AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Proben für den Ernstfall

Warntag im Kreis Stade: Das müssen Sie wissen

Knapp 230 Sirenen sollen im Landkreis Stade pünktlich um 11 Uhr den bundesweiten Warntag einläuten. (Symbolbild)

Knapp 230 Sirenen sollen im Landkreis Stade pünktlich um 11 Uhr den bundesweiten Warntag einläuten. (Symbolbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Heute heulen wieder Sirenen, Smartphones schrillen, Warntrupps ziehen durch die Straßen. Was neu ist - und welche Einstellungen Sie überprüfen sollten, damit Ihr Handy tatsächlich alarmiert.

Von Redaktion 10.09.2026, 06:05 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Landkreis. Radio, Fernsehen, Internetseiten, Social Media, digitale Anzeigetafeln, Lautsprecherwagen und Sirenen: Das alles sind Warnkanäle, die heute, am bundesweiten Warntag, getestet werden. Auch übers Handy wird gewarnt.

Wenn alles klappt, sollte um 11 Uhr das Smartphone vibrieren, eine Warnmeldung auf dem Display erscheinen und ein lauter Signalton ertönen - auch, wenn das Handy stumm geschaltet ist.

Öffentliche Anzeigen wie diese an den Hamburger Landungsbrücken zeigen im Warnfall die wichtigsten Informationen.

Öffentliche Anzeigen wie diese an den Hamburger Landungsbrücken zeigen im Warnfall die wichtigsten Informationen. Foto: Bodo Marks/dpa

Aber klappt das automatisch mit jedem Handy? Oder muss man vorher eine App herunterladen oder seine Einstellungen entsprechend anpassen? Handynutzer können auf verschiedenen Wegen das Warnsignal erhalten, etwa per Cell Broadcast oder per Warn-App, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Cell Broadcast und Warn-App alarmieren

Bei Cell Broadcast wird die Warnmeldung direkt an alle Smartphones geschickt. Handynutzer brauchen dafür keine App zu installieren. Auch eine Registrierung ist nicht nötig.

Das Signal kommt vom Mobilfunkdienst Cell Broadcast. Die Voraussetzungen, damit der zentrale Baustein der Warnkette automatisch funktioniert:

  • Das Handy muss eingeschaltet sein.
  • Das Gerät darf sich nicht im Flugmodus befinden
  • Das Betriebssystem muss kompatibel sein (ab Android 11 oder iOS 16.1).

Ältere Geräte, deren Betriebssystem nicht kompatibel ist, können also keine Nachricht von Cell Broadcast empfangen. Dann ist es sinnvoll, die amtliche Warn-App des Bundes NINA zu installieren oder alternativ etwa Katwarn oder Biwapp. Hier sollte man laut BBK darauf achten, dass die Benachrichtigungen aktiviert sind und man die gewünschten Standorte abonniert hat.

Cell Broadcast schickt diesmal auch Entwarnung

Neu in diesem Jahr ist, dass erstmals auch die Entwarnung per Cell Broadcast kommt - und zwar um 11.45 Uhr. Damit die Entwarnung ankommt, empfiehlt die Behörde, die niedrigste Warnstufe 3 zu aktivieren.

Tipp: Ob alle Meldungsarten aktiviert sind, lässt sich über die Einstellungen im Handy prüfen - und zwar unter „Cell Broadcast/Notfallbenachrichtigungen“ (Android) beziehungsweise „Offizielle Warnmeldungen“ (iOS).

In den iOS-Mitteilungseinstellungen kann man überprüfen, dass alle Einstellungen für „Cell Broadcast“ aktiviert sind.

In den iOS-Mitteilungseinstellungen kann man überprüfen, dass alle Einstellungen für „Cell Broadcast“ aktiviert sind. Foto: Screenshot/Kress

Landkreis Stade setzt Warntrupps ein

Vor zwei Jahren erhielt der Landkreis Stade nach eigenen Angaben drei mobile Durchsage- und Warneinrichtungen vom Land Niedersachsen. Mit diesen wurden die Feuerwehren Stade-Hagen, Himmelpforten und Buxtehude (Zug 2) ausgestattet. Am Warntag durchqueren sie Stade auf unterschiedlichen Routen und spielen Warndurchsagen ab.

Fahrzeuge der Warndiensteinheit – hier beim Warntag im vorigen Jahr – vor dem Kreishaus.

Fahrzeuge der Warndiensteinheit – hier beim Warntag im vorigen Jahr – vor dem Kreishaus. Foto: Landkreis Stade

Zeitgleich ist das Amt für Sicherheit, Ordnung und Migration des Landkreises Stade mit einem Infostand auf dem Pferdemarkt in der Stader Innenstadt präsent. Von 10 bis 12 Uhr beantworten Katastrophenschutz-Experten Fragen zum Warntag und zur Vorsorge für den Ernstfall.

Neben vielen Tausenden Smartphones heulen etwa 230 Sirenen um 11 Uhr im gesamten Kreis Stade auf. Gegen 11.45 Uhr wird es eine Entwarnung über alle Kanäle geben.

Signalton kann Angehörige und Haustiere erschrecken

Da laute Warnsignale und Sirenen unvorbereitete Menschen überraschen und erschrecken können, empfiehlt das Bundesamt für Katastrophenschutz, Angehörige auf den Warntag anzusprechen - insbesondere ältere Menschen sowie Menschen mit Kriegserfahrung oder Fluchtgeschichten.

Auch Haustiere könnten die lauten Signaltöne verschrecken. Am besten bringt man sie also kurz vor 11 Uhr in einen geschlossenen Raum mit genügend Abstand zum Handy.

Den bundesweiten Warntag gibt es seit 2020. Er findet immer am zweiten Donnerstag im September statt und soll dabei helfen, die Bevölkerung mit den Warnsystemen vertrauter zu machen sowie die Funktionsfähigkeit und das Zusammenspiel der verschiedenen Warnkanäle zu testen.

Warntag: Bürger im Kreis Stade sollen Feedback geben

In seiner Pressemitteilung bittet der Landkreis um aktive Mithilfe aus der Bevölkerung: „Wer feststellt, dass eine Sirene nicht funktioniert hat, kann sich via der E-Mail kats@landkreis-stade.de an die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Stade wenden.“

Auch das BBK führt eine Befragung durch. Über eine Online-Befragung können Bürger ihre Erfahrungen zum Warntag teilen. Das Ziel: Durch das Feedback die Notfallvorsorge verbessern. (pm/dpa/kk)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel