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Textildiscounter

So groß fällt das Ladensterben bei Kik aus

Der Textildiscounter Kik will seine Wettbewerbsfähigkeit steigern und dafür auch unrentable Filialen schließen.

Der Textildiscounter Kik will seine Wettbewerbsfähigkeit steigern und dafür auch unrentable Filialen schließen. Foto: Guido Kirchner/dpa

Unrentable Filialen sollen weg, das Ausmaß der Schließungen blieb bislang im Geheimen - bis jetzt.

Von Redaktion Mittwoch, 18.02.2026, 15:10 Uhr

Nordenham/Bönen. Kik steckt mitten in einer umfassenden Neuausrichtung und zieht dafür einige harte Konsequenzen. Der Textildiscounter macht im ersten Quartal 2026 rund 50 Filialen in Europa dicht, viele davon in Deutschland.

Von den 50 Schließungen entfallen 25 Filialen auf den deutschen Markt. Welche Läden es konkret sind, wird von Unternehmensseite nicht mitgeteilt. Jedoch lassen sich online bereits einige Hinweise finden. So verlässt Kik die Fußgängerzone in Nordenham (Kreis Wesermarsch), wo es noch eine weitere Filiale in einem Einkaufscenter gibt. Auch im niedersächsischen Twistringen (Kreis Diepholz) schließt Kik. Das berichtet Kreiszeitung.de.

Das war’s: Ende des Monats gehen in der Kik-Filiale in der Fußgängerzone in Nordenham die Lichter aus.

Das war’s: Ende des Monats gehen in der Kik-Filiale in der Fußgängerzone in Nordenham die Lichter aus. Foto: Glückselig

Gleichzeitig plant Kik neun Neueröffnungen, darunter einen Standort hierzulande. Damit fällt der Einschnitt kleiner aus als befürchtet, denn zuletzt waren Berichte über bis zu 400 bedrohte Filialen im Umlauf. Dennoch bleibt offen, wie viele Märkte langfristig überleben.

Kürzere Öffnungszeiten sollen Kosten senken

Trotz erster Maßnahmen sieht die Lage für viele Filialen weiterhin schwierig aus. Branchenangaben zufolge schreiben europaweit rund 400 Standorte Verluste, in Deutschland sollen es etwa 170 sein.

Kik äußert sich dazu zurückhaltend. Zwar konnten einige Mietverträge verbessert werden, doch grundsätzlich bleibt der Kostendruck hoch.

Neben der Schließung einzelner Filialen setzt der Textildiscounter auf reduzierte Öffnungszeiten. Beschäftigte berichten, dass einige Märkte morgens später öffnen als bisher. Je nach Region könnten bis zu Dreiviertel der Filialen von Anpassungen betroffen sein.

Kommt es zu Schließungen, will Kik den betroffenen Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung ermöglichen. Dies geht aus einer Stellungnahme hervor, die das zum Tengelmann-Konzern gehörende Unternehmen im nordrhein-westfälischen Bönen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur veröffentlichte.

Kik hat in 14 Ländern Europas rund 4.200 Filialen, 2.400 davon allein in Deutschland. Von den insgesamt rund 32.000 Beschäftigten arbeiten etwa 19.000 in Deutschland, davon über 1.000 in der Zentrale.

Kik (Abkürzung für „Kunde ist König“) wurde 1994 gegründet. Neben Kleidung verkauft der Discounter auch Haushaltsartikel, Heimtextilien, Party- und Geschenkartikel, Spielwaren und Dekoartikel. (fk/tip/dpa)

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