Zähl Pixel
Krankenversicherung

Warentest: Etliche PKV-Tarife schlechter als die Gesetzliche

In einer aktuellen Untersuchung hat die «Stiftung Warentest Finanzen» PKV-Tarife von 35 Gesellschaften in insgesamt 1245 Kombinationen unter die Lupe genommen und sie mit den Leistungen der GKV abgeglichen.

In einer aktuellen Untersuchung hat die «Stiftung Warentest Finanzen» PKV-Tarife von 35 Gesellschaften in insgesamt 1245 Kombinationen unter die Lupe genommen und sie mit den Leistungen der GKV abgeglichen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Ist die private Krankenversicherung wirklich immer besser als die gesetzliche? Keineswegs, zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest - und offenbart dabei weitere Überraschungen.

Von dpa 20.02.2025, 13:00 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Verdienen Sie 2025 mehr als 73.800 Euro brutto im Jahr? Dann haben Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer grundsätzlich die Möglichkeit, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private (PKV) zu wechseln.

Doch egal, ob Sie sich davon einen besseren Schutz oder günstigere Beiträge erhoffen: Bei der Auswahl des Tarifs sollten Sie ganz genau hinschauen - andernfalls laufen Sie Gefahr, sich zu verschlechtern. Darauf weist die Zeitschrift „Stiftung Warentest Finanzen“ (Ausgabe 3/2025) hin.

In einer aktuellen Untersuchung hat die Zeitschrift PKV-Tarife von 35 Gesellschaften in insgesamt 1245 Kombinationen unter die Lupe genommen und sie mit den Leistungen der GKV abgeglichen. Von all den möglichen Tarifkombinationen wurden am Ende nur diejenigen überhaupt in den Test aufgenommen, die mindestens den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherungen bieten und bei denen der Selbstbehalt für Krankheitskosten nicht mehr als 660 Euro beträgt.

Teurer ist nicht immer besser

Das Ergebnis: Damit fallen schon zwei Drittel der Tarife heraus, weil sie nicht dem Leistungsumfang der GKV genügen. Lediglich 23 Anbieter und 384 Tarifkombinationen bleiben im Rennen. Was ebenfalls überrascht: Unter den von der Stiftung Warentest empfohlenen Top-Tarifen gilt nicht „je teurer, desto besser“. Schon mit einem vergleichsweise preiswerten Tarif können Privatversicherte gut versorgt sein.

  • So ist die für gesunde Angestellte und Selbstständige im Alter von 35 Jahren günstigste empfehlenswerte Tarifkombination von Arag (ME600, KTV42/150, PVN) mit der Note „sehr gut“ (1,3). Deren Beitrag liegt im Modellfall bei 649 Euro pro Monat.
  • Gesunde, ledige Beamte im Alter von 30 Jahren fahren mit der Continentale (Comfort-B/50S, SP2-B/50S, PVB) am besten - Note: „gut“ (2,0). Hier liegt der Monatsbeitrag bei 250 Euro (unter Annahme eines 50-prozentigen Beihilfeanspruchs ihres Dienstherren).

Was Privat-Versicherte unbedingt wissen sollten:

  • PKV-Beiträge werden im Gegensatz zu den GKV-Beiträgen einkommensunabhängig festgesetzt.
  • Selbst wenn das Einkommen sinkt, steigt der PKV-Beitrag mit zunehmendem Alter und kann sich laut Stiftung Warentest bis zum Renteneintritt so mehr als verdoppeln.
  • Wem der Beitrag dann über den Kopf wächst, hat kaum noch Möglichkeiten, zurück in die GKV zu wechseln.
  • Das ist regelmäßig nur bis zum 55. Lebensjahr möglich - und selbst dann nicht trivial.
Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Krampfadern und Hitze: 7 Tipps für Sommertage

Krampfadern haben oft schwere Beine und Schwellungen in Gepäck - insbesondere an warmen Tagen. Was dann eine Wohltat ist? Den Kompressionsstrümpfen einen kurzen Ausflug ins TK-Fach gönnen.

Hitze-Notfälle erkennen – und handeln

Hohe Temperaturen wie in diesen Tagen bringen den Körper an seine Grenzen und können sogar tödlich sein. Wer besonders gefährdet ist, welche Warnzeichen man kennen sollte - und was dann zu tun ist.

Von Spucke bis Salbe: Was bei Mückenstichen hilft

Kein Sommer ohne kleine Quaddeln auf Armen und Beinen: Mückenstiche sind lästig, weil sie sich durch ihr Jucken immer wieder in unser Bewusstsein schieben. Eine Ärztin verrät, was dann (nicht) hilft.