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Kultur

TWieso Deinste ein Ort großer Gegenwartskunst ist

Um sie für die Zukunft zu sichern, hat Gerd Meier-Linnert seine Sammlung und Galerie in eine eigene Kunststiftung überführt. Foto: Weselmann

Um sie für die Zukunft zu sichern, hat Gerd Meier-Linnert seine Sammlung und Galerie in eine eigene Kunststiftung überführt. Foto: Weselmann

Wer die Kunst entdecken will, muss nicht in die Großstadt fahren. Umgeben von Bauernhöfen liegt eine Kunstsammlung verortet, die jetzt wieder neu in Erscheinung treten soll und beim Tag der offenen Tür einen seltenen Einblick erlaubt.

Von Fenna Weselmann Donnerstag, 07.09.2023, 15:44 Uhr

Wer es nicht weiß, würde inmitten der ländlichen Idylle von Deinste nicht unbedingt das Zuhause einer hochrangigen Sammlung zeitgenössischer Kunst vermuten. Zusammengetragen wurde sie von Gerd Meier-Linnert, der hier vor mehr als 30 Jahren mit seiner damaligen Frau die Galerie Art Studio 1 gründete und später allein weiterführte. Dieses Lebenswerk will der Galerist für die Zukunft sichern und die Kunst weiterhin öffentlich zugänglich machen.

„Ich möchte, dass die Sammlung zusammenbleibt und sich auf dieser Basis noch weiterentwickeln kann“, so sein Ziel. Deshalb hat er Sammlung und Galerieräume samt umfangreicher Kunstbibliothek mittlerweile in eine Kunststiftung überführt und als perspektivischen Ankerpunkt die Museen Stade mit ins Boot geholt. Zum Auftakt lädt die neue Kunststiftung Meier-Linnert jetzt am Sonntag, 10. September, zu einem „Open House“ ein - mit einer besonderen Gelegenheit.

Kunsttour bis in Haus und Garten

In der Zeit von 12 bis 18 Uhr öffnet Gerd Meier-Linnert nicht nur die Türen zu den Ausstellungsräumen am Schafsteich 1, er macht den Gästen außerdem sein privates Reich samt Garten voller Kunst zugänglich. „Das zeigt, wie es ist, mit Kunst zu leben und zu wohnen“, sagt Stades Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers mit Blick auf all das, was es vom Wohnbereich bis ins Schlafzimmer des Kunstsammlers zu entdecken gibt.

Ein Farbspiegel aus fluoreszierendem Acrylglas, ein Stierkopf aus Stuhlbeinen, eine aus Wachs gegossene Zitronenpresse, ein Pissoir aus blauem Kunststoff, stählerne Linienkörper, raumgreifende Malerei, leuchtende Serigrafien und andere Lichtkunst - im Laufe von gut fünf Jahrzehnten hat Meier-Linnert eine Vielfalt künstlerischer Positionen unter einem Dach versammelt. Was all diese zeitgenössischen Werke eint, ist das Spiel mit Farbe und Form. Dabei besticht seine Sammlung durch ihre bemerkenswerte Fokussierung auf konkrete Kunst und Konzeptkunst.

Als den Kunstliebhaber die Sammlerleidenschaft überkam

Der Deinster Kunstliebhaber erinnert sich noch genau an den Beginn seiner Sammlertätigkeit: „Mein erstes Stück Grafik habe ich 1970 gekauft.“ Mittlerweile zählt sein Portfolio eine ganze Reihe namhafter Künstler, von denen er etliche als Galerist vertreten hat. Dazu gehören etwa Wulf Kirschner, der mit „3 Stelen“ im Buxtehuder Stadtpark präsent ist, oder HD Schrader, dessen „Kubus“ die Einfahrt zum Schloss Agathenburg markiert. In Deinste sind aktuell beispielsweise Werke von Stefan Ssykor, Raimer Jochims, Regine Schumann und Elisabeth Sonneck präsentiert.

Langfristig soll die Kunststiftung auch der Förderung der Nachwuchsszene dienen - etwa durch Ausstellungsmöglichkeiten oder Künstler-Stipendien.

Der Besuch der Stiftungsräume ist kostenlos und nach Vereinbarung unter Telefon 04149-933631 oder 0170/5823407 möglich.

www.kunststiftung.org

Mitten in Deinste hat eine hochrangige Sammlung zeitgenössischer Kunst einen festen Platz. Foto: Weselmann

Mitten in Deinste hat eine hochrangige Sammlung zeitgenössischer Kunst einen festen Platz. Foto: Weselmann

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