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Kritik

Warum ARD und ZDF die Handball-EM der Frauen nicht live zeigen

DHB-Co-Kapitänin Emily Bölk soll das Team führen. Archivfoto: Gambarini/dpa

DHB-Co-Kapitänin Emily Bölk soll das Team führen. Archivfoto: Gambarini/dpa

Den Anwurf der DHB-Auswahl heute Abend zur Prime Time gibt's nur im Internet zu sehen. Der Bundestrainer bedauert das – ARD und ZDF nicht.

Samstag, 05.11.2022, 14:12 Uhr

Bundestrainer Markus Gaugisch hat mit Bedauern auf die erneut fehlende Live-Präsenz der deutschen Handball-Frauen im klassischen Fernsehen bei der Europameisterschaft reagiert. „Das ist schade“, sagte Gaugisch der Deutschen Presse-Agentur vor dem EM-Auftakt der DHB-Auswahl an diesem Sonnabend (20.30 Uhr) gegen Polen.

Die Spiele der deutschen Mannschaft sind wie bei der WM im Vorjahr nur im Internet bei Sportdeutschland.tv zu sehen. Der Online-Sportsender besitzt die Übertragungsrechte an allen EM- und WM-Turnieren der Frauen bis 2025 – und ja, Fans des Frauenhandballs ist der Livestream aus der Handball-Bundesliga bestens bekannt. Aber: Das Millionen-Publikum fehlt.

Anders als bei den Männern berichten die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF nur in kurzen Zusammenfassungen über das Turnier in Slowenien, Nordmazedonien und Montenegro.

ARD: Können „leider nicht alle Sportgroßereignisse live abbilden“

„Die ARD begleitet die EM nachrichtlich und in allen Magazinsendungen“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky auf dpa-Anfrage. „Als Vollprogramm haben wir einen Sportanteil im Ersten von circa acht Prozent. Darüber hinausgehend können wir in einem Jahr mit Großereignissen wie Olympia, der Fußball-WM und den European Championships nicht noch mehr Sendeplätze belegen, die der Information, der Kultur oder anderen Programmgenres vorenthalten werden müssten.“

Die ARD könne „leider nicht alle Sportgroßereignisse live abbilden“, erklärte der Sportchef weiter. „Dies gilt auch für die Handball-EM der Frauen.“ Ähnlich äußerte sich das ZDF. Der Sender werde „nachrichtlich in seinen Sport-Regelsendungen“ über die EM berichten, hieß es aus Mainz. „Das ZDF ist ein öffentlich-rechtliches Vollprogramm und kein reiner Sportsender – entsprechend ist immer abzuwägen, wie viel Live-Sport den Zuschauerinnen und Zuschauern angeboten werden kann.“

Traum vom Halbfinale: DHB-Frauen wollen glänzen

„Wir wollen den Schritt in die Öffentlichkeit vollziehen. Dafür benötigen wir Medien, die mitziehen. Ich würde mir natürlich wünschen, dass die Nationalspielerinnen wahrgenommen werden und ihre Gesichter und Leistungen in Deutschland bekannt werden“, sagte Gaugisch. „Das ist für den Erfolg und die Wahrnehmung der Sportart ganz wichtig.“

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