TVfL Horneburg: Der Umbruch mit den jungen Wilden
Verstärkung aus der A-Jugend für das Männer-Team (von links): Philipp Düselder, Justin Saul, Bjarne Maerz, Ole Hagedorn, Co-Trainer Christopher Buck, Trainer Christoph Hagedorn, Jonas Gerkens, David Lüer, Tim Kröger und Jakob Hansen. Fotos:
Der VfL Horneburg erlebt in der kommenden Saison einen personellen Umbruch. Viele Talente verlassen altersbedingt den Jugend-Bereich – und sollen den eigenen Männer-Handball wieder beleben.
Es war ein kurzes Telefonat mit dem Trainer. „Für mich war sofort klar, dass ich in Horneburg bleibe“, sagt Phillip Düselder. Der 18-Jährige ist seit der E-Jugend Handballer beim VfL, spielt in dieser Saison mit der A-Jugend in der höchsten deutschen Nachwuchsklasse – und er wird auch in der kommenden Saison in Horneburg bleiben. „Horneburg ist mein Verein.“
Düselder ist eines von bisher acht Talenten aus der A-Jugend, die in der Saison 2022/23 für die erste Männer-Mannschaft spielen werden. „Wir hoffen, dass wir dem Horneburger Männer-Handball einen Anschub aus der eigenen Jugend geben können“, sagt Stefan Hagedorn, Trainer der A-Jugend und Leiter der Handballsparte.
Glorreiche Zeiten beim VfL
Die Sehnsucht nach höherklassigem Handball dürfte groß sein. Stefan Hagedorn und sein Bruder Christoph – beide über zwei Meter groß – erlebten die glorreichen Zeiten beim VfL. Anfang der 2000er wurde das Männer-Team immer stärker, spielte einige Jahre in der dritten Liga. „Das war eine schöne Zeit“, sagt Stefan Hagedorn.
Im Moment ist die Männer-Mannschaft noch zwei Spielklassen von der dritten Liga entfernt. „Der Aufstieg ist auch erst mal nicht unser Anspruch“, sagt Christoph Hagedorn, der Trainer und stellvertretende Spartenleiter. Die Mannschaft hat aktuell andere Sorgen, kämpft in der Verbandsliga Nordsee um den Klassenerhalt. „Wir wollen uns erst mal stabilisieren.“
„Da kommt eine Menge Qualität nach oben“
Die Mannschaft zeigt in dieser Saison zwar gute Ansätze, „aber wir reißen das, was wir uns erarbeitet haben, immer wieder mit dem Hintern um“, sagt Hagedorn. Das sei auch am vergangenen Spieltag so gewesen, als der VfL zu Hause mit sieben Toren Unterschied verloren hat. „Wir hätten sicherlich schon fünf Punkte mehr auf dem Konto haben können, wenn wir cleverer gespielt hätten.“
In der kommenden Saison könnte sich das ändern, wenn die Spieler aus der A-Jugend hinzukommen. „Da kommt eine Menge Qualität nach oben“, sagt Stefan Hagedorn. Bisher seien erst mal die Talente angesprochen worden, die in der Gegend wohnen und noch ein Jahr zur Schule gehen.
Trainer Christoph Hagedorn gibt die taktische Marschroute vor.
Die Erwartungen sind groß
Zu den acht Spielern, die bereits zugesagt haben, gehören dann auch die Leistungsträger Ole Hagedorn und Jonas Gerkens. Hagedorn wechselt in der kommenden Saison zwar zum Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau, durch ein Zweitspielrecht wird er in dem Jahr aber auch für den VfL spielen können (das TAGEBLATT berichtete). „Wir können alle Spieler gut gebrauchen. Die Jungs eröffnen neue Perspektiven“, sagt Männer-Trainer Christoph Hagedorn. Einige der A-Junioren spielen und trainieren hin und wieder schon in seiner Mannschaft.
Die Erwartungen sind groß. „Die Talente bringen unglaublich viel Wurfkraft aus zweiten Reihe mit“, sagt Hagedorn, die fehle seiner Mannschaft vor allem in Spielen gegen defensiv eingestellte Abwehrreihen. Und der Trainer erhofft sich noch einen positiven Effekt in anderer Hinsicht: „Die Jungs sind heiß wie Frittenfett. Das darf sich gerne auf die gesamte Herren-Mannschaft abfärben.“
A-Jugend: Abenteuer Bundesliga endet
Die Verantwortlichen sind sicher, dass neben der Qualität auch die Quantität stimmen wird. Damit hätte die Mannschaft mal wieder eine ausreichend große Trainingsgruppe und genügend Spieler, um Ausfälle zu kompensieren. Christoph Hagedorn schließt nicht aus, dass weitere A-Junioren hinzukommen. „Wir schicken keinen weg“, sagt er. Die Gespräche laufen. Geld werde beim VfL Horneburg nicht gezahlt.
Sollte sich die A-Jugend erneut für die Bundesliga qualifizieren, wird der Verein nicht melden. Denn altersbedingt verliert die Mannschaft viel Qualität. Stefan Hagedorn geht davon aus, dass es einige Jahre dauern wird, bis eine Mannschaft wieder das Potenzial für die höchste Jugendklasse hat. „Ich traue das vor allem unserer C-Jugend zu“, sagt Hagedorn. Die C-Jugend führt die Oberliga-Tabelle souverän an: 13 Spiele, 13 Siege. Die Nachfolger stehen bereit.
Bundesliga
Die A-Jugend des VfL Horneburg empfängt am Sonnabend (19.30 Uhr) den Tabellenletzten seiner Hauptrundengruppe in der höchsten deutschen Jugendklasse. „Wir wollen unseren Weg fortsetzen“, sagt Trainer Stefan Hagedorn. Ein Sieg ist Pflicht für den Spitzenreiter, der auf dem Weg in die K.o.-Runde der deutschen Meisterschaft kaum noch einzuholen ist. Hagedorn will vor allem die Talente einsetzen, die bisher wenig gespielt haben. „Ich erwarte eine engagierte Leistung“, so der Trainer. Phillip Düselder und Ben Reinhardt werden ausfallen. (tim)
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