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Politik

Wegen Bedrohungen nach Sechsfachmord von Stade: Kurku tritt zurück

Deniz Kurku (SPD) war Niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe. (Archivbild)

Deniz Kurku (SPD) war Niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe. (Archivbild) Foto: Michael Matthey/dpa

Niedersachsens Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe legt sein Ehrenamt nieder. Was die Gewalttat von Stade mit sechs Toten damit zu tun hat und wie der Ministerpräsident reagiert.

Von dpa 04.09.2026, 17:05 Uhr
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Hannover. Niedersachsens Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku (SPD), legt sein Ehrenamt mit sofortiger Wirkung nieder. Als Grund nannte er in einer Mitteilung der Staatskanzlei massive Anfeindungen, Morddrohungen und Falschbehauptungen im Zusammenhang mit der Gewalttat von Stade.

Schwiegermutter fuhr laut Ermittlern den Fluchtwagen

Kurkus Schwiegermutter soll nach Ermittlerangaben den Fluchtwagen des 45-jährigen Mannes gefahren haben, der Ende Juni sechs Beschäftigte der Jugendhilfe in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen haben soll. Dabei ging es um einen Sorgerechtsstreit. Welche Rolle Kurkus Schwiegermutter spielte und ob sie an der Tat beteiligt war, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Kurku erklärte zu seiner Amtsaufgabe, er gehe diesen Schritt nach sorgfältiger Abwägung und zum Schutz des Amtes. Unter den gegebenen Bedingungen könne er es nicht mehr im erforderlichen Maße ausüben. Er beklagte massive Anfeindungen und Drohungen gegen ihn sowie die Verbreitung von Falschbehauptungen in Teilen der Berichterstattung und in sozialen Medien.

Ministerpräsident Lies verurteilt die Anfeindungen

Kurku hatte die familiäre Verbindung nach Bekanntwerden selbst offengelegt. Er erklärte über seinen Anwalt, den Tatverdächtigen und dessen Familie nicht gekannt zu haben, nicht in den Sorgerechtsstreit eingebunden gewesen zu sein und vorab keine Kenntnis von der möglichen Tat gehabt zu haben.

Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) verurteilte die Anfeindungen gegen Kurku.

Die Chronik zum Sechsfachmord

Herabwürdigende Kommentare, Verschwörungsspekulationen und Morddrohungen seien völlig inakzeptabel. „Wenn Hass und Hetze dazu führen, dass engagierte Menschen ihr Ehrenamt niederlegen, ist eine Grenze überschritten“, sagte Lies.

Über Nachfolge will das Kabinett zeitnah entscheiden

Kurku hatte das Ehrenamt im November 2022 übernommen. Über seine Nachfolge will das Kabinett nach Angaben der Staatskanzlei zeitnah entscheiden. Im Hintergrund liefen dazu bereits Gespräche, sagte eine Regierungssprecherin. Anliegen an den Migrationsbeauftragten würden weiterhin im zuständigen Verbindungsbüro bearbeitet.

Am 29. Juni gingen mehrere Notrufe bei der Leitstelle der Polizeidirektion in Lüneburg ein. In dem Gebäude einer Mutter-Kind-Wohngruppe in der Dankersstraße in Stade waren gegen 12.10 Uhr mehrere Schüsse gefallen. Fünf Menschen starben am Tatort, eine sechste Person verstarb im Krankenhaus. Bei den sechs Verstorbenen handele es sich um Mitarbeiter der Einrichtung.

Nach der Bluttat war der Mann mit einem Mercedes AMG geflohen. Der Fluchtwagen ist wenig später an der B73 in Stade-Haddorf von der Polizei gestoppt und sichergestellt worden. Am Steuer des Fahrzeugs saß die Schwiegermutter von Deniz Kurku. (dpa/tom)

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H
Hanne Müller
05.09.202609:47 Uhr

Danke für den Link, aber ich meinte diesen sehr langen Text und keinen Videobericht (der in der Tat der reisserisch ist): https://nius.de/kriminalitaet/akte-stade-enise-sylvia-gazioglu?fbclid=IwY2xjawUE2yBwZG9mAWV4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHvM7S1eeLIjQNdbLWBNUUWMp23W9lpz9R9AvM4dR6w0ABxYBFiDoy2XD2hkG_aem_Yw8xmldZkDd7o1T4PXW50g

Ich sehe es als Aufgabe des Tageblatts, hier ebenfalls zu recherchieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Es dürfte für Presseorgane auch keine Raketenwissenschaft sein, an Ermittlingsakten zu gelangen. Derartige Berichte, die darauf beruhen, finden sich in nahezu allen Medien (unabhängig vom Stader Fall). Medien sind nicht verpflichtet, auf offizielle Abschlussberichte oder Mitteilungen der Staatsanwaltschaft/Polizei zu warten. Sie dürfen und sollen selbst recherchieren, über bekannte Fakten und Verdachtsmomente berichten und das Vorgehen der Behörden kritisch begleiten

S
Stephan Kluge
04.09.202618:16 Uhr

Kurkus Schwiegermutter HAT nach Ermittlerangaben den Fluchtwagen des 45-jährigen Mannes gefahren, der Ende Juni sechs Beschäftigte der Jugendhilfe UND DES JUGENDAMTES in einer Mutter-Kind-Einrichtung ERMORDET HAT!!!

Liebes Tageblattteam bleibt bitte bei den Fakten. Alles andere ist eine Verhöhnung der unschuldigen Opfer dieses Amoklaufs.

J
Janine Vonderbank antwortete am
07.09.202609:47 Uhr

Moin Herr Kluge, wir bleiben bei den Fakten. Mehr zum Thema lesen Sie unter https://www.tageblatt.de/Nachrichten/Mutmasslicher-Sechsfachmord-Die-Unschuldsvermutung-gilt-ueber-den-Tod-hinaus-766109.html. Gruß, TAGEBLATT online

H
Hanne Müller
04.09.202616:00 Uhr

Unwichtiger Nebenkriegsschauplatz... Es wäre wünschenswert, wenn sich das Tageblatt mal den Recherchen von Nius annehmen würde. Ja, ich weiss, Nius ist ganz 'böse', aber das ändert ja nichts daran, daß dort die Tage ein sehr umfangreicher Bericht erschien, der sich vor allem mit der Rolle der beiden Frauen (Kindsmutter und Fahrerin) beschäftigt. Das dort zahlreiche Ermittlingsberichte, Handy- und Bewegungsprotokolle ausgewertet wurden. Stimmt das, was dort steht? Und wenn ja, warum gibt es keine Berichterstattung darüber im Tageblatt? Und falls nicht, warum wird der Beitrag nicht widerlegt. Das wäre jedenfalls gehaltvoller, als eine erneute "Chronik der Ereignisse" oder ob man jetzt "mutmaßlich" oder nicht sagen darf.

C
Cornelius van Lessen antwortete am
04.09.202617:23 Uhr

Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrte Damen und Herren, hier der Link zu NIUS: (https://www.youtube.com/watch?v=sff8zdEN_kI). Bemerkenswert ist die Behauptung von NIUS, dass sie Ermittlungsakten zu den Morden in Stade ausgewertet hat. Wie aber kommt NIUS an die Akten? Es dürfte nach § 353 d StGB verboten sein, Akteninhalte der Öffentlichkeit preiszugeben. Daher dürfte es auch verboten sein, wenn Presse und damit NIUS diese Akteninhalte der Öffentlichkeit mitzuteilen solange das Verfahren noch läuft. Bin gespannt, ob die Staatsanwaltschaft Stade insoweit Ermittlungen einleitet. Das Tageblatt sollte nachfragen bzw. recherchieren, ob die von mir vertretene Rechtsauffassung zutreffen ist. Die Mordtaten erschüttern mich nach wie vor, ich bekomme sie nicht aus dem Kopf. Allderings ist der Bericht NIUS tendenziös, falsch und strotzt vor Unterstellungen.

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