TWenn Hunde in Deinste Wellness machen
Frischer Bademantel inklusive: In Deinste bekommen die Vierbeiner Schlammpackung und „Hydrotherapie“. Fotos: Ahrens
Massage, Maske und Schlammpackung gehören zu einem Tag im Spa dazu. Das gilt in Deinste jetzt auch für Hunde: In ihrem neuen Hundesalon bietet Kim Stefanie Dähne auch Wellness. Was das bringen soll - und welche Tipps sie Hundebesitzern für Zuhause gibt.
Mit seinen Knopfaugen blinzelt der Zwergspitz seine Besitzerin Kim Stefanie Dähne an. Unter seinem pinken Bademantel ist der Hund noch nass. Die letzten Wassertropfen platschen auf das Metall des blechernen Waschbeckens. Der Zwergspitz ist wie immer top frisiert. Kein Wunder - denn seine Besitzerin nennt sich seit Kurzem Hundefriseurin. Doch auf ihrem Plan steht mehr als nur Trockenschnitt oder gründliche Dusche.
Die Begriffe „Thalasso Therapie“ und „Hydrotherapie“ lassen die meisten Hundebesitzer ratlos zurück. Dahinter verbergen sich die beiden Wellnessangebote, die im „Dog Spa“ in Deinste gebucht werden können. Hinter dem Wort Thalasso versteckt sich, ähnlich wie bei Menschen, eine natürliche Schlamm-Packung. Etwa 20 Minuten lang massiert Kim Stefanie Dähne die Mischung aus verschiedenen Schlammarten und Seetang in die Haut des Hundes ein. „Es sind natürlich extra für Hunde entwickelte Produkte, Humanprodukte haben einen viel zu hohen Salzgehalt und können zu extremen Reizungen führen“, sagt Dähne.
Behandlungen fördern Gesundheit des Hundes
Neben allen entspannenden Wellness-Aspekten steht bei der Therapie vor allem die Gesundheit des Hundes im Vordergrund. Die Massage rege den Stoffwechsel an. Die Schlickstoffe im Schlamm dringen in die Haut ein, transportieren Schadstoffe ab und können so Juckreiz lindern, beispielsweise bei Zeckenbissen, erklärt Dähne. Die kleinen Partikel haben eine antibakterielle Wirkung und nehmen überflüssen Talg und Schmutz auf. Doch die Schlamm-Maske ist besonders intensiv: „Dafür muss der Hund komplett fit, ohne Herzleiden und offene Hautstellen sein“, sagt die 39-Jährige.
Die mildere Variante ist die Hydrotherapie. Bei der Dusche mit Massage wird Wasser angereichert mit Kohlendioxid, Wasserstoff und Bikarbonat verwendet. Beide Therapien können dem Hund den Fellwechsel erleichtern, beschreibt die Hundefriseurin: „Die Hunde haaren dann für ein paar Tage sehr stark, aber danach ist erstmal für Wochen Ruhe.“
Kim Stefanie Dähne kümmert sich um das Wohlergehen ihrer Kunden.
Neben dem Luxuspaket bietet die Hundefriseurin in Deinste auch die klassischen Dienstleistungen an: Baden, Bürsten, Schneiden, Ohren reinigen oder Krallen schneiden sind nur einige Beispiele. Aber wie wird man eigentlich Hundefriseur?
„Jeder dürfte sich Hundefriseur nennen“, sagt Kim Stefanie Dähne. Der Begriff sei nicht geschützt, sodass er keiner speziellen Ausbildung bedarf. Doch die Friseurin aus Deinste hat trotzdem eine gemacht: An sechs Wochenenden wurde sie von morgens bis abends geschult, einen großen Teil davon direkt am Tier. „Das kann man in keinem Online-Kurs lernen, wo einem keiner auf die Finger guckt“, sagt sie. Auch betriebswirtschaftliche Dinge wurden den angehenden Tierfriseuren dort beigebracht. Am Ende legte sie eine praktische und theoretische Prüfung ab.
Die Idee eines Hundefriseursalons kam Kim Stefanie Dähne aus eigener Not heraus. Seit einiger Zeit züchtet sie Zwergspitze - und die benötigen besonders häufig einen Friseurbesuch. Als der erste Wurf Welpen ins Haus stand und sie auf der Suche nach einem Friseur war, führte das schnell zu Ernüchterung: „Ich habe keinen Friseur in der Umgebung gefunden, bei dem ich spontan drangekommen wäre.“ Und weil Hunde ohnehin ihre Passion sind, war die Idee ihres „Dog Spa“ geboren. Trotzdem ist die Standesbeamtin weiter als Verwaltungsfachangestellte tätig.
Ihr Eindruck bestätigte sich schnell: Viele Hundebesitzer sind händeringend auf der Suche nach Unterstützung. Bevor sie überhaupt aufgemacht hatte, war sie bereits für den ersten Monat ausgebucht, erzählt sie.
Doch der Besuch beim Hundefriseur macht nur einen kleinen Teil der Pflege des Vierbeiners aus. Die Hundefriseurin weiß, worauf Besitzer schon zuhause achten sollten. Vor allem beim Waschen würden viele zu falschen Produkten greifen: „Sie meinen es gut und nehmen Babyshampoo, aber auch das hat nicht den richtigen PH-Wert“, sagt Dähne. Sie rät zu richtigem Hundeshampoo, um die Haut der Hunde nicht zu reizen. „Das muss auch nicht das Teuerste sein, aber bitte kein Menschenshampoo.“
Besitzer müssen auf Hundepfoten achten
Ein weiteres Phänomen, dass sie durch ihre Ausbildung gelernt hat: Viele Menschen würden nur oberflächlich kämmen, aber darunter entwickle sich dann eine Filzschicht und der Hund werde nicht von seiner Unterwolle erlöst. „Viele verwenden auch eine zu weiche Bürste.“ Im Friseuralltag schaue sie sich gerne an, welche Bürsten die Besitzer verwenden, um Tipps zu geben.
Einen weiteren Rat hat sie für Hundebesitzer noch - besonders jetzt in der kalten Jahreszeit: „Die Leute vergessen oft die Pfoten.“ Vor allem im Winter, wenn Salz gestreut wird, sei es wichtig, die Pfoten vor und nach dem Spaziergang mit passenden Produkten zu pflegen. Auch wenn die Pfoten rötlich sind und die Hunde viel daran lecken, sei Pflege gefragt. Das Fell zwischen den Pfoten kann außerdem verfilzen. „Dann wird die Haut nicht mehr gut belüftet und es entwickelt sich ein Nährboden für Bakterien“, sagt Dähne.
Kim Stefanie Dähne kümmert sich um das Wohlergehen ihrer Kunden.