TVfL Horneburg verspielt den Sieg in zehn Minuten
Harte Arbeit: In dem umkämpften Bundesligaspiel erzielte VfL-Handballer David Lüer (Mitte) zwei Tore. Foto: Felix Schlikis
Der VfL Horneburg hat sein Auftaktspiel in der Handball-Bundesliga der A-Junioren verloren. Die Mannschaft von Trainer Stefan Hagedorn konnte dennoch lange mit einer Spitzenmannschaft mithalten, die über ganz andere Möglichkeiten verfügt als der VfL.
Die Mannschaft von Trainer Stefan Hagedorn musste sich dem TSV GWD Minden mit 27:33 geschlagen geben. Das Spiel ist umkämpft. Als „nicklig“, bezeichnet Stefan Hagedorn die Abwehrarbeit der Gäste, die in einer offensiven 3:3-Formation verteidigen. Beide Teams kassieren früh Zeitstrafen. In der fünften Minute wirft Niklas Aukschlat den VfL in Führung.
Die 225 Zuschauer in der Halle johlen, klatschen und trommeln. „Wir waren taktisch gut auf Minden eingestellt, sind gut ins Spiel gekommen“, sagt Hagedorn. Zur Halbzeit führen die Horneburger mit drei Toren gegen den Favoriten. Sogar ein größeres Torepolster sei möglich gewesen. Der VfL ließ in Überzahl immer wieder Gegentore zu, nutzte zudem kurz vor der Pause einen aussichtsreichen Tempogegenstoß nicht, um die Führung auszubauen.
Die ersten 30 Minuten der soeben begonnenen Saison zeigen: Der VfL hält mit, bereitet einem Großen der Branche arge Probleme. Knapp ein Jahr ist es her, dass die Mannschaft von Stefan Hagedorn in der Bundesliga-Premierensaison mit 37:18 in Minden verlor. Von einem Klassenunterschied ist an diesem Abend in der Halle an der Hermannstraße nichts zu sehen. In bester Torlaune präsentiert sich Ole Hagedorn. Er trifft 14 Mal.
Einbruch nach der Pause
Weil Horneburg nach der Pause kurzzeitig das Handballspielen einstellt, reicht es nicht zum Heimsieg. Während die VfL-Spieler gedanklich noch in der Kabine zu weilen scheinen, legt Minden einen Sechs-Tore-Lauf hin. 14:17 zeigt die Tafel in der 39. Minute. „So eine Phase des Abschaltens darfst du dir in der Bundesliga einfach nicht erlauben“, sagt Hagedorn. „Wir waren in diesen zehn Minuten offensiv wie defensiv gar nicht da, haben uns damit im Grunde selbst besiegt.“ Obwohl seine Mannschaft noch einmal auf 22:24 herankam, sei die Niederlage verdient, trotz der sehr guten ersten Halbzeit.
„Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Die Mindener haben mit ihrem Sportinternat ganz andere Möglichkeiten als wir, trotzdem konnten wir mithalten, haben uns sehr gut verkauft“, so Hagedorn. Letztlich habe ein bisschen Cleverness gefehlt.
Am Sonnabend reisen die Horneburger nach Flensburg und treffen auf die nächste Spitzenmannschaft. Spieltaktisch erwarte den VfL bei der SG Flensburg-Handewitt eine ganz andere Aufgabe, so Hagedorn. Leichter wird sie nicht. Im Kader des Junioren-Bundesligisten sind Spieler zu finden, die schon zum Kader der ersten Bundesliga-Mannschaft zählten.
Die Statistik
VfL Horneburg: Maerz, Motzkus, Aukschlat 1, Weiß 3/davon 1 Siebenmeter, Gerkens 5, Hagedorn 14/4, Saul, Meinke, Meister, Kortstegge 2, Cloppenburg, Kröger, Lüer 2, Reinhardt, Jungclaus
Nächstes Spiel: SG Flensburg-Handewitt – VfL Horneburg (Sbd., 19. September, 14 Uhr, Handewitt)