LNG: Schwimmendes Terminal kommt zurück - Minister im Stader Seehafen
Die Ankunft der „Energos Force“ in Stade-Bützfleth (hier im März 2024) soll sich bald wiederholen. Foto: Vasel
Erst wurde es mit großem Jubel empfangen, dann verschwand das schwimmende LNG-Terminal über Nacht aus Stade. Jetzt soll es wiederkommen - schon sehr bald.
Stade. Manche hatten schon nicht mehr daran geglaubt. Doch jetzt vermeldet die DET (Deutsche Energy Terminal) mit einem Update zum schwimmenden LNG-Terminal: „Die Subcharter der FSRU Energos Force ist nun beendet und das Schiff befindet sich auf dem Rückweg. Noch im September wird es wie geplant nach Stade zurückkehren.“ Danach beginne der Inbetriebnahmeprozess. „Im November rechnen wir mit der Anlieferung eines ersten LNG-Tankers in Stade“, teilt die DET mit.
T Stades verschollene FSRU: Kommt das LNG-Terminal je wieder zurück?
Wie berichtet, hatte sich die Inbetriebnahme des schwimmenden Terminals in Stade verzögert. Dabei hatte das Land Niedersachsen angesichts der drohenden Gasmangellage in Rekordgeschwindigkeit für 300 Millionen Euro den neuen Energiehafen bauen lassen, um verflüssigte Gase zu importieren.
DET verchartert das LNG-Schiff andernorts
Doch dann lag das Schiff ein Jahr lang unnütz im Stader Hafen vor Anker, ohne dass ein einziger Kubikmeter Gas verflüssigt wurde. Dennoch wurden mehrere Millionen Euro Charter fällig - für die Steuerzahler, denn die Kosten trägt der Bund. Die bundeseigene DET zog die Energos Force darum ab und vercharterte sie weiter. Insider vermuten außerdem, dass sich das Einspeisen aufgrund eines veränderten Markts wirtschaftlich nicht mehr so sehr lohnte.
Doch die DET betreibt noch drei Terminals an der Nordseeküste, zwei in Wilhelmshaven und eines in Brunsbüttel. Deren Auslastung lag laut DET im ersten Halbjahr 2026 bei circa 72 Prozent und damit höher als im ersten Halbjahr 2025 (fast 63 Prozent). Jetzt soll auch aus den Stader Plänen noch etwas werden.
Wirtschaftsminister Tonne beeindruckt vom Stader Seehafen
Passend dazu hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne am Mittwoch den Seehafen Stade besucht und sich vor Ort mit Vertretern der IHK Elbe-Weser und Niedersachsen Ports über die Entwicklungsperspektiven des Hafen- und Industriestandortes ausgetauscht. Ein Schwerpunkt des Austauschs war die geplante Erweiterung des Nordhafens. Sie soll zusätzliche Umschlagkapazitäten schaffen und die Voraussetzungen für weitere Industrieansiedlungen verbessern.
„Gerade in Zeiten, in denen Lieferketten sowie eine verlässliche Infrastruktur von höherer strategischer Bedeutung sind, brauchen wir leistungsfähige Häfen wie Stade“, sagte Tonne. Der Standort sei Teil eines starken industriellen Umfelds.
Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Kapazitäten: Der Seehafen Stade verfügt über acht tideunabhängige Liegeplätze und kann bis zu sechs Schiffe gleichzeitig abfertigen. Umschlaggüter sind unter anderem flüssige und gasförmige Grundstoffe, Gefahrgüter, Rohstoffe für die Aluminiumindustrie sowie Baustoffe.
IHK: Erweiterung eine entscheidende Investition in die Zukunft
Aktuell bestehen mehrere Ansiedlungswünsche von neuen Unternehmen sowie von Unternehmen, die in Verbindung mit bereits am Standort ansässigen Betrieben stehen. Für einen Teil dieser Vorhaben ist ein Umschlag von Feststoffen erforderlich, der über eine Erweiterung des Nordhafens ermöglicht werden könnte.
Niedersachsen Ports hat deshalb im Jahr 2025 mit den Planungen für die Erweiterung begonnen. Ziel ist es, nach Abschluss der Entwurfsplanung die Voraussetzungen für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens zu schaffen.
Christoph von Spesshardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Elbe-Weser, sagte: „Die Hanse ist nicht dadurch groß geworden, dass sie zu Hause geblieben ist. Ihr Erfolg beruhte auf Handel, guten Verbindungen und leistungsfähigen Häfen.“ Die Erweiterung des Nordhafens sei deshalb eine entscheidende Investition in die Zukunft der gesamten Elbe-Weser-Region. (ari/dpa)
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