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Kommunalwahl

Wahlbeobachtung aus Misstrauen? Warum es daran Kritik gibt

In sozialen Netzwerken wird dazu aufgerufen, die Auszählung der Stimmen zu beobachten. (Archivbild)

In sozialen Netzwerken wird dazu aufgerufen, die Auszählung der Stimmen zu beobachten. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Stimmen zählen, Zahlen notieren, Ergebnisse vergleichen: Im Internet werden Menschen aufgefordert, die Kommunalwahl zu beobachten. Warum solche Aufrufe problematisch sein können.

Von dpa 13.09.2026, 10:00 Uhr
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Hannover/Wesermarsch. In sozialen Netzwerken kursieren vor der Kommunalwahl in Niedersachsen Aufrufe, die Auszählung in Wahllokalen zu beobachten. „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“, schreibt etwa die AfD Wesermarsch auf Facebook und empfiehlt ihren Anhängern, als Wahlbeobachter aktiv zu werden. Zunächst hatte die „Nordwest-Zeitung“ berichtet.

Die Partei rät, das Wahllokal kurz vor der Schließung aufzusuchen, die mündlich verkündeten Zahlen des Wahlleiters aufzuschreiben und später mit den veröffentlichten Ergebnissen zu vergleichen. „Gegebenenfalls auftretende Unregelmäßigkeiten dürfen Sie dokumentieren und melden“, heißt es in dem Post. „Stärken Sie unsere Demokratie als Wahlbeobachter in Ihrer Gemeinde!“

Wahlbeobachtung erfolgt nach strengen Prinzipien

Die Plattform Wahlen sieht solche Aufrufe kritisch. Zwar habe jeder Bürger und jede Bürgerin das Recht, bei der Auszählung der Stimmen dabei zu sein. Doch Wahlbeobachtung müsse nach strengen, international abgestimmten Prinzipien erfolgen. „Dazu zählen politische Neutralität, Transparenz der Methoden, Nichteinmischung in den Wahlprozess und organisatorische Unabhängigkeit“, betonte die Gründerin der Plattform Wahlen, Stefanie Schiffer. „All dies ist bei den rechtsextremen, AfD-nahen Netzwerken, die derzeit zu Wahlbeobachtung aufrufen, nicht gegeben.“

Stattdessen werde das Narrativ einer vorsätzlichen Manipulation von Wahlen verbreitet und damit Misstrauen in Wahlprozesse und demokratische Institutionen gefördert, kritisiert die Organisation. Solche Aufrufe zur Wahlbeobachtung ordne die Plattform daher dem Bereich der Desinformation zu.

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Ulla Bowe
13.09.202618:57 Uhr

Desinformation ist doch erst gegeben, wenn Ergebnisse falsch wiedergegeben werden. Ich glaube, die Wahlbüros sind in ihrer personellen Ausstattung so routiniert und gefestigt, daß sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr sorgfältig und unabhängig arbeiten. Dennoch: Fehler können passieren und dann ist es aus demokratischer Sicht gut, wenn diese beobachtet, dokumentiert und korrigiert werden. Das hat m.W. bisher immer geklappt. Die AfD wird hier die Arbeit der Wahlbüros nicht für parteipolitische Diffamierungen missbrauchen können, so sie es denn wollte.
Michael Bowe

Ulla Bowe antwortete am
14.09.202611:42 Uhr

@H Unbestritten ist für mich die Destruktivität und Rüpelhaftigkeit, mit der ein großer Teil der Abgeordneten der A(bgrund)f(ür)D(eutschland)-Partei auf allen Ebenen auftreten.Gut zu sehen war diese unerträgliche Art aktuell bei deren Auftritten anlässlich der Haushaltsdebatten im Deutschen Bundestag.Mehrmals musste die Bundestagspräsidentin deutlich zur Mäßigung aufrufen. Benehmen scheint ein Fremdwort für viele "blaue" Abgeordnete zu sein. Dennoch habe ich aus meiner Zeit als aktiver Wahlhelfer die Mithelfer:innen als besonnen,gefestigt und unbeirrbar erlebt, die ihre Tätigkeit routiniert und kompetent absolviert haben. Daher glaube ich, daß auch solche, wie Sie es offenbar empfinden,"Rollkommandos",deren Intentionen dann wirklich sehr undemokratisch sind (was ich auch glauben kann), bei vielen Wahlhelfern/-helferinnen nicht die Wucht entfalten können, um deshalb zu anfechtbaren Ergebnissen zu kommen.
Michael Bowe

H
Heiko Kania antwortete am
14.09.202610:19 Uhr

Lieber Herr Bowe, wer flächendeckend die Briefwahl diskreditiert und z. B. vierköpfige "Rollkommandos" in die Briefwahlvorstände "einfallen" lässt, will Unsicherheit bei Agierenden und Reagierenden verursachen. Hier in Harsefeld war dieses Kommando unter Anführung von Herrn Matthias Alpers aktiv. Prompt gab es vom offensichtlich verunsicherten Personal eine falsche gemeldete Zahl. Meiner Bitte an die betreffenden Personen, nach Ende ihrer hochnotpeinlichen Überwachungsmission, doch zu uns in den Ratsaal zu kommen, folgten sie kurzzeitig. Erkennbar war auch in der kurzen Zeit ihrer physischen Präsenz im Ratsaal, wir scheinen uns nicht im selben Orbit zu befinden.

H
Heiko Kania
13.09.202615:52 Uhr

Systematische "AfD"-Aufrufe zur Wahlbeobachtung ordnet die Plattform "Wahlen" dem Bereich der Desinformation zu. DAS ist doch "echte Verunglimpfung" dieser russland-affinen "Spalter-Partei"!

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