„Unbewohnbar“: Stade sperrt Horror-Hochhaus im Altländer Viertel
Die Stader Stadtverwaltung hat die Nutzung für das Hochhaus in der Grünendeicher Straße untersagt. (Archivfoto) Foto: Stehr
Monatelang mussten die verzweifelten Mieter in Stade ohne Wasser und Heizung ausharren. Jetzt hat die Hansestadt eingegriffen.
Stade. Die Haustür ist versiegelt und abgesperrt, das Gebäude leer: Wegen unhaltbarer Zustände hat die Stader Stadtverwaltung am Dienstag im Beisein der Polizei für ein Gebäude im Altländer Viertel die Nutzung untersagt und es gleichzeitig für unbewohnbar erklärt.
„Im Vorfeld hatte eine Bewohnerin des Gebäudes die Stadt darum gebeten, sie aufgrund der unhaltbaren Zustände in dem Haus und ihrer Wohnung in einer Obdachlosenunterkunft unterzubringen“, sagt Stadtsprecher Stephan Voigt. Daraufhin besuchten Ende August Vertreterinnen der Stadtverwaltung die Frau.
Stadt stellt „beißenden Geruch und schwarzen Schimmel“ fest
Bereits beim Betreten des Gebäudes in der Grünendeicher Straße 2 sei den Frauen ein Geruch aufgefallen, der auf Feuchtigkeit und Schimmelbildung hindeutete. „In der Wohnung selbst war schwarzer Schimmel zu sehen, ein beißender Geruch lag in der Luft, fließendes Wasser war nicht vorhanden“, so Voigt.

Wasser- und Schimmelschäden in einer der Wohnungen. Foto: Stehr
Die Bewohnerin berichtete, dass sie daher Bad und Toilette von Bekannten in der Nachbarschaft nutzt, teilweise auch auf öffentliche Toiletten ausweicht. Zwei weitere an jenem Tag besuchte Wohnungen boten nach Angaben der Stadt ein ähnlich desolates Bild.
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Die MMK Grundbesitz II eGbR aus Ahrensburg ist seit 2025 Eigentümerin der Immobilie Grünendeicher Straße 2. Das TAGEBLATT hatte schon mehrfach über die unhaltbaren Zustände in dem Wohnhaus berichtet.
Stadtrat spricht von „gesundheitsgefährdendem Zustand“
„Aufgrund des gesundheitsgefährdenden Zustands und der menschenunwürdigen Wohnverhältnisse – ohne Wasser- und Heizungsversorgung – haben wir entschieden, die Nutzung des Gebäudes zu untersagen und es für unbewohnbar zu erklären“, so Carsten Brokelmann, Stadtrat der Hansestadt Stade. Die Stadt beruft sich dabei auf die Niedersächsische Bauordnung und das Niedersächsische Wohnraumschutzgesetz.
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Innerhalb weniger Tage wurden die verbliebenen Bewohnerinnen und Bewohner in städtischen Obdachlosenunterkünften untergebracht, sodass das Gebäude am Dienstag, 8. September, im Beisein der Polizei von der Bauaufsicht mit Unterstützung der Kommunalen Betriebe Stade abgesperrt werden konnte.
Stade will Wohnraummissbrauch den Kampf ansagen
Die Hansestadt Stade hatte bereits im Sommer angekündigt, gemeinsam mit dem Landkreis Stade und der Polizei ein Konzept zu entwickeln, um Wohnraummissbrauch aufzudecken und dafür zu sorgen, dass die Immobilienbesitzerinnen und -besitzer für ordentliche Wohnverhältnisse sorgen.
„Dafür werden wir weiterhin, wie im hier vorliegenden Fall, auf konkrete Hinweise von Bewohnerinnen und Bewohnern angewiesen sein“, macht Stadtrat Carsten Brokelmann deutlich. Nun wurde die Hansestadt Stade gemeinsam mit der Polizei aktiv, bevor das Konzept vorliegt. Es befindet sich derzeit in Arbeit und soll im Herbst der Politik der Hansestadt Stade vorgestellt werden. (fe/pm)
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