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Folgen Klimawandel

Starkregen flutet Hamburg immer öfter - Suche nach Lösungen

Autos kämpfen sich im Stadtteil Eppendorf nach  Starkregen durch die überfluteten Straßen. Foto: Heimken/dpa

Autos kämpfen sich im Stadtteil Eppendorf nach  Starkregen durch die überfluteten Straßen. Foto: Heimken/dpa

In Hamburg kommt es immer häufiger zu Starkregen, zugleich gibt es aber auch mehr Hitzetage und mehr Dürre – das sind Erkenntnisse des ersten Hamburger Regenreports, den der städtische Versorger Hamburg Wasser jetzt vorgelegt hat.

Von Markus Lorenz Dienstag, 14.12.2021, 07:01 Uhr

In den vergangenen gut 50 Jahren habe sich die Anzahl der jährlichen Starkregenereignisse fast verdoppelt, hieß es. Tendenz: weiterhin leicht steigend. In der Folge nimmt auch die Gefahr von Überschwemmungen zu. Als Ursache der Entwicklung sieht Hamburg Wasser vor allem Klimaveränderungen infolge der menschengemachten Erderwärmung. Klimaforscher Mojib Latif bestätigte dies bei der Vorstellung des Regenreports: „Der Klimawandel ist längst in Hamburg spürbar.“

Im sogenannten hydrologischen Jahr 2020/2021 (November bis Oktober) registrierte Hamburg Wasser insgesamt elf Starkregenereignisse, also Güsse mit mehr als 14 Litern Niederschlag pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 22 Litern in sechs Stunden. Vier der Ereignisse stuften die Experten als „außergewöhnlichen Starkregen“ ein, eines als „extremen“. Allesamt ereigneten sie sich in den Sommermonaten Juli bis September.

Die Angaben basieren auf Messdaten des Netzes von 36 eigenen Regenschreibern, die Hamburg Wasser im Stadtgebiet und im Umland nutzt.

Gefahr von Überschwemmungen steigt

Die Schwerpunkte der Sturzfluten lagen 2021 in den nördlichen Stadtteilen Poppenbüttel, Sasel und Wellingsbüttel. „Das ist aber reiner Zufall“, stellte Christian Günter klar, Leiter Kunden- und Systementwicklung von Hamburg Wasser. „Das Wettersystem ist chaotisch. Starkregen kann es auch in jedem anderen Stadtteil geben.“

Doch es regnet nicht nur mehr als früher, sondern zeitweise auch weniger. Wie extrem die Bandbreite des Niederschlagsgeschehens inzwischen ist, belegen die ungewöhnlich trockenen Monate November 2020 und Februar 2021. Diesen standen die sehr nassen Monate Mai und August gegenüber, in denen rund die Hälfte mehr Niederschlag fiel als im langjährigen Mittel.

Weil die wachsende Stadt immer mehr baut und Flächen versiegelt, nimmt die Gefahr von Überschwemmungen noch weiter zu. Ein Gegenmittel ist der beabsichtigte Umbau Hamburgs zur „Schwammstadt“: Regenwasser soll – wo immer möglich – zwischengespeichert werden, um die Kanalisation zu entlasten.

Smarte Gründächer als Lösung?

Dazu sind allerlei neue technische Lösungen gefragt. So wie ein smartes Gründach, das Hamburg Wasser derzeit auf einem Pumpwerk-Schalthaus in Neugraben-Fischbek testet. Das Prinzip: Eine zusätzliche Speicherschicht in der Gründachwanne fängt große Mengen Regenwasser auf. Dieses verdunstet allmählich und schützt bis dahin die Bepflanzung vor Dürre.

Der Clou dabei: Eine Wetter-App steuert das Ventil des Reservoirs. Kündigt das Computerprogramm Starkregen an, entleert sich der Speicher automatisch, um Platz für die neuen Fluten zu schaffen. Hamburg-Wasser-Geschäftsführer Ingo Hannemann: „Das smarte Gründach zeigt modellhaft im Kleinen, wie das Prinzip im Großen funktioniert – und steht schon jetzt dafür, wie die Schwammstadt der Zukunft aussehen kann.

 

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