TWie eine Frau Stades Gastronomie-Szene aufmischt
Zwei starke Frauen: Sabrina Klapper (rechts) und ihre Betriebsleiterin Sabrina Klemz. Foto: Strüning
Mit der Bar „Klapperino“ hat es angefangen. Jetzt zählen vier Läden in Stade zur Klapperina-Gruppe. Dahinter steckt Sabrina Klapper, die mit ihren 35 Jahren viel vorhat in ihrer Stadt.
Wenn Sabrina Klapper über ihr Unternehmen spricht, über das, was sie noch alles plant, ist sie nur schwer zu bremsen. Ab und an hält sie inne und lacht über sich selbst, ob der vielen Worte und der vielen Taten: „Ich bin schon etwas durchgeknallt.“ Vor allem weiß sie, was sie will.
Sie ist aber auch eine knallharte Geschäftsfrau, die rechnen kann. Sie spricht von „business case“ und Marketing per Social Media, von Synergien und Reservierungstools, vergisst dabei aber auch nicht ihr 46-köpfiges Team, mit dem am 2. Januar eine große Party gefeiert werden soll - mit Rückblick auf ein turbulentes Jahr.
Die Kellerbar Klapperino in der Altstadt war der Start
Mit der „Klapperino“-Bar im Herzen der Altstadt lief die Gastronomie-Laufbahn von Sabrina Klapper ganz dezent an. Sie nennt es Hobby, das sie mit ihrem Mann teilt. Der ist eigentlich im Sicherheitsmanagement tätig, betreut für ECE 130 Shoppingcenter bundesweit.
Sabrina Klapper ist Kauffrau, hat jahrelang in der Finanzbuchhaltung gearbeitet. Eine gute Basis für ein eigenes Unternehmen.
„Die Gastronomie kam zu mir“, sagt sie heute. Das ist gar nicht so lange her. Erst 2021 krempelte sie das ehemalige „Port“ am Stader Kino im großen Stil um, machte das „Klapperina“ auf. Ein mutiger Schritt mitten in Corona-Zeiten. „Irgendwann muss man Entscheidungen fällen“, sagt sie dazu. Der Mut zahlt sich aus.
Das Klapperina hat sich in kurzer Zeit zu einem der Treffs wenn nicht gar zu dem Treffpunkt in Stade entwickelt. Vor allem junge Leute zieht das farbenfrohe Lokal an. Hier ist jeden Abend was los. „Wir kommen selten vor 1 Uhr nachts hier raus“, sagt Betriebsleiterin Sabrina Klemz.
Nach Klapperina jetzt auch Aloha und Bowlingbahn
Viele Gäste sagten, dass das Klapperina großstadtfähig sei. Für Klapper ein wunderschönes Kompliment. Schließlich wollte sie nicht weniger als „den coolsten Laden in der Stadt“ aufmachen. Stade liegt ihr am Herzen. Hier ist sie geboren und aufgewachsen. Hier ist sie sozial verwurzelt und hat ein großes Netzwerk.
Das pflegt sie übrigens auch durch ehrenamtliches Engagement beim Aktuellen Stade oder der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT). Der wirtschaftliche Erfolg des Klapperinas ließ die Geschäftsfrau noch mutiger werden. Als nebenan im Kino-Komplex das Restaurant „Aloha“ vom Hotel am Stadthafen und die Bowlingbahn angeboten wurden, schlug sie zu.
Pachtverträge im Kino-Komplex laufen über zwei Jahre
Das exotische Restaurant übernahm sie zum 1. Oktober 2022, das seit zwei Jahren brachliegende Bowlingcenter mit seinen zwölf Bahnen zum 1. November; für beide handelte sie Pachtverträge über zwei Jahre aus, will sehen, wie sich die Geschäfte entwickeln. Die vier Betriebe gehören zusammen, sagt Sabrina Klapper. Und sie lebt das auch.
So wird das Personal in allen vier Bereichen eingesetzt. Es kann passieren, dass der Kellner vom „Aloha“ nach dort getaner Arbeit auf die Bowlingbahn wechselt, wenn ein DJ Musik auflegt und die Hütte kocht. Dann sind drei Angestellte hinterm Tresen. Gleiches kann passieren, wenn das Personal mit den Gästen vom Klapperina ins Klapperino wechselt.
Ist der eine Laden ausgebucht, wird auf den anderen verwiesen. So gehen keine Gäste verloren - vor allem zur Hauptverkehrszeit, wenn die Menschen ins Kino gehen und schnell noch was essen und trinken wollen, oder wenn sie den Abend nach der Filmvorführung ausklingen lassen wollen. „Wie sitzen hier an der Pipeline“, sagt Sabrina Klapper dazu.
An den Wochenenden sind die Tische per Internet-Buchungsverfahren häufig doppelt besetzt. Zu den 60 reservierten Plätzen kommen schnell noch mal 120 Gäste dazu. Alle wollen untergebracht und gut bedient werden.
Poleposition am Stader Stadthafen
Ihren Platz am Stadthafen nahe den beiden Hotels Stadthafen und Havenhostel sieht die Chefin als „Poleposition“ in Stade. Im Winter läuft der Betrieb, weil Kino-Saison ist, im Sommer macht die Außenfläche am Hafen das Geschäft aus. Klapper kann so das Personal übers ganze Jahr beschäftigen - mit verschiedenen Aufgaben.
Sie selbst hat sich aus dem täglichen Geschäft zurückgezogen, ihr Büro hat sie dennoch im Kino-Center. Kurze Wege sind ein großer Vorteil der Klapperina-Gruppe. Die Chefin will im Hintergrund die Strippen ziehen, kreativ wirken und Visionen entwickeln.
Dazu gehört am Samstagabend auch die erste Silvester-Party aller vier Betriebe im Dreieck von Klapperina, Aloha und Bowlingbahn. Sabrina Klapper sagt, dass diese Sause sich zu der Silvester-Party der Stadt entwickeln wird. Wahrscheinlich liegt sie damit wieder richtig.