Warum ein Stader Künstler das Horneburger Schloss weiß streichen wollte
Maler Matthias Weber nutzt alte Aktenordner für seine Kunst. Foto: Buchmann
Das Horneburger Schloss hat sich fest als Ort für Kunst und Schaffenskraft etabliert. Im November nehmen zwei Künstler den Raum ein, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Horneburg. Im November verwandelt sich das Horneburger Schloss in einen Ort der Kontraste. Der Stader Künstler Matthias Weber stellt dort gemeinsam mit seinem Kölner Kunstkollegen Wolfgang Lüttgens unter dem Thema „Transit“ Werke aus, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Während Weber bildlich-abstrakt mit Farben, Pappmaché und Schleifband arbeitet, setzt Lüttgens mehr auf den strategisch-minimalistischen Einsatz von Strichen, Fotografien und Reproduktionen. „Wenn meine Kunst Popmusik ist, wäre Wolfgangs eher Klassik“, erklärt Weber.
Alte Aktenordner werden Kunstwerke
In der Ausstellung präsentiert der Stader, der ebenfalls als Kurator und Ausstellungsführer im Stader Kunsthaus tätig ist, eine Auswahl von umgestalteten Aktenordnern.

Die Aktenordner nutzt Weber als Farbpalette, bevor er daraus individuelle Kunstwerke schafft. Foto: Matthias Weber
Die Idee sei entstanden, nachdem er einen Ordnerdeckel als Farbpalette benutzt hatte, sagt Weber. Die unbeabsichtigten Farbkleckse im Zusammenspiel mit der Musterung des Ordners hätten ihn inspiriert, sie als Teil einer Collage weiterzudenken.
Das verbindende Element der Ausstellung
Das Collagieren ist das Element, das Weber und Lüttgens trotz ihrer unterschiedlichen Ansätze verbindet. „Wir bringen Dinge zusammen, die nicht immer zusammengehören“, erklärt Weber. Bereits Vorhandendes weiterzudenken, präge sein Schaffen. „Wenn ich ein weißes Papier oder eine Leinwand sehe, drehe ich durch“, sagt Weber.

Wolfgang Lüttgens stellt gemeinsam mit Matthias Weber im Horneburger Schloss aus. Foto: Wolfgang Luettgens
Für ihn sei das Unbeabsichtigte der Ausgangspunkt seiner Kunst, „denn wir gestalten immer, egal was wir tun“. Das Horneburger Schloss sei ein interessanter Ort, um die Kontraste der beiden Künstler zu zeigen.
Künstler wollte Ausstellungsraum komplett weiß streichen
Die Ästhetik dieses „Lost Places“ finde er „cool“. Eigentlich hatte Weber geplant, den kompletten Innenraum weiß zu streichen, um ihn wie einen „musealen Raum“ wirken zu lassen.

Das Horneburger Schloss gleicht durch seine rustikale Optik einem „Lost Place“. Foto: Vasel
Der Plan scheiterte jedoch am Einverständnis des Schlossherrn. Die Weitläufigkeit des Raumes wollen Weber und Lüttgens bewusst nicht vollends ausnutzen: „Nicht überall, wo ein Nagel hängt, muss auch ein Bild hängen.“
„Transit“ von Wolfgang Lüttgens und Matthias Weber eröffnet am Sonntag, 8. November 2026, um 14 Uhr im Horneburger Schloss (Marschdamm 4, 21640 Horneburg). Die Ausstellung ist bis zum 21. November an folgenden Tagen geöffnet: 8. November von 13 bis 7 Uhr, 14./15. November von 13 bis17 Uhr, am 21. November von 13 bis17 Uhr. Weitere Termine nach Vereinbarung mit Matthias Weber unter 0157/80 99 16 43.
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