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Leichtsinn und böser Wille

Waldbrände haben nur in Ausnahmefällen natürliche Ursachen

Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland  - Waldbrände gab es in diesem Sommer in mehreren europäischen Ländern. Soweit die Ursache ermittelt werden kann, ist in aller Regel menschliche Unachtsamkeit oder böser Wille die Ursache. (Symbolbild)

Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland - Waldbrände gab es in diesem Sommer in mehreren europäischen Ländern. Soweit die Ursache ermittelt werden kann, ist in aller Regel menschliche Unachtsamkeit oder böser Wille die Ursache. (Symbolbild) Foto: Lorena Sopêna/EUROPA PRESS/dpa

Der Sommer ist so trocken, dass in Deutschland gleich mehrere Waldbrände ausbrachen. Soweit ermittelt werden kann, haben die Feuer allzu oft menschliche Ursachen.

Von dpa 27.08.2026, 04:35 Uhr
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Unterföhring. Nur ein sehr geringer Anteil der Waldbrände in Deutschland hat Versicherungsexperten zufolge natürliche Ursachen. Soweit ermittelt werden könne, sei sehr häufig menschlicher Leichtsinn oder böser Wille die Ursache, sagt Alexander Lührig, Leiter der Allianz Agrarversicherung, unter Berufung auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. 

In nur rund drei Prozent aller Fälle hat demnach ein Feuer im Wald natürliche Ursachen. Der größte deutsche Versicherer sieht wegen der Trockenheit ein deutlich erhöhtes Risiko großer Waldbrände. „Der Klimawandel zündet keine Wälder an, er legt das Brennmaterial bereit“, sagt Lührig. „Und dann brennt es schneller und heißer.“

Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer - und Brandstiftung 

Die amtlichen Zahlen für das Jahr 2025: Drei Prozent der Waldbrände hatten eine natürliche Ursache, meist Blitzschlag. In fast der Hälfte der Fälle (46 Prozent) konnten die Ursachen nicht geklärt werden.

In 27 Prozent aller Fälle war Fahrlässigkeit die Ursache, in 19 Prozent Vorsatz. Zieht man nur die aufgeklärten Fälle in Betracht, haben 95 Prozent der Waldbrände menschliche Ursachen, wie Lührig erläutert. „Wo sie geklärt wird, ist es fast immer der Mensch: Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, Brandstiftung.“

Feuer dieses Sommers Folge einer mehrjährigen Entwicklung

Die Feuer dieses Sommers sind nach Einschätzung des Allianz-Managers Folge einer Verkettung von Krisen über mehrere Jahre hinweg. „Trockenheit schafft ideale Bedingungen für den Borkenkäfer“, sagt Lührig - die Insekten hatten in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts hohe Schäden angerichtet und in mehreren Bundesländern große Fichtenbestände zum Absterben gebracht. 

„Die geschädigten Bäume hinterlassen Totholz, während Hitzestress Gräser, Nadeln und andere Feinmaterialien absterben lässt“, sagt Lührig. Damit sammelt sich leicht entzündlicher Brennstoff auf dem Waldboden. „Wenn dann die nächste Dürre- und Hitzeperiode kommt, trifft sie auf einen bereits vorgeschädigten Wald mit deutlich mehr brennbarem Material.“ 

Die Umweltorganisation WWF plädiert dafür, die Wälder „weniger brennbar“ zu machen. Die Wälder seien über Jahrhunderte entwässert und trockengelegt worden, sagte WWF-Waldfachmann Johannes Zahnen. Das müsse rückgängig gemacht werden. „Wasser im Wald zu halten kühlt, stärkt die Bäume, senkt die Brandgefahr und bildet obendrein neues Grundwasser.“

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