Tierwelt

Verschollene Schmetterlingsart wiederentdeckt

Nach 86 Jahren haben Schmetterlingsforscher eine seltene Schmetterlingsart wiederentdeckt.

Nach 86 Jahren haben Schmetterlingsforscher eine seltene Schmetterlingsart wiederentdeckt. Foto: Robert Trusch/Naturkundemuseum Karlsruhe/dpa

86 Jahre lang sorgten sich Wissenschaftler um den Gebirgs-Steppenfrostspanner. In Bosnien hat man sich schließlich auf die Suche gemacht.

Von dpa 06.11.2023, 14:40 Uhr

Karlsruhe. Eine seit 86 Jahren verschollene Schmetterlingsart ist in Bosnien-Herzegowina wiederentdeckt worden. Der Gebirgs-Steppenfrostspanner (Lignyoptera thaumastaria) sei nur aus einigen Gebirgen in Bosnien-Herzegowina und Montenegro bekannt, teilte das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe mit. Er lebe oberhalb der Baumgrenze.

Der Nachtfalter wurde demnach vorher im heutigen Bosnien-Herzegowina dreimal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gefunden, zuletzt 1937. In Montenegro sei er vor rund 40 Jahren einmal nachgewiesen worden. Es habe die Sorge bestanden, die Art könnte ausgestorben sein.

Ende Oktober hatte sich eine Gruppe von Fachleuten - darunter Schmetterlingsexperte Robert Trusch vom Naturkundemuseum Karlsruhe - in Bosnien auf die Suche nach dem Schmetterling gemacht. Nach Angaben des Museums fanden sie dort schon in der ersten Nacht sowohl Weibchen als auch Männchen der Schmetterlingsart.

Die Weibchen seien flugunfähig - was nach Einschätzung der Fachleute der Grund sein dürfte, dass sie starke Herbststürme in den Gebirgshöhen Bosnien-Herzegowinas und Montenegros überleben. „So werden die für die Fortpflanzung wichtigen Tiere nicht aus ihrem Habitat verweht.“ Auch werde die Art fast nicht von künstlichem Licht angelockt. Das sei bei den meisten anderen Nachtfalterarten anders.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

„Höllenraupen“ beunruhigen nordische Länder

Seine Brennhaare sind nun auch in nordischen Ländern gefürchtet: Dank des Klimawandels breitet sich der Eichenprozessionsspinner aus. Mit Schuld an der Ausbreitung ist eine Lieferung aus Deutschland.

Was wäre, wenn der Mond verschwindet?

Er ist mehr als nur ein Begleiter am Nachthimmel. Wäre der Mond plötzlich weg, hätte das tiefgreifende Folgen für die Erde - etwa für Gezeiten, Klima und Ökosysteme. Ein Gedankenexperiment.

Wie entsteht Hagel?

Wussten Sie, dass ein Hagelkorn innen wie eine Zwiebel aussieht? Wie groß war wohl das größte Hagelkorn, das je zur Erde fiel? Die Antworten finden Sie hier.