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Vermietung

„Unbewohnbar“: Stade sperrt Horror-Hochhaus im Altländer Viertel

Hochhaus im Altländer Viertel.

Die Stader Stadtverwaltung hat die Nutzung für das Hochhaus in der Grünendeicher Straße untersagt. (Archivfoto) Foto: Stehr

Monatelang mussten die verzweifelten Mieter in Stade ohne Wasser und Heizung ausharren. Jetzt hat die Hansestadt eingegriffen.

Von Redaktion 08.09.2026, 14:49 Uhr
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Stade. Die Haustür ist versiegelt und abgesperrt, das Gebäude leer: Wegen unhaltbarer Zustände hat die Stader Stadtverwaltung am Dienstag im Beisein der Polizei für ein Gebäude im Altländer Viertel die Nutzung untersagt und es gleichzeitig für unbewohnbar erklärt.

„Im Vorfeld hatte eine Bewohnerin des Gebäudes die Stadt darum gebeten, sie aufgrund der unhaltbaren Zustände in dem Haus und ihrer Wohnung in einer Obdachlosenunterkunft unterzubringen“, sagt Stadtsprecher Stephan Voigt. Daraufhin besuchten Ende August Vertreterinnen der Stadtverwaltung die Frau.

Stadt stellt „beißenden Geruch und schwarzen Schimmel“ fest

Bereits beim Betreten des Gebäudes in der Grünendeicher Straße 2 sei den Frauen ein Geruch aufgefallen, der auf Feuchtigkeit und Schimmelbildung hindeutete. „In der Wohnung selbst war schwarzer Schimmel zu sehen, ein beißender Geruch lag in der Luft, fließendes Wasser war nicht vorhanden“, so Voigt.

Wasser- und Schimmelschäden in einer der Wohnungen.

Wasser- und Schimmelschäden in einer der Wohnungen. Foto: Stehr

Die Bewohnerin berichtete, dass sie daher Bad und Toilette von Bekannten in der Nachbarschaft nutzt, teilweise auch auf öffentliche Toiletten ausweicht. Zwei weitere an jenem Tag besuchte Wohnungen boten nach Angaben der Stadt ein ähnlich desolates Bild.

Die MMK Grundbesitz II eGbR aus Ahrensburg ist seit 2025 Eigentümerin der Immobilie Grünendeicher Straße 2. Das TAGEBLATT hatte schon mehrfach über die unhaltbaren Zustände in dem Wohnhaus berichtet.

Stadtrat spricht von „gesundheitsgefährdendem Zustand“

„Aufgrund des gesundheitsgefährdenden Zustands und der menschenunwürdigen Wohnverhältnisse – ohne Wasser- und Heizungsversorgung – haben wir entschieden, die Nutzung des Gebäudes zu untersagen und es für unbewohnbar zu erklären“, so Carsten Brokelmann, Stadtrat der Hansestadt Stade. Die Stadt beruft sich dabei auf die Niedersächsische Bauordnung und das Niedersächsische Wohnraumschutzgesetz.

Innerhalb weniger Tage wurden die verbliebenen Bewohnerinnen und Bewohner in städtischen Obdachlosenunterkünften untergebracht, sodass das Gebäude am Dienstag, 8. September, im Beisein der Polizei von der Bauaufsicht mit Unterstützung der Kommunalen Betriebe Stade abgesperrt werden konnte.

Stade will Wohnraummissbrauch den Kampf ansagen

Die Hansestadt Stade hatte bereits im Sommer angekündigt, gemeinsam mit dem Landkreis Stade und der Polizei ein Konzept zu entwickeln, um Wohnraummissbrauch aufzudecken und dafür zu sorgen, dass die Immobilienbesitzerinnen und -besitzer für ordentliche Wohnverhältnisse sorgen.

„Dafür werden wir weiterhin, wie im hier vorliegenden Fall, auf konkrete Hinweise von Bewohnerinnen und Bewohnern angewiesen sein“, macht Stadtrat Carsten Brokelmann deutlich. Nun wurde die Hansestadt Stade gemeinsam mit der Polizei aktiv, bevor das Konzept vorliegt. Es befindet sich derzeit in Arbeit und soll im Herbst der Politik der Hansestadt Stade vorgestellt werden. (fe/pm)

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H
Hans Stender
08.09.202619:17 Uhr

Schnelle Reaktion unserer tollen Behörden

Ulla Bowe
08.09.202618:58 Uhr

Wenn's doch nur möglich wäre: es müsste die Immobiliengesellschaft aus Ahrensburg enteignet und der Wohnstätte Stade das Areal für die Projektierung eines Neubaus übergeben werden. Dann wäre der Wohnraum in verantwortungsbewussten,seriösen Händen.
Außerdem fürchte ich, daß weitere Wohnhäuser der ehemaligen "Neue Heimat" Gesellschaft in dem Quartier als nächstes auffällig sind.
Gut, daß die Stadt durchgegriffen hat. Aber was ist mit dem großen Eckhaus (ehem.Schiffertors-Apotheke)am Kreisel? Leerstand seit vielen Jahren; verrottet mehr und mehr! Eigentum verpflichtet! Wenn jemand sein Eigentum augenscheinlich verkommen lässt, sollte seitens der Stadt nach Möglichkeiten einer Intervention gesucht werden.
Es ist in Zeiten knappen,bezahlbaren Wohnraums höchst unmoralisch, ein großes Haus mit Potential für einen Neubau für mehrere Wohnparteien, dazu innenstadtnah,an dieser Stelle verkommen zu lassen.
Michael Bowe

J
Jochen Mextorf
08.09.202616:23 Uhr

Höchste Zeit, diese Zustände zu beenden.

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