WhatsApp und Instagram: Drei Neuerungen und ein Verbot kommen
Bestimmte Chats bei WhatsApp sind nur für die eigenen Augen bestimmt? Dann kann man vorsorgen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
Fotos, die nur kurz sichtbar sind - Profilbilder, die neu müssen: Das ändert sich derzeit bei beiden Apps.
(1) WhatsApp streicht Avatare als Profilbilder
Aus fürs virtuelle Ich im WhatsApp-Profil: Avatare lassen sich in dem Messenger bald nicht mehr bearbeiten und werden nach und nach bei allen Nutzenden entfernt, die sie als Profilfoto verwenden. Das Erstellen neuer Avatare ist auch nicht mehr möglich, wie Meta auf den WhatsApp-Hilfeseiten erklärt.
Avatare für den Messenger waren Ende 2022 eingeführt worden: Die persönlichen, grafischen Stellvertreter ließen sich auf Basis verschiedener Grundtypen erstellen und mit vielen Merkmalen von der Frisur bis hin zu Outfits individualisieren.
Wo die Avatare bleiben dürfen - sogar in 36-facher Ausführung
Damit konnte man sich dann auch ein Set von 36 personalisierten Stickern generieren lassen, die den eigenen Avatar mit verschiedenen Emotionen oder bei diversen Aktionen zeigen. Diese bestehenden Avatar-Sticker sollen laut Meta auch weiterhin verwendet werden können.
Einen Grund, warum die Avatare gehen müssen, nennt Meta nicht. Das Portal „WABetaInfo.com“, das zuerst über das Avatar-Aus berichtet hatte, vermutet aber, dass mangelndes Interesse der Nutzenden für das Ende der virtuellen Stellvertreter verantwortlich ist.
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WhatsApp: Neuerung könnte verwirren
(2) Instagram Instants lässt Schnappschüsse verschwinden
Meta macht zudem Snapchat Konkurrenz und hat ein eigenes Schnappschuss-Feature für verschwindende Bilder gestartet: Instagram Instants. Damit sollen spontane, ungefilterte Fotos entstehen, die die Nutzenden mit Freundinnen und Freunden teilen können, wie das Unternehmen mitteilt.
Bei diesen verschwinden die Fotos nach dem Betrachten wieder aus dem Postfach und sind ohnehin höchstens 24 Stunden aufrufbar. Anders beim Postenden: Bei ihr oder bei ihm werden die Fotos bis zu einem Jahr lang im Archiv gespeichert und können als Rückblick erneut in Instagram-Stories geteilt werden.
„Rückgängig“-Button und separate Instants-App
Die Instants-Funktion findet sich in der unteren rechten Ecke des Instagram-Postfachs (Fotostapel-Icon). Wurde ein Foto vorschnell oder versehentlich geteilt, gibt es auch einen „Rückgängig“-Button, um es zurückzuziehen.
Wer für Instants einen direkten Zugriff auf die Smartphone-Kamera haben möchte, kann auch eine separate App nutzen, die für Android und iOS bereitsteht. Instants, die man in der separaten App teilt, werden Freundinnen und Freunden auf Instagram angezeigt und umgekehrt.
In der App meldet man sich mit dem bestehenden Instagram-Konto an, wodurch die Schutzmaßnahmen für Teen-Konten und den Familienbereich auch für Instants gelten - einschließlich gemeinsamer Zeitlimits, Schlafmodus und Elternaufsicht, wie Meta erklärt.
(3) WhatsApp: Inkognito-Chats mit der KI kommen
Gespräche mit der Meta AI im WhatsApp-Messenger sollen bald auch inkognito möglich sein. Die Facebook-Tochter will dazu eine Technologie namens Private Processing ausrollen, die Chats zwischen User und KI gegen Einblicke von außen schützen soll. Das geht aus einem Beitrag im WhatsApp-Blog hervor. Die Inkognito-Chats sollen in den kommenden Monaten weltweit in WhatsApp und der Meta-AI-App ausgerollt werden.
Und so soll das Ganze funktionieren:
- Wer den Inkognito-Chats startet, beginnt eine zeitlich begrenzte Unterhaltung in einer laut Meta geschützten Umgebung.
- Das Unternehmen sagt, es habe auf die Inhalte dieser Chats keinen Zugriff.
- Diese Inkognito-Chats werden laut Meta nicht gespeichert und verschwinden nach einiger Zeit standardmäßig.
Außerdem soll in den kommenden Monaten eine neue Funktion namens Nebenchats hinzukommen - eine Art KI-Second-Screen für WhatsApp-Unterhaltungen. Die KI soll hier Unterstützung durch zusätzlichen Kontext zum Gespräch bieten, ohne den eigentlichen Chat zu stören, wie Meta schreibt. Die Nebenchats sollen ebenfalls via Private Processing privat bleiben. Weitere Details werden nicht genannt.
Meta AI: Was ist das eigentlich?
Meta AI kennen WhatsApp-Nutzer bisher als kleines lilafarbenes Blumensymbol in der Messenger-App, Instagram oder Facebook. Die KI soll Antworten auf die kleinen und großen Fragen des Lebens geben, Empfehlungen aussprechen oder Bildchen erzeugen. Meta nennt es „Dein persönlicher Assistent, Reiseführer, Wellness-Coach und mehr“. Laut Meta kann die KI nur Nachrichten lesen, die mit ihr geteilt werden, liest also nicht alle persönlichen Konversationen mit.
Die Interaktionen mit Meta AI sollen auch nicht zum Training der hauseigenen KI-Modelle verwendet werden. Die User werden mit dem KI-Chatbot aber offenbar noch nicht ganz warm. Wer in gängige Suchmaschinen „Meta AI“ eingibt, erhält auch prominent Vorschläge von Widerspruch über Deaktivieren bis hin zum - nicht vorgesehenen - Löschen des Dienstes.
Aktuell lässt sich die Meta AI im WhatsApp-Messenger nur für einzelne Chats abschalten. Und zwar dann, wenn in den Einstellungen des Chats oder der Gruppe die Funktion „Erweiterter Chat-Datenschutz“ aktiviert wird.
(4) WhatsApp-Chats vor anderen verstecken
Wer ein Smartphone mit anderen teilt, es öfter einmal entsperrt aus der Hand gibt oder einfach vorsorgen möchte, kann WhatsApp-Chats gezielt vor neugierigen Blicken schützen.
Der Schutz wird aktiviert, indem man auf den jeweiligen Chat länger drückt und dann „Chat sperren“ auswählt. Dann landet der Chat in einem Ordner namens „Gesperrte Chats“. Dieser ist verriegelt und lässt sich nur per Fingerabdruck, Gesichts-Scan, PIN oder Muster öffnen - je nachdem, was man als Gerätesperre festgelegt hat.
Oder soll es ein eigener Geheimcode sein?
Alternativ ist es möglich, den Ordner „Gesperrte Chats“ mit einem Code zu schützen, der sich von der Gerätesperre unterscheidet. Und das geht so:
- Auf „Gesperrte Chats“ tippen.
- Die Einstellungen (Dreipunkt-Menü) öffnen und auf „Einstellungen für die Chatsperre/Geheimcode“ beziehungsweise direkt auf „Geheimcode“ gehen.
- Den gewünschten Code eingeben, auf „Weiter“ tippen, den Code zur Bestätigung erneut eingeben und auf „Fertig“ tippen.
Was ist mit Benachrichtigungen und Anrufen aus gesperrten Chats?
Bei gesperrten Chats werden die Inhalte der Benachrichtigungen und die Kontaktinformationen verborgen. Benachrichtigungen werden stattdessen folgendermaßen angezeigt: „WhatsApp: 1 neue Nachricht“. Anrufe von Kontakten in gesperrten Chats werden nicht blockiert.
Wer von der Geheimniskrämerei genug hat, kann gesperrte Chats jederzeit wieder entsperren. Dazu länger auf den jeweiligen gesperrten Chat drücken, in die Einstellungen gehen und „Chat entsperren“ wählen. (dpa/tmn)
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