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Kommunalpolitik

Wie halten es die Parteien mit Naturschutz: Fünf Wahlprüfsteine des Nabu

Die Wiedervernässung von Mooren ist ein zentraler Baustein für den Umwelt- und Klimaschutz im Kreis Stade.

Die Wiedervernässung von Mooren ist ein zentraler Baustein für den Umwelt- und Klimaschutz im Kreis Stade. Foto: Frank Molter/dpa

Bei der Kommunalwahl geht es auch um den Schutz von Natur und Umwelt. Der Nabu-Kreisverband hat dazu fünf Wahlprüfsteine formuliert.

Von Redaktion 10.09.2026, 05:05 Uhr
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Landkreis. Der Kreisverband des Nabu hat sich über fünf wichtige Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes Gedanken gemacht. Er fordert alle, die sie für wichtig halten, dazu auf, zu prüfen, ob die von ihnen bevorzugten Personen und Parteien diese aktiv in ihrer Politik verfolgen.

Prüfstein 1: Anpassung an den Klimawandel

Der Klimawandel ist auch im Norden angekommen, sagt der Nabu. Hitzewellen der vergangenen Wochen hatten auch im Landkreis Stade viele Menschen gesundheitlich stark belastet und gefährdet, extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Trockenheit, Starkregen oder Über-schwemmungen bedrohten auch die regionale Infrastruktur und Wirtschaft. Risikovorsorge, Stadtplanung, Gesundheits- und Trinkwasserschutz seien in den Fokus zu nehmen. Ein Surf-Park in Stade mit seiner umfangreichen Flächenversiegelung, hohem Energiebedarf sowie einem enormen Wasserbedarf sei aus Sicht des Nabu Stade nicht mehr zu verantworten.

Prüfstein 2: Kampf gegen das Artensterben

Etwa ein Drittel der heimischen Arten ist in ihrem Bestand gefährdet. Hauptursachen sind intensive Landwirtschaft, der drastische Verlust natürlicher Lebensräume durch Zersiedelung sowie der Klimawandel. Auch im Landkreis Stade führt dies zu einem hohen Verlust an Artenvielfalt. Besonders stark betroffen sind Wiesenvögel, Insekten sowie Gebäudebrüter. Wertvolle Lebensräume - beispielsweise im Alten Land und den umliegenden Mooren – schrumpfen zunehmend. Landkreis, Kommunen und Gemeinden seien daher gefordert, ihre Flächen naturnah zu bewirtschaften. Die Kreispolitik müsse der Biotopvernetzung im Landkreis Stade dringend einen wesentlich höheren Stellenwert zuweisen. Der Kampf gegen die zunehmende Flächenversiegelung müsse intensiviert werden.

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Prüfstein 3: Natur- und Erholungsflächen erhalten

Die zunehmende Zersiedlung und Bebauung des Landkreises führen laut Nabu zu einem Verlust von Lebensqualität und damit auch der Attraktivität für Bürger und Touristen. Der Kreisverband fordert vom Landkreis Stade und seinen Gemeinden, den Netto-Flächenverbrauch zu verringern und spätestens bis 2035 zu beenden.

Prüfstein 4: Wiedervernässung von Mooren

Der Landkreis Stade ist eine der moorreichsten Regionen in Deutschland. Allerdings sind große Teile abgetorft, entwässert und trockengelegt. Der allergrößte Teil wird aktuell landwirtschaftlich genutzt, etwa als Acker- oder Grünland. Insgesamt machen diese Flächen nur einen kleinen Teil der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche im Landkreis aus. Trocken gelegte Moore emittieren in hohem Maße CO2. Werden sie wiedervernässt, können diese Emissionen deutlich reduziert werden. Deshalb bedürfe es Anreizen für eine Wiedervernässung insbesondere landwirtschaftlich genutzter Moorböden.

Prüfstein 5: Nahverkehr und Radwegenetz ausbauen

Neue Straßen bringen mehr Verkehr. Für den Landkreis Stade bedeute diese Erkenntnis, dass Staus nach Hamburg und aus Hamburg heraus lediglich verlagert werden. Jede neue Autobahn produziere ein neues Nadelöhr – nämlich genau dort, wo sie ende, sagt der Nabu und fordert einen flächendeckend gut ausgebauten, verlässlichen öffentlichen Nahverkehr und ein besser ausgebautes Radwegnetz.

Wer die Wahlprüfsteine des Nabu in voller Länge studieren möchte, kann das unter www.nabustade.de

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