AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Alarm

Warntag: Das passiert im Kreis Stade – Dringender Appell

Per Cell Broadcast kommt die Warnmeldung am 10. September direkt aufs Handy.

Per Cell Broadcast kommt die Warnmeldung am 10. September direkt aufs Handy. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa-tmn

In der kommenden Woche alarmieren wieder Sirenen, Handys, Rundfunk und mehr. Wer sichergehen will, sollte seine Einstellungen prüfen.

Von Redaktion 04.09.2026, 05:59 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Landkreis. Rund 230 Sirenen ertönen am kommenden Donnerstag, 10. September, um 11 Uhr, im Landkreis Stade. Hintergrund des Alarms ist der bundesweite Warntag. Dieser ist eine gemeinsame Aktion von Bund, Ländern und Kommunen.

Wie klingt der Probealarm?

Den Angaben nach gibt es ein Sirenensignal mit „einer Minute Heulton, ununterbrochen auf- und abschwellend, wie es bei Katastrophen und anderen weitreichenden Notereignissen zu Einsatz kommt“, so der Landkreis Stade. Das können beispielsweise Großbrände mit schwerer Rauchentwicklung, schwere Hochwasser, verheerende Waldbrände, Chemieunfälle mit Schadstoffaustritt oder andere große Krisen- oder Katastrophenlagen sein.

Im Landkreis Harburg wurden in den letzten Jahren 64 moderne Sirenen in Betrieb genommen.

Im Landkreis Harburg wurden in den letzten Jahren 64 moderne Sirenen in Betrieb genommen. Foto: Landkreis Harburg

Anders als die alten Pilzkopfsirenen können die neuen „Sirenenhörner“ nicht nur mit Heultönen warnen, sondern auch Sprachdurchsagen verbreiten. Am Warntag 2026 wird das allerdings nicht erprobt. Zudem verfügen die neuen Anlagen über Akkus, so dass auch bei Stromausfall noch Warnungen möglich sind.

Die Bevölkerung solle sich beim Hören des Tons über Warn-Apps, Radio, Internet, zuständige Behörden oder andere Informationswege informieren und die Sicherheitshinweise beachten.

Wie wird die Warnung an Handys geschickt?

Auch Handys werden am Donnerstag alarmieren. Dafür sorgt beispielsweise die amtliche Warn-App des Bundes, NINA. Diese informiert Bürger über aktuelle Gefahrenlagen an ihrem Standort. Am Warntag wird die App ebenfalls einen Alarm abgeben.

Neben der NINA-App gibt es weitere Apps wie Katwarn oder Biwapp. Ebenfalls werde das „Cell-Broadcast-System“ eingesetzt. Mit diesem System können Behörden Warnnachrichten als SMS direkt auf das Handy schicken.

Cell Broadcast setzt auf eine Kombination aus akustischem Signal, Anzeige auf dem Bildschirm und Vibration, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Persönliche Daten oder Telefonnummern werden den Angaben zufolge nicht benötigt. Die Übermittlung erfolge anonym.

Was tun, wenn das Handy nicht warnt?

Um die Warnmeldungen empfangen zu können, muss das Gerät eingeschaltet und empfangsbereit sein. Das heißt, Handys müssen Empfang haben (also in einer Funkzelle registriert sein). Eine App oder vorherige Registrierung ist für das System nicht notwendig. Zudem sollte die aktuellste Betriebssystemversion auf dem Gerät installiert sein.

Cell-Broadcast-fähig sind nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Geräte mit Android ab Version 11 sowie mit iOS ab Version 16.1.

In den iOS-Mitteilungseinstellungen kann man überprüfen, dass alle Einstellungen für „Cell Brodcast“ aktiviert sind.

In den iOS-Mitteilungseinstellungen kann man überprüfen, dass alle Einstellungen für „Cell Brodcast“ aktiviert sind. Foto: Screenshot/Kress

Zudem kann man laut dpa die Einstellungen des Geräts prüfen: Unter „Cell Broadcast“ oder „Notfallbenachrichtigungen“ bei Android-Geräten oder „Offizielle Warnmeldungen“ auf Apple-Geräten könne man sicherstellen, dass alle Meldungsarten aktiviert sind.

Warum gibt es den Warntag?

Den bundesweiten Warntag gibt es seit 2020. Er findet in der Regel jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September statt. „Die Aktion soll einerseits Informationen darüber liefern, an welchen Stellen es in der Alarmierungskette womöglich hakt und ob Sirenen defekt sind - und andererseits die Menschen im Landkreis Stade mit den Sirenensignalen vertraut machen“, erklärt Landrat Kai Seefried.

Lesen Sie auch

Zuständig ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das weitere Informationen bereitstellt. Die Behörde führt zudem eine Online-Befragung durch, bei der Bürger die Chance haben, ihre Erfahrungen am Warntag zu teilen. Durch das Feedback wolle man die Notfallvorsorge verbessern.

Auf den Knopf gedrückt wird - zumindest für den Landkreis Stade - in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Wiepenkathen.

Aus der Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstelle in Wiepenkathen wird am Donnerstag der Probealarm im ganzen Landkreis gestartet.

Aus der Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstelle in Wiepenkathen wird am Donnerstag der Probealarm im ganzen Landkreis gestartet. Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke

Notruf soll freigehalten werden

Der Landkreis Stade bittet darum, die Notrufe 110 und 112 am Warntag freizuhalten. Diese seien ausschließlich für echte Notfälle gedacht und dürften auf keinen Fall zum Probealarm blockiert werden.

Angehörige, Nachbarn und Bekannte informieren

„Sirenen oder andere Warntöne können Menschen einen großen Schrecken einjagen“, schreibt die dpa. Gründe hierfür könnten Kriegserfahrungen, Fluchtgeschichten oder andere traumatische Erlebnisse sein. Das BBK rät daher, besonders auf Ältere und andere betroffene Menschen zuzugehen und sie auf den Warntag vorzubereiten.

Wer befürchtet, dass die eigenen Haustiere vom Alarm verschreckt werden könnten, solle sie zum Warnzeitpunkt um 11 Uhr in einen geschlossenen Raum mit Abstand zu Telefonen, Sirenen & Co bringen.

Gibt es eine Entwarnung?

Um 11.45 Uhr finde eine Entwarnung per einminütigem gleichbleibendem Dauerton statt. Sowohl am Warntag als auch im Ernstfall bedeutet dies, dass die Gefahr vorüber ist. (pm/dpa/kk)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel