TTrotz Niederlagen-Serie: „Badgirlz“ geben sich nicht auf
Trotz der 13:36-Niederlage gegen Buxtehude ist die Stimmung gut. Foto: Verein
Die C-Juniorinnen des VfL Horneburg haben bisher jedes Oberliga-Spiel haushoch verloren. Und doch ist die Stimmung gut, berichtet der Trainer. Die jungen Handballerinnen konzentrieren sich halt auf andere Ziele.
Es war eine ungewöhnliche Nachricht, die das TAGEBLATT vor Kurzem erreichte: Seine Mannschaft hat bis dahin jedes Spiel klar verloren, schrieb Boris Möller, mit im Schnitt mehr als 20 Toren Unterschied, und ist abgeschlagen Tabellenletzter. Und trotzdem seien die Spielerinnen „gut gelaunt und fleißig“. Wie kann das sein? Ein Anruf beim Trainer.
Boris Möller trainiert die Mannschaft, in der auch Tochter Maili spielt, seit mehr als drei Jahren. „Die Spielerinnen sind fast alle aus demselben Jahrgang“, sagt er, Jahrgang 2009. Aktuell spielen sie ihre erste C-Jugend-Saison, und das bereits in der Oberliga, der höchsten Spielklasse in Niedersachsen.
Und das kam so: Der VfL Horneburg trat zunächst in der Qualifikation zur Oberliga an, obwohl die Aussichten nicht die besten waren. „Ich bin davon ausgegangen, dass wir das nicht schaffen und in der Landesliga landen“, sagt Möller. Doch weil zu wenige Mannschaften für die Oberliga meldeten, rückte der VfL nach. „Ich dachte nur: Oh, meine kleinen Prinzessinnen werden da ordentlich auf die Mütze bekommen.“
Horneburg fehlt die Erfahrung
Und so kam es. Zum Auftakt gab es ein 12:48 gegen Peine, danach irgendwann ein 16:30 gegen Fredenbeck/Stade und ein 13:36 gegen Buxtehude. Die Bilanz zum Start der Rückrunde: zehn Spiele, zehn Niederlagen, 137:344 Tore. Auf Instagram nennen sich die Horneburgerinnen: „Badgirlz“.
Der VfL Horneburg ist eine der jüngsten Mannschaften in der Oberliga. „Das merkt man nicht nur vom Körperlichen, sondern auch von der Erfahrung“, sagt Möller. „Wir sind schüchtern, gehen noch nicht den letzten Schritt in die Tiefe.“ Die Unterschiede sind groß. Mannschaften wie der Buxtehuder SV seien viel konsequenter in ihren Aktionen, findet Möller. Und doch tritt sein Team kämpferisch auf.
Möller hat den 16 Spielerinnen bereits vor der Saison klargemacht, was auf sie zukommen wird. „Da war bei allen erst mal ein ganz großer Knoten im Kopf und ganz viel Angst und Respekt im Spiel“, sagt er. „Aber das löst sich nach und nach. Man kann zugucken, wie die Spielerinnen besser werden.“ Keine hängenden Köpfe, keine Spur von sinkender Trainingsbeteiligung. Wie zum Beweis verlor der VfL am Sonntag zum Rückrundenauftakt mit „nur“ zehn Toren Unterschied gegen Peine. Zur Erinnerung: Das Hinspiel endete 12:48.
Mannschaft gibt sich nicht auf
Zudem setzt sich die Mannschaft eigene Ziele. Ein Beispiel: Vor dem Auftaktspiel gegen Peine wollte der VfL mindestens zehn Tore werfen und maximal 44 kassieren. Am Ende waren es zwölf Tore und 48 Gegentore - ein Ziel erreicht, eines verfehlt. Der Trainer hält das schriftlich fest. Und das scheint zu helfen: „Die Mädels feiern ihre eigenen Erfolgserlebnisse und rennen selbst dann noch, wenn wir 8:35 hinten liegen“, sagt Möller. Die Ziele werden von Spiel zu Spiel enger gesteckt. Der VfL betrachtet diese Saison als Ausbildungsjahr.
Möller hofft, die Mannschaft zusammenzuhalten. Mit Hilfe einiger Neuzugänge und mit einem Jahr Erfahrung will der VfL in der kommenden Saison wieder in der Oberliga antreten. Möller: „Und dann wollen wir Spiele gewinnen.“