, etwa 100 Kilometer nördlich von Mombasa.
Ein Fußball aus alten Socken
Mit Spendengeldern wurden neue Toiletten und ein Waschbecken gekauft und mit Hilfe der Dorfbewohner installiert. Nach der Renovierung war noch etwas Geld übrig. „Wir haben daher noch Öfen für die Küche gebaut, da bislang auf offener Feuerstelle gekocht wurde und der Raum schon Schwarz von dem Ruß war“, schildert Meppelink. „Mit 2000 Euro kann man in Kenia so viel machen.“

Die neue Kochstelle - funktionaler und gesünder als die bisherige Feuerstelle auf dem Fußboden Foto: Meppelink
Im Juli war der Stader zum zweiten Mal vor Ort. Diesmal half er, einen Klassenraum mit Schultischen auszustatten. Auch Schulmaterial wurde benötigt und die Schultafel musste ausgebessert werden. Besonders rührte Meppelink bereits bei seinem ersten Besuch in Kenia, dass die Kinder zum Fußballspielen einen Ball benutzen, den sie aus alten Socken zusammengebunden hatten, weil sie keinen hatten.

Ein Knäuel aus alten Socken diente als Fußball. Foto: Meppelink
„Mein Sohn gab mir den Tipp, den Kindern Bälle mitzubringen, über die sich auch riesig freuten.“ Inzwischen hat der Stader auch Volleybälle mit Pumpen nach Kenia geschickt, und die Kinder veranstalten jetzt sogar Turniere. Auch über alte Trikots und ein Netz für das Fußballtor würden sich die Kinder bestimmt riesig freuen, weiß Meppelink.
„Ich bin jetzt etwas über ein Jahr dabei und noch ganz am Anfang“, resümiert der 56-Jährige. Auf Flohmärkten und Festen möchte er weiter Spenden sammeln und für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Denn der Stader hat noch Pläne, wie etwa die Internetnutzung und Laptops für die Schüler zu ermöglichen, damit sie sich weiterbilden können.

Edwin Meppelink hat eine Internetseite für das Schulprojekt eingerichtet. Foto: Laudien
„Ich bin regelmäßig im Kontakt mit dem Schulleiter und mittlerweile sind es schon 250 Kinder, die dort Bildung und Verpflegung erhalten“, sagt Meppelink. Die Schule hat Kapazitäten für bis zu 300 Kinder, danach müsste das Gebäude erweitert werden. Meppelink hat die Website www.visionprimaryschoolkenya.com erstellt, auf der neben Informationen auch ein Spendenkonto angegeben ist.
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