Zähl Pixel
Jahresrückblick

Verstorben: Die Toten des Jahres 2025

Robert Redford, Marianne Faithfull, Papst Franziskus und Jane Goodall sind 2025 verstorben.

Robert Redford, Marianne Faithfull, Papst Franziskus und Jane Goodall sind 2025 verstorben. Foto: Collage/dpa

Stars wie Robert Redford und Marianne Faithfull, Friedensmahner Papst Franziskus und die Forscherin Jane Goodall: Ihr Einfluss war groß. Sie sind 2025 gestorben - wie viele andere Prominente auch.

Von dpa Mittwoch, 31.12.2025, 10:50 Uhr

Sie waren Hollywood-Legenden, Musikgrößen, Nobelpreisträger, Sport-Ikonen oder Medienphänomene. Sie haben Film, Musik, Sport oder Wissenschaft und Politik geprägt wie nicht viele andere. Von wem die Welt 2025 Abschied nahm:

David Lynch: Hollywoods Spezialist für Abseitiges

Das undatierte von Julien's Auctions zur Verfügung gestellt Bild zeigt ein Plakat zu einer Auktion von Julien's Auctions mit Andenken an den Regisseur David Lynch.

Das undatierte von Julien's Auctions zur Verfügung gestellt Bild zeigt ein Plakat zu einer Auktion von Julien's Auctions mit Andenken an den Regisseur David Lynch. Foto: -/Julien's Auctions/dpa

Der Kult-Regisseur schreckte mit bizarren Abgründen und dunklen Perversionen ab, zog mit seinen Mystery-Geschichten aber genauso an. Hollywoods Spezialist für Abseitiges, David Lynch, hatte zunächst Kunst studiert. Furorie machte er bei „Blue Velvet“ (1986) durch eine langsame Kamerafahrt in ein abgeschnittenes Ohr. Das Roadmovie „Wild at Heart“ über ein junges Liebespaar brachte ihm 1990 in Cannes die „Goldene Palme“. In den 1990er Jahren war seine Mystery-Kultserie „Twin Peaks“ um den Mord an einer jungen Schönheitskönigin stilbildend für Fernsehen und Mode. Lynch starb am 16. Januar mit 78 Jahren in Los Angeles.

Marianne Faithfull: Von der Sixities-Ikone zur Charakterdarstellerin

Die britische Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull bei einer Vorstellung des Films "Irina Palm".

Die britische Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull bei einer Vorstellung des Films "Irina Palm". Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Der Lebensweg der britischen Künstlerin war außergewöhnlich. Marianne Faithfull verdankte ihre Berühmtheit vor allem ihrer Beziehung mit dem Sänger der Rolling Stones, Mick Jagger. Er schrieb 1964 zusammen mit Keith Richards „As Tears Go By“ für sie. Faithfull und Jagger galten als Traumpaar der Swinging Sixties. Doch der Rock-‘n‘-Roll-Lifestyle forderte seinen Tribut: Faithfull wurde zum Junkie, saß im Gefängnis und lebte zwei Jahre auf der Straße. Bei der Aufnahme ihres Comeback-Albums „Broken English“ (1979) noch süchtig, schaffte sie mit knapp 40 den Entzug und entwickelte sich als Künstlerin weiter. Musiker wie Billy Corgan oder Roger Waters arbeiteten mit ihr. Sie spielte auch in mehreren Filmen mit, etwa in der Tragikomödie „Irina Palm“ (2007). Faithfull starb am 30. Januar im Alter von 78 Jahren in London.

Horst Köhler: Ökonom als Staatsoberhaupt

Altbundespräsidenten Horst Köhler, aufgenommen am 17.11.2013 in Freiburg.

Altbundespräsidenten Horst Köhler, aufgenommen am 17.11.2013 in Freiburg. Foto: Patrick Seeger/dpa/dpa-mag

Sein Abgang als Bundespräsident kam quasi über Nacht. Am 31. Mai 2010 verkündete Horst Köhler in seiner zweiten Amtszeit seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung. Auslöser war die Kritik an einem Interview, in dem er Auslandseinsätze der Bundeswehr auch mit der Wahrung deutscher Wirtschaftsinteressen begründete. Der promovierte Volkswirt, 2004 zum Staatsoberhaupt gewählt, war der erste Chef im Schloss Bellevue ohne Parteikarriere. Zuvor hatte Köhler als Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der globalen Finanzwirtschaft eine Schlüsselfunktion inne. Nach Ansicht seiner Kritiker mischte er sich als Bundespräsident zu sehr in die Tagespolitik ein. Köhler starb am 1. Februar mit 81 Jahren in Berlin.

Gene Hackman: Gigant der Leinwand

Der US-Schauspieler Gene Hackman und seine Ehefrau Betsy Arakawa wurden in ihrem Wohnsitz am tot aufgefunden.

Der US-Schauspieler Gene Hackman und seine Ehefrau Betsy Arakawa wurden in ihrem Wohnsitz am tot aufgefunden. Foto: George Brich/AP/dpa

Der US-Amerikaner Gene Hackman gilt als einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation. Der zweifache Oscar-Preisträger war unter anderem durch Filme wie „French Connection“ (1971), „The Conversation“ (1974) und „Erbarmungslos“ (1992) berühmt geworden. Kassenknüller wie die John-Grisham-Verfilmung „Die Firma“ und „Crimson Tide“ katapultierten ihn auf Hollywoods A-Liste. In den frühen 2000er Jahren zog er sich zurück und lebte mit seiner Frau Betsy Arakawa im ländlichen Santa Fe (US-Staat New Mexico). Dort starb der an Alzheimer erkrankte Hackman am 18. Februar mit 95 Jahren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, nachdem er eine Woche mit der Leiche seiner an einer Infektion verstorbenen Frau weitergelebt hatte.

Bernhard Vogel: Mittler zwischen West und Ost

Der CDU-Politiker Bernhard Vogel ist tot.

Der CDU-Politiker Bernhard Vogel ist tot. Foto: Uwe Anspach/dpa

Erst Rheinland-Pfalz, dann Thüringen: Der CDU-Politiker war ein Rekord-Regent. Bernhard Vogel regierte als einziger Ministerpräsident jeweils ein Land in West- und Ostdeutschland. Mit mehr als 23 Jahren CDU-Alleinregierungen oder Koalitionen mit FDP und SPD war der gebürtige Göttinger der deutsche Politiker mit der längsten Amtszeit als Ministerpräsident. Nach seiner Zeit als Kultusminister in Rheinland-Pfalz folgte er dem damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl (CDU) 1976 als Regierungschef und blieb es bis 1988. Anfang 1992 ging er als Ministerpräsident nach Thüringen. Dem populären Landeschef gelang der wirtschaftliche Aufschwung. Danach leitete er von 2003 bis 2009 die Adenauer-Stiftung. Am 2. März starb Vogel im Alter von 92 Jahren in Speyer.

Anna R.: Rosenstolz-Sängerin mit großen Gefühlen

Einzigartige Stimme: Anna R. von Rosenstolz gestorben.

Einzigartige Stimme: Anna R. von Rosenstolz gestorben. Foto: Patrick Pleul/dpa

Melancholische Pop-Songs wie „Liebe ist alles“ (2004) machten die als Andrea Rosenbaum geborene Musikerin aus Ost-Berlin und ihre Band Rosenstolz berühmt. Neben Anna R. gehörte auch der Komponist Peter Plate dazu. Die Band, in den 1990er und frühen 2000er Jahren aktiv, war anfangs Liebling der Subkultur, dann eroberte sie den Massenmarkt, gewann Echos, Gold und Platin. Popschlager-Hymnen wie „Gib mir Sonne“ und „Ich bin ich (Wir sind wir)“ prägten den Sound der Nullerjahre. Mit ihrer einzigartigen Stimme begeisterte Anna R. später als Solosängerin. In ihren Liedern ging es oft um Liebe, aber sie war auch politisch aktiv. Die Musikerin starb am 17. März mit 55 Jahren in Berlin.

George Foreman: Von der Boxlegende zum Prediger

Der ehemalige US-Boxweltmeister George Foreman ist tot.

Der ehemalige US-Boxweltmeister George Foreman ist tot. Foto: Christian Charisius/dpa

Der wichtigste Kampf des US-Schwergewichtsboxers endete mit einer Niederlage gegen Muhammad Ali am 30. Oktober 1974 in Kinshasa, damals Zaire. Der Kampf ging als „Rumble in the Jungle“ in die Boxgeschichte ein. Es war von 81 Duellen das Einzige, das George Foreman durch K.o. verlor. Der gebürtige Texaner hatte eine der längsten Box-Karrieren, die er erst 1997 beendete. Danach war der Olympiasieger von 1968 und mehrfache Profi-Weltmeister Prediger, Sport-Kommentator und erfolgreicher Unternehmer. Foreman starb 76-jährig am 21. März in Houston (US-Bundesstaat Texas).

Val Kilmer: Superheld im Fledermausanzug

Val Kilmer, US-amerikanischer Schauspieler, ist verstorben.

Val Kilmer, US-amerikanischer Schauspieler, ist verstorben. Foto: Charles Sykes/FR170266 AP/AP/dpa

Die ikonische Rolle als Pilot Tom „Iceman“ Kazansky im Actionfilm „Top Gun“ machte den gebürtigen Kalifornier 1986 berühmt. Val Kilmer spielte den erbitterten Konkurrenten von Tom Cruise in der Rolle als Pete „Maverick“ Mitchell, mit dem er sich bei riskanten Kampfflügen maß. Es folgten Filme wie „The Doors“ (1991) als Sänger Jim Morrison und „Batman Forever“ (1995) im unvergessenen Fledermausanzug. In den 1980er und 1990er Jahren zählte der Schauspieler zu Hollywoods Topverdienern. 2014 wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, er verlor seine Stimme. Kilmer starb am 1. April mit 65 Jahren in Los Angeles.

Mario Vargas Llosa: Weltbürger und Literaturnobelpreisträger

Mario Vargas Llosa, peruanischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, ist gestorben.

Mario Vargas Llosa, peruanischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, ist gestorben. Foto: Emmanuel Dunand/AFP/dpa

Unter den spanischsprachigen Schriftstellern war der gebürtige Peruaner einer der Großen. Er machte Lateinamerikas Literatur weltweit bekannt. Als wahrer Weltbürger fühlte sich Mario Vargas Llosa auch in Europa zu Hause. Für sein Werk wurde er 2010 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Kritiker halten seine drei frühen Romane, „Die Stadt und die Hunde“ (1962, dt. 1966), „Das grüne Haus“ (1967, dt. 1968) und „Gespräch in der Kathedrale“ (1969, dt. 1976) für seine besten. Vargas Llosa verstand sich auch als politischer Schriftsteller, der in der Literatur einen Schlüssel zu einer besseren Welt sah. Am 13. April starb er mit 89 Jahren in Lima.

Papst Franziskus: Mahner für Frieden und Demut

Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März 2013 zum Papst gewählt. Nun ist Papst Franziskus verstorben.

Kardinal Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März 2013 zum Papst gewählt. Nun ist Papst Franziskus verstorben. Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Jesuit aus Argentinien, mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio, wollte als Papst Franziskus in der katholischen Kirche vieles ändern. Sein Pontifikat war geprägt von dem Bemühen um eine offenere Kirche und Reformen der Kurie. Konkrete Vorhaben setzte Franziskus jedoch nicht um. Im März 2013 nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger gewählt, war er das erste Oberhaupt der katholischen Kirche aus Südamerika. In seine Amtszeit fielen etliche Skandale wegen sexuellen Missbrauchs in verschiedenen Bistümern weltweit. Als Reaktion setzte er Kommissionen zur Aufarbeitung und Vorbeugung ein. Franziskus galt als volksnaher und bescheidener Papst, der an der Seite der Schwachen, Ausgestoßenen und Flüchtlinge stand. Der Pontifex starb am 21. April mit 88 Jahren im Vatikan.

Helmut Thoma: König des Privatfernsehens

Der frühere RTL-Chef Helmut Thoma starb an seinem 86. Geburtstag an Herzversagen.

Der frühere RTL-Chef Helmut Thoma starb an seinem 86. Geburtstag an Herzversagen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Medienmanager formte den Kölner Privatsender RTL in den 1980er- und 1990er-Jahren zum erfolgreichsten kommerziellen TV-Sender Deutschlands. Bekannt für markige Sprüche nannte man Helmut Thoma „König des Privatfernsehens“. Der gebürtige Wiener studierte nach einer Molkereilehre in Österreich Jura, promovierte und war Justiziar beim Österreichischen Rundfunk (ORF). 1984 wurde er Direktor der deutschen Programme von RTL und RTL plus. Mit dem RTL-Umzug nach Köln und dem Einstieg von Bertelsmann begann der Aufstieg des Senders, den Thoma von 1991 bis Ende 1998 als Geschäftsführer leitete. Ungeachtet der Kritik an Klamauk, Gewalt, Sex im Programm und Fokussierung auf Einschaltquoten konnte er hohe Einschaltquoten und Werbe-Einnahmen vorweisen. Thoma starb am 3. Mai an seinem 86. Geburtstag in Wien.

Margot Friedländer: Für Versöhnung und Erinnern

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer starb im Alter von 103 Jahren.

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer starb im Alter von 103 Jahren. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer war nach Jahrzehnten als Emigrantin in New York mit fast 90 Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Die Berliner Ehrenbürgerin engagierte sich unermüdlich gegen das Vergessen, sprach vor Schulklassen, mahnte auf Gedenkveranstaltungen. Hass war ihr fremd, obwohl ihre Mutter und ihr Bruder im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurden. Sie selbst konnte untertauchen, wurde aber gefasst und ins KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebte wie ihr späterer Mann Adolf Friedländer, mit dem sie in die USA ging. Bekannt wurde ihre Geschichte durch einen Dokumentarfilm und ihre Memoiren. Friedländer erhielt für ihren Einsatz viele Auszeichnungen und große Anerkennung. Sie starb am 9. Mai im Alter von 103 Jahren in Berlin.

Nadja „Naddel“ Abd el Farrag: Leben wie eine Achterbahn

Die Sängerin und Moderatorin Nadja Abd el Farrag ist 2025 verstorben.

Die Sängerin und Moderatorin Nadja Abd el Farrag ist 2025 verstorben. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die ehemalige Moderatorin war in den 1990er Jahren als Freundin des Popstars und Musikproduzenten Dieter Bohlen eine Größe des deutschen Boulevards. Bekannt als „Naddel“ folgten für Nadja Abd el Farrag Werbespots, TV-Serien und Aufnahmen im „Playboy“. 2001 trennte sich das Paar. Die gebürtige Hamburgerin moderierte die TV-Erotik-Show „Peep“, war 2004 Gast im RTL-Dschungelcamp und später bei „Big Brother“. Abd El Farrag bezeichnete ihr Leben als Achterbahn. Von Alkoholismus und Schulden war die Rede. Comebackversuche im TV oder als Sängerin scheiterten. Sie starb am 9. Mai mit 60 Jahren in Hamburg.

Xatar: Schillernder und umstrittener „Gangster-Rapper“

Giwar Hajabi alias Xatar.

Giwar Hajabi alias Xatar. Foto: Georg Wendt/dpa

Deutschland lernte durch Xatar das Konzept des „Gangster-Rappers“ kennen. Der im Iran geborene und in Bonn aufgewachsene Kurde, mit bürgerlichem Namen Giwar Hajabi, galt als eine der einflussreichsten und umstrittensten Figuren der deutschen Hip-Hop-Szene. Seine Alben eroberten die Charts, er geriet aber auch mit dem Gesetz in Konflikt. Wegen eines Goldraubs im Jahr 2009 saß Xatar mehrere Jahre in Haft. Aus dem Gefängnis heraus startete er eine erfolgreiche Musikerkarriere. Sein Debütalbum trug den Titel „Alles oder Nix“. Das Image des bösen Jungen gehörte zu Xatars Künstler-Dasein. Auch als Geschäftsmann war er umtriebig. Er starb am 9. Mai mit 43 Jahren in Köln.

Günther Uecker: Poesie mit Nägeln

Günther Uecker, einer der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler, ist tot.

Günther Uecker, einer der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler, ist tot. Foto: Markus Scholz/dpa

Der Universalkünstler bereitete dem Nagel den Weg in die Kunstgeschichte. Günther Uecker hämmerte Zimmermannsnägel in Stühle, Klaviere, Nähmaschinen und Leinwände. Bei ihm wurden die eigentlich aggressiven und verletzenden Nägel sinnlich. „Das Thema meiner künstlerischen Arbeit ist die Verletzbarkeit des Menschen durch den Menschen“, sagte Uecker einst. Der in Mecklenburg geborene „Nagelkünstler“ war ein internationales Aushängeschild der deutschen Kunst und Kultur. Die großformatigen Reliefs des preisgekrönten Objektkünstlers hängen in den großen Museen der Welt. Sein Gesamtwerk umfasst neben Objektkunst Malerei, Installationen, Bühnenbilder und Filme. Uecker starb am 10. Juni im Alter von 95 Jahren in Düsseldorf.

Brian Wilson: Beach Boy mit dunklen Schatten

Der Musiker und Gründungsmitglied der Band The Beach Boys, Brian Wilson, verstarb 2025.

Der Musiker und Gründungsmitglied der Band The Beach Boys, Brian Wilson, verstarb 2025. Foto: Cyril Zingaro/Keystone/dpa

Mit den Beach Boys schuf er Popmusik für die Ewigkeit. Brian Wilson galt als eines der größten Genies der Pop- und Rockgeschichte. Sonnige Surf-Songs wie „Fun Fun Fun“, „Good Vibrations“ und „Surfin‘ USA“ trafen den Nerv der Zeit und begeisterten eine ganze Generation für das kalifornische Lebensgefühl. Seit seiner Kindheit auf einem Ohr taub, hatte Wilson fast alle Beach-Boys-Hits geschrieben und die Alben der Band produziert. Den Höhepunkt seines Schaffens erreicht er 1966 mit dem Album „Pet Sounds“. Doch hinter den sonnigen Klängen verbargen sich dunkle Schatten. Wilson kämpfte seit den 1960er Jahren mit schweren psychischen Problemen. Zum Schluss litt er an Demenz. Am 11. Juni starb er mit 82 Jahren in Beverly Hills.

Diogo Jota: Unfalltod mit 28 Jahren

Verstorben: Die Toten des Jahres 2025

Die Fußballwelt stand nach dem Unfalltod von Portugals Fußball-Nationalspieler Diogo Jota unter Schock. Auch sein jüngerer Bruder André Silva überlebte den Autounfall nicht. Jota, mit vollem bürgerlichem Namen Diogo José Teixeira da Silva, hatte kurz zuvor die Mutter seiner drei Kinder geheiratet. Seit September 2020 spielte er für den FC Liverpool. Vor der Meisterschaft in der vergangenen Saison gewann er mit den Reds bereits 2022 den FA Cup und 2022 sowie 2024 den Ligapokal. Für Portugal absolvierte der Angreifer 49 Länderspiele und erzielte 14 Tore. Zuletzt gewann er mit seinem Heimatland die Nations League. Mit 28 Jahren verunglückte Jota am 3. Juli tödlich mit einem Sportwagen im nordspanischen Cemadilla.

Claus Peymann: Politisch motivierter Theater-Rebell

Der Theaterregisseur und Intendant Claus Peymann.

Der Theaterregisseur und Intendant Claus Peymann. Foto: Jens Kalaene/dpa

Sich einmischen und auf Missstände aufmerksam machen, lautete das Credo des streitbaren Querdenkers. Claus Peymann war einer der leidenschaftlichsten deutschen Theatermacher. Mit seinen Inszenierungen schrieb der nimmermüde Rebell Bühnengeschichte und feierte Zuschauerrekorde. Er arbeitete mit Autoren wie Thomas Bernhard, Botho Strauß, Peter Turrini, Peter Handke, George Tabori und Elfriede Jelinek zusammen. Nach Stationen am Stuttgarter Staatstheater, Schauspielhaus Bochum und Wiener Burgtheater kam er 1999 zum Berliner Ensemble. Dort trat er bis 2017 nach eigenen Worten als „Reißzahn im Arsch der Mächtigen“ an. Bewusst setzte der Theaterregisseur auf Interpretationen klassischer Stücke. Er starb am 16. Juli im Alter von 88 Jahren in Berlin.

Ozzy Osbourne: Heavy-Metal-Pionier mit Lust zur Provokation

Rocklegende Ozzy Osbourne.

Rocklegende Ozzy Osbourne. Foto: Roni Rekomaa/Lehtikuva/dpa

Mit der Band Black Sabbath erfand der Brite, der bürgerlich John Michael Osbourne hieß, den Heavy Metal. Mit harten Gitarrenriffs und zynischen, tiefgründigen Texten prägten die Jungs aus der Industriestadt Birmingham einen gesamten Musikstil. Als Solokünstler wurde Ozzy Osbourne mit seiner markanten, nasalen Stimme einer der populärsten und berüchtigtsten Rocksänger der Musikgeschichte. Die MTV-Reality-Show „The Osbournes“ machte ihn endgültig zur Kultfigur. Unvergessen bleibt der „Prince Of Darkness“ (Fürst der Finsternis) auch wegen seiner Skandale. So biss er während eines Konzerts 1982 einer Fledermaus den Kopf ab. Osbourne starb am 22. Juli mit 76 Jahren im englischen Jordans.

Horst Mahler: Von links nach rechts politisch immer extrem

Horst Mahler, ehemaliger NPD-Anwalt und Holocaust-Leugner, ist gestorben.

Horst Mahler, ehemaliger NPD-Anwalt und Holocaust-Leugner, ist gestorben. Foto: Fabian Sommer/dpa

Der Jurist gehörte Anfang 1970 zu den Mitgründern der linksextremistischen Terrorgruppe Rote Armee Fraktion (RAF). In den 1990er Jahren sorgte Horst Mahler mit dem Wechsel ins rechtsradikale Lager für Aufsehen. Er wandelte sich vom linken Rechtsanwalt der Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld und des Studentenführers Rudi Dutschke zum Neonazi und Holocaust-Leugner. Mehrfach wurde Mahler verurteilt, zuletzt vom Landgericht Potsdam. Bis Oktober 2020 hatte er in der JVA Brandenburg/Havel eine Strafe von zehn Jahren und zwei Monaten wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung verbüßt. Am 27. Juli ist Mahler im Alter von 89 Jahren in Berlin gestorben.

Laura Dahlmeier: Leben am Limit

Laura Dahlmeier ist tödlich verunglückt.

Laura Dahlmeier ist tödlich verunglückt. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Sie liebte den Sport. Im Biathlon gewann die sympathische Athletin aus Garmisch-Partenkirchen sieben Weltmeistertitel und 2018 in Südkorea zwei olympische Goldmedaillen. Als Laura Dahlmeier 2019 mit nur 25 Jahren den Leistungssport aufgab, hatte sie in ihrer Sportart alles erreicht. Sie widmete sich nun ihren großen Leidenschaften, dem Bergsteigen und der Umwelt. Die Ex-Biathletin war staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin, aktives Mitglied bei der Bergwacht und galt als erfahrene und risikobewusste Alpinistin. Daneben war sie als TV-Expertin für das ZDF tätig. Die Bayerin starb am 28. Juli mit 31 Jahren am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge durch Steinschlag. Trotz Bemühungen konnte ihre Leiche nicht geborgen werden.

Giorgio Armani: Italiens Fürst der Mode

Der italienische Modedesigner Giorgio Armani.

Der italienische Modedesigner Giorgio Armani. Foto: Claudio Peri/ANSA/dpa

Der Name Armani steht für teure Mode, kostspieligen Schmuck und exquisite Parfüms. Giorgio Armani galt als letzter großer Modeschöpfer mit unverkennbarem Stil: lässig, edel und schlicht. Der „Principe della Moda“ („Fürst der Mode“), der Zeit seines Lebens in Mailand lebte, erfand das Sakko neu und machte das schlichte T-Shirt zum Anzug salonfähig. Er kleidete Hollywood-Größen wie Richard Gere, Kevin Costner und Leonardo DiCaprio für die Leinwand ein. Nach einem kurzen Studium hatte sich der Italiener für die Mode entschieden und Anfang der 1970er Jahre mit seinem Lebensgefährten Sergio Galeotti die Giorgio Armani SpA gegründet. Das war die Keimzelle eines Konzerns, der heute viele Milliarden wert ist. Armani starb am 4. September mit 91 Jahren in Mailand.

Horst Krause: Der ewige Dorfpolizist aus Brandenburg

Der Schauspieler Horst Krause.

Der Schauspieler Horst Krause. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Den Schauspieler verbindet das Fernsehpublikum mit dem brummigen Dorfpolizisten im Brandenburger „Polizeiruf 110“. Die Rolle seines Lebens war nach seinem echten Namen benannt. Mit seinem Hund als Sozius auf einem alten Motorrad verkörperte Horst Krause für viele ein Stück vom alten Dorfleben und Heimat. 1941 bei Danzig geboren, im brandenburgischen Ludwigsfelde aufgewachsen, lernte er anfangs den Beruf des Drehers, spielte später nach einem Schauspielstudium an verschiedenen Bühnen. Bereits zu DDR-Zeiten war Krause im Fernsehen zu sehen, etwa in „Der Staatsanwalt hat das Wort“. Nach dem Mauerfall wurde er 1993 durch die Komödie „Wir können auch anders...“ bekannt. Er starb am 5. September mit 83 Jahren in Teltow.

Robert Redford: Leinwandidol ohne Starallüren

Schauspiel-Ikone Robert Redford ist tot.

Schauspiel-Ikone Robert Redford ist tot. Foto: Joel Ryan/Invision/AP/dpa

Der US-Schauspieler und Regisseur war ein Hollywood-Rebell. Zuletzt engagierte sich Robert Redford für das Independent-Kino und den Naturschutz. Sein Durchbruch als Schauspieler gelang ihm mit der Westernkomödie „Zwei Banditen“ (1969) an der Seite von Paul Newman. Zum Idol machten ihn auch seine stahlblauen Augen, sein kantiges Gesicht und sein blondes Haar. Weitere große Erfolge waren „Der Clou“ (1973), „Der große Gatsby“ (1974), „Die drei Tage des Condor“ (1975), „Die Unbestechlichen“ (1976), „Jenseits von Afrika“ (1985) und „Der Pferdeflüsterer“ (1998). In den Rocky Mountains gründete der politisch aktive Amerikaner 1980 das Sundance Institute, um junge, kritische Stimmen im Filmgeschäft zu fördern. 1984 rief er das alljährliche Sundance-Festival ins Leben. 2002 erhielt er einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Er starb am 16. September mit 89 Jahren in Sundance (US-Staat Utah).

Claudia Cardinale: Italiens stolze Filmdiva

Die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale ist tot.

Die italienische Schauspielerin Claudia Cardinale ist tot. Foto: Vidal/epa efe/dpa

Die Schauspielerin mit der rauchigen Stimme schrieb mit ihren mehr als 150 Filmen Kinogeschichte. In Tunesien geboren und zuletzt in Frankreich zu Hause, fühlte sich Claudia Cardinale immer als Italienerin. Sie glänzte unter anderem in Federico Fellinis „8 1/2“, Luchino Viscontis „Der Leopard“ (beide Filme 1963) und Sergio Leones Italo-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968). In dieser Zeit bildete „La Cardinale“ mit Sophia Loren und Gina Lollobrigida das Dreigestirn der großen Diven des italienischen Kinos. Für ihr Lebenswerk erhielt sie 1993 in Venedig den Goldenen Löwen und 2002 in Berlin den Goldenen Bären. Später engagierte sie sich als Unesco-Botschafterin und Unterstützerin der Bewegung #MeToo für Frauenrechte. Sie starb am 23. September im Alter von 87 Jahren im französischen Nemours.

Jane Goodall: Ein Leben für die Schimpansen

Die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall.

Die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall. Foto: Sven Hoppe/dpa

Schimpansen können kommunizieren, Gefühle zeigen, Werkzeuge benutzen und regelrecht Krieg führen. Jane Goodall war die Erste, die das Sozialverhalten der Menschenaffen in freier Wildbahn erforschte und bei ihnen Wesenszüge und Verhaltensweisen wie beim Menschen erkannte. Die nicht studierte Britin lebte mehr als 20 Jahre mit den Tieren im Dschungel von Tansania. Ihre Methode der „teilnehmenden Beobachtung“, bei der sie den Affen unter anderem Namen gab, war erfolgreicher als alles andere, was zuvor versucht worden war. Auch im hohen Alter reiste Goodall als Arten- und Umweltschützerin um die Welt, um mit Vorträgen und Begegnungen wachzurütteln. Sie starb am 1. Oktober im Alter von 91 Jahren in Los Angeles.

Diane Keaton: Hollywood-Marke und Stilikone

Hollywood-Star Diane Keaton ist gestorben.

Hollywood-Star Diane Keaton ist gestorben. Foto: Walter Bieri/KEYSTONE/epa/dpa

Typ neurotische New Yorkerin mit Männerhosen, Westen, Krawatten und Hüten: Dem Stil von „Annie Hall“ im gleichnamigen Film (deutsch „Der Stadtneurotiker“, 1977) von Woody Allen blieb Diane Keaton immer treu. Diese Rolle brachte ihr einen Oscar als beste Hauptdarstellerin und ebnete den Weg für eine jahrzehntelange Film-Karriere. Keaton zählte zur ersten Riege der Filmwelt in Hollywood. Sie wirkte in mehr als 60 Filmen mit, so in „Reds“ (1981) und „Was das Herz begehrt“ (2003). Einen weiteren großen Erfolg feierte sie im Film „Der Club der Teufelinnen“ (1996) mit Bette Midler und Goldie Hawn. Hollywoods Stilikone blieb unverheiratet und adoptierte zwei Kinder. Sie starb am 11. Oktober im Alter von 79 Jahren in Los Angeles.

Klaus Doldinger: Deutschlands König des Jazz

Er hat die Tatort-Melodie komponiert: Klaus Doldinger ist gestoben.

Er hat die Tatort-Melodie komponiert: Klaus Doldinger ist gestoben. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Jeder „Tatort“-Fan kennt die Melodie, die den Fernsehkrimi seit mehr als 55 Jahren einleitet. Den Evergreen erschuf Komponist und Saxofonist Klaus Doldinger. Der gebürtige Berliner galt als einer der bedeutendsten Jazzmusiker Deutschlands. Mit seiner Band Passport schrieb er internationale Jazz-Geschichte. Bis ins hohe Alter stand der vielfach ausgezeichnete Musiker auf der Bühne. Zu den Quellen seiner Musik zählten Jazz, Rock, Blues und Soul ebenso wie experimentelle Elektroklänge und lateinamerikanische Rhythmen. Zu Publikumserfolgen wie „Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“, „Salz auf meiner Haut“ und „Liebling Kreuzberg“ steuerte Doldinger die Musik bei. Er starb am 16. Oktober im Alter von 89 Jahren in Icking in Bayern.

Die Kessler-Zwillinge: Unzertrennlich im Leben und im Tod

Die Kessler-Zwillinge, Alice (l.) und Ellen Kessler.

Die Kessler-Zwillinge, Alice (l.) und Ellen Kessler. Foto: Lennart Preiss/dpa

Ein Leben lang waren die Zwillinge Ellen und Alice Kessler international bekannten Sängerinnen und Tänzerinnen beieinander, standen gemeinsam auf den großen Show-Bühnen der Welt, teilten sich eine Villa. Die langbeinigen Blondinen starteten Mitte der 1950er Jahre im berühmten Pariser Varieté Lido ihre internationale Karriere. Ob in New York, Las Vegas, Sydney, Hongkong, Monte Carlo oder Rom: Die Entertainerinnen standen mehr als 60 Jahre lang als Doppelpack auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Noch mit 80 Jahren traten sie im Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ auf. Das Erfolgsgeheimnis der niemals verheirateten Schwestern: „Disziplin. Jeden Tag. Dankbarkeit. Immer wieder. Demut statt Übermut. Und Zweisamkeit. Bis in den Tod.“ Sie starben am 17. November mit 89 Jahren gemeinsam in Grünberg durch „assistierten“ Suizid.

Udo Kier: Deutsche Hollywood-Größe mit diabolischem Blick

Der deutsche Schauspieler Udo Kier.

Der deutsche Schauspieler Udo Kier. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Ein diabolisch-stechender Blick aus ungewöhnlich grünen Augen, das war in Hollywood sein Markenzeichen. Als Udo Kierspe in ärmlichen Verhältnissen in Köln aufgewachsen, war Udo Kier als einer der wenigen deutschen Schauspieler im internationalen Filmgeschäft über Jahrzehnte präsent. In seiner Wahlheimat USA wurde der Rheinländer bekannt für Schurkenrollen und schräge Charaktere. Von Andy Warhol bis Lars von Trier: Er wirkte unter namhaften Regisseuren in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter „Andy Warhols Frankenstein“ (1973), „Die Geschichte der O“ (1975), „Lili Marleen“ (1981), „Breaking the Waves“ (1996) sowie „Melancholia“ (2011). Aktuell ist er noch in einer markanten Nebenrolle in dem Thriller „The Secret Agent“ zu sehen. Kier starb am 23. November im Alter von 81 Jahren im kalifornischen Palm Springs.

Ingrid van Bergen: Die mit der rauchigen Stimme

Die Schauspielerin Ingrid van Bergen ist im Alter von 94 Jahren gestorben.

Die Schauspielerin Ingrid van Bergen ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Foto: picture alliance / dpa

In den 1950er und 1960er Jahren gehörte die Schauspielerin mit der markanten rauchigen Stimme zu den bekanntesten deutschen Filmstars. In der Nachkriegssatire „Rosen für den Staatsanwalt“ gelang ihr 1959 in der Rolle der Pensionsbesitzerin Lissy Flemming ihr wohl größter Erfolg. Van Bergen machte Kabarett bei den Berliner „Stachelschweinen“, drehte für Kino und Fernsehen. Sie stand auch unter anderem für Edgar-Wallace-Verfilmungen wie „Der Rächer“ (1960) und „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ (1961) vor der Kamera. Bei „Stadt ohne Mitleid“ drehte sie mit Kirk Douglas (1960). Jüngeren Zuschauern war Ingrid van Bergen vor allem als beliebter Realitystar und Siegerin der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ bekannt, 2009 wurde sie dort „Dschungelkönigin“.

1977 gab es einen großen Skandal um van Bergen. Nachdem sie ihren Geliebten erschossen hatte, saß die Schauspielerin mehrere Jahre wegen Totschlags im Gefängnis. Nach ihrer Entlassung Anfang der 1980er Jahre gelang ihr erst nach und nach der Wiedereinstieg. Ingried van Bergen starb am 28. November im Alter von 94 Jahren in Eyendorf (Kreis Harburg).

Shopaholic-Autorin Sophie Kinsella mit 55 gestorben

Einer breiteren Leserschaft wurde die Britin, die mit bürgerlichem Namen Madeleine Wickham hieß, vor allem durch den Roman „Die Schnäppchenjägerin“ (Originaltitel: „Confessions of a Shopaholic“) aus dem Jahr 2000 bekannt. Es wurde das erste in einer Reihe von zehn Büchern.

Am 10. Dezember 2025 gab ihre Familie den Tod der Autorin im Alter von 55 Jahren bekannt. Sophie Kinsella starb an den Folgen ihrer Krebserkrankung.

Kinsella hatte erst im vergangenen Jahr ihre Krebserkrankung öffentlich gemacht. Ende 2022 sei bei ihr ein Glioblastom - also eine Form eines aggressiven Hirntumors - diagnostiziert worden.

Vor ihrer Karriere als Schriftstellerin hatte Kinsella als Finanzjournalistin gearbeitet. Laut dem „Guardian“ empfand sie diesen Job jedoch als langweilig. Angeregt durch Lektüre während langer Fahrten in Londoner Pendlerzügen, begann sie selbst zu schreiben. Ihre ersten Romane erschienen noch unter ihrem echten Namen.

„Harry und Sally“-Regisseur Reiner: Ein großherziges Genie

Der US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau Michele Singer wurden tot aufgefunden.

Der US-Regisseur Rob Reiner und seine Frau Michele Singer wurden tot aufgefunden. Foto: Peter Foley/EPA/dpa

Schauspieler, Regisseur, Aktivist. Mit Leidenschaft ging Rob Reiner seinen vielen Interessen nach. Jetzt ist der „Harry und Sally“-Regisseur im Alter von 78 Jahren übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden worden – ebenso wie seine Frau Michele.

Mittlerweile ist ihr gemeinsamer Sohn Nick Reiner als Tatverdächtiger festgenommen worden. Der 32-Jährige sei den Ermittlungen zufolge für den Tod des Paares verantwortlich, hieß es in einer Mitteilung der Polizei in Los Angeles.

Mit Filmen wie „Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers“, „Harry und Sally“, „Misery“, „Die Braut des Prinzen“ und „Eine Frage der Ehre“ stieg Reiner in die Riege von Hollywoods gefragtesten Regisseuren auf. Immer wieder arbeitete er auch als Schauspieler.

In Hollywood-Kreisen war Reiner als streitbarer Liberaler bekannt. So machte er sich 1998 in einer Volksabstimmung für eine höhere Tabaksteuer in Kalifornien stark. Zudem kämpfte der vierfache Vater jahrelang für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Deichkind-Mitgründer: Malte Pittner

Verstorben: Die Toten des Jahres 2025

Eines der Gründungsmitglieder von Deichkind, Malte Pittner, ist tot. Die Band bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Pittner am 9. November gestorben ist. Pittner wurde laut der Presseagentur der Band 48 Jahre alt.

Nach Angaben von Deichkind gründete Pittner die Band 1997 mit und blieb bis 2005. Die ersten beiden Alben „Bitte ziehen Sie durch“ und „Noch 5 Minuten Mutti“ seien sehr stark von ihm geprägt worden.

Pittner sei ein genialer Musiker, Entertainer und ein unglaublich talentierter Songwriter und Texter – nicht nur für Deichkind - gewesen. Von 2009 an trat er als Gitarrist mit der Country-Band Texas Lightning auf. Pittner hat zudem Musik für Werbespots gemacht.

Berliner Filmikone: Regisseur Rosa von Praunheim

Regisseur Rosa von Praunheim starb nur wenige Tage nach seiner Hochzeit.

Regisseur Rosa von Praunheim starb nur wenige Tage nach seiner Hochzeit. Foto: Michael Kappeler/dpa

Der Berliner Filmemacher Rosa von Praunheim starb im Alter von 83 Jahren. Von Praunheim war eine prägende Figur der Schwulenbewegung in Deutschland. Erst vor wenigen Tagen hatte er seinen langjährigen Partner Oliver Sechting geheiratet.

Im Laufe seiner Karriere drehte der Regisseur rund 150 Filme, darunter „Die Bettwurst“, „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ und „Rex Gildo - Der letzte Tanz“. Von Praunheim malte auch, schrieb Theaterstücke und Bücher („Hasenpupsiloch“).

Von Praunheim, der gerne ungewöhnliche Kostüme trug, war auch für streitlustige Auftritte zum Beispiel in Talkshows bekannt. In seiner wohl umstrittensten Aktion hatte er 1991 den TV-Koch Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling im Fernsehen geoutet.

„Driving Home For Christmas“: Musiker Chris Rea

Der britische Sänger Chris Rea ist tot.

Der britische Sänger Chris Rea ist tot. Foto: Ingo Wagner/dpa

„Driving Home For Christmas“, singt Chris Rea in dem gleichnamigen, mit am bekanntesten Weihnachtsklassiker, der Generationen überdauert. Zwei Tage vor Heiligabend starb der britische Sänger im Alter von 74 Jahren.

„Grammy-Nominierungen, Nummer-1-Alben und ein Weihnachtshit“, schrieb die BBC zum Tod des Weltstars. Geschaffen hatte Rea auch die Ohrwürmer „Josephine“ und „I Can Hear Your Heartbeat“. In den vergangenen rund 25 Jahren hatte er sich vermehrt seiner musikalischen Leidenschaft gewidmet, seinem geliebten Blues.

Relativ spät hatte sich der Sohn eines Italieners und einer Irin, der als Christopher Anton Rea im englischen Middlesbrough geboren wurde, mit 18 Jahren selbst das Gitarrespielen beigebracht. Nachdem er in einigen Bands gespielt und gesungen hatte, gelang ihm Ende der 70er als Solokünstler der Durchbruch.

Beliebter Eigenbrötler: Schauspieler Peter Sattmann

Der Schauspieler Peter Sattmann spielte den Teufel bei den Proben für das Stück «Jedermann».

Der Schauspieler Peter Sattmann spielte den Teufel bei den Proben für das Stück «Jedermann». Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Der Schauspieler Peter Sattmann ist tot. Sattmann, der im sächsischen Zwickau geboren wurde und später am Bodensee aufwuchs, spielte viele Jahre unter Claus Peymann am Theater in Stuttgart und Bochum.

Er wurde zudem bekannt durch die Fernsehserien „Rätsel der Sandbank“ und „Der Prins muss her“. Sattmann spielte in vielen beliebten TV-Formaten mit, etwa in Inga-Lindström- und Rosamunde-Pilcher-Filmen. Er hatte Gastauftritte in der Serie „Der Alte“ und im „Tatort“.

Uwe Kockisch: Als Commissario Brunetti ein Quotengarant

Schauspieler Uwe Kockisch ist tot.

Schauspieler Uwe Kockisch ist tot. Foto: Bernd Settnik/dpa

Als Commissario Brunetti ermittelte er in Venedig, in „Weissensee“ spielte er einen Stasi-Mann. In der ARD-Krimireihe nach Romanen der US-Schriftstellerin Donna Leon löste Uwe Kockisch bis 2019 Fälle in Italiens berühmter Lagunenstadt. Die beliebte Sendung garantierte hohe Einschaltquoten. Der in Cottbus geborene Kockisch verkörperte in der 24-teiligen ARD-Fernsehsaga „Weissensee“ (2010-2018) über die Geschichte einer Ost-Berliner Familie den Stasi-Mann Hans Kupfer. Als Jugendlicher versuchte er die Flucht aus der DDR und musste einige Monate ins Gefängnis. Nach einer Schauspielausbildung spielte er über zwei Jahrzehnte am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, später kurz an der Berliner Schaubühne. Kockisch starb am 22. Dezember im Alter von 81 Jahren in Spaniens Hauptstadt Madrid.

Sexsymbol und Mythos: Filmlegende Brigitte Bardot

Verstorben: Die Toten des Jahres 2025

Erotisch, sexy und lasziv: Ein Bild, das aus Brigitte Bardot einen Mythos machte. Nun ist die Leinwanddiva im Alter von 91 Jahren gestorben.

Ihren internationalen Durchbruch als Schauspielerin schaffte Bardot mit „Und immer lockt das Weib“. Darin spielt Bardot ein 18-jähriges Waisenkind, das den Männern den Kopf verdreht. In dem Film von Roger Vadim, der Mitte der 1950er Jahre gedreht wurde, ging sie an die Grenze dessen, was damals vor der Kamera an Sexualität erlaubt war.

Bardot trug in Filmen wie „Die Verachtung“ von Jean-Luc Godard (1963), „Privatleben“ von Louis Malle (1962) und „Die Wahrheit“ von Henri-Georges Clouzot (1960) ihre Haut und erotische Ausstrahlungskraft natürlich und ungezwungen zur Schau. Der Nachwelt hinterlässt sie mehr als 45 Filme.

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in den Jahren 1973/74 verabschiedete sich Bardot von der Welt des Films. Sie war des Starrummels müde.

Sophia Kinsella starb an einem Hirntumor.

Sophia Kinsella starb an einem Hirntumor. Foto: dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel