Diese Auflagen gelten fürs Osterfeuer

Kein Osterfest ohne Osterfeuer! Das Brauchtum wird seit Mitte des 16. Jahrhunderts begangen und läutet das Ende des Winters ein. Manche feiern es in der Dorfgemeinschaft, andere im heimischen Garten. Aber: Ist das überhaupt erlaubt?

Von Julia Balzer

In diesem Artikel:

„Jede Gemeinde entscheidet im Einzelfall, ob ein privates Osterfeuer stattfinden darf. In jedem Fall muss dieses dann einen öffentlichen Charakter haben und der Brauchtumspflege gelten“, sagt Corinna Gerken vom Umweltamt des Landkreis Stade. Das heißt: Ein privates Osterfeuer muss für jedermann zugänglich sein und darf nicht dazu dienen, Gartenabfälle zu verbrennen. Wer es dennoch tut, riskiert ein Bußgeld. Gerken betont außerdem, dass es erhebliche Sicherheitsauflagen zu beachten gilt.

Was muss ich tun, wenn ich ein Osterfeuer veranstalten möchte?

Grundsätzlich ist eine Person verantwortlich für das das Osterfeuer. Sie muss es spätestens 14 Tage vorher beim Landkreis anmelden und für alle Schäden aufkommen, die durch das Osterfeuer verursacht werden.

Wo darf ich ein Osterfeuer entzünden?

Bei der Auswahl der Feuerstelle sind die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Handelt es sich um moorigen Untergrund? Dann lieber einen anderen Ort wählen, da hier die Gefahr eines Moorbrandes besteht. Auch Wälder, Heiden, Biotope und Naturschutzgebiete sind tabu. Wichtig: Darauf achten, die vorgeschriebenen Mindestabstände einzuhalten. 50 Meter Abstand zu Gebäuden, Bäumen und Wäldern sowie 100 Meter zu Reetdachhäusern, öffentlichen Flächen, Gebäuden und Tankstellen. Der Osterfeuer-Verantwortliche sollte außerdem immer das Wetter im Blick haben. Bei langanhaltender trockener Witterung oder bei starkem Wind ist das Feuer nämlich verboten.

Was darf verbrannt werden?

Vielerorts übernimmt die örtliche Freiwillige Feuerwehr das Abbrennen des Osterfeuers. Für sie wie für private Organisatoren gelten die gleichen Bestimmungen, welches Brennmaterial in die Feuerstelle darf – nämlich nur pflanzliche Stoffe wie Sträucher, Reisig, Äste usw. Keinesfalls dürfen Haus- und Sperrmüll, behandeltes Holz oder gar Kunststoffe verbrannt werden. Auch Brandbeschleuniger haben im Osterfeuer nichts verloren. Wer das  Feuer in Gang bringen will, kann stattdessen zu Stroh greifen. Auch wenn’s urig ist: Besser keine Strohballen als Sitzmöglichkeit verwenden oder ausreichend Abstand halten. Das Stroh kann sich durch die starke Hitze entzünden.

Vorsicht Tiere!

Die aufgehäuften Äste und Sträucher nutzen viele Tiere, allen voran Vögel, um dort ihre Nester zu bauen oder Nahrung zu suchen. Deshalb darf das Brennmaterial erst 14 Tage vor Abbrennen zusammengetragen werden. Außerdem muss vor dem Entzünden unbedingt alles umgeschichtet werden, um den Tieren die Möglichkeiten zur Flucht zu verschaffen.

Die Brandwache

Es ist ein Ritual unter Feuerwehrleuten: die Brandwache. Wenn alle Besucher gegangen sind, sind es die freiwilligen Helfer, die als Brandwache dafür sorgen, dass die Flammen nicht noch einmal auflodern. Erst wenn das Feuer erloschen und die Brandstelle vollständig erkaltet ist – ob beim großen Osterfeuer im Dorf oder im Garten – darf der Ort des Geschehens verlassen werden. Bleiben Reste des Brennmaterials zurück,  müssen diese entsorgt werden. Und während des Feuers gilt: Mindestens eine Person hat ununterbrochen ein Auge auf das Feuer und ist verantwortlich für die sichere Durchführung dieses schönen Brauchtums.

An alles gedacht? Checkliste Osterfeuer

  • Das Osterfeuer muss für jedermann zugänglich sein.
  • Das Osterfeuer spätestens 14 Tage vorher schriftlich beim Landkreis Stade beziehungsweise der zuständigen Gemeinde beantragen.
  • Eine verantwortliche Person bestimmen.
  • Eine geeignete Stelle für das Osterfeuer auswählen. Moore, Wälder, Heiden, Biotope und Naturschutzgebiete sind verboten.
  • Vorgeschriebene Mindestabstände einhalten. 50 Meter zu Gebäuden, Bäumen, Wäldern; 100 Meter zu Reetdachhäusern, öffentlichen Flächen, Gebäuden, Tankstellen.
  • Hinsichtlich der Wetterlage up to date bleiben. Bei langanhaltender Trockenheit oder starkem Wind ist das Feuer untersagt.
  • Nur pflanzliches Brenngut wie Sträucher, Reisig, Äste etc. verwenden. Kein Haus- und Sperrmüll, behandeltes Holz, keine Kunststoffe. Keine Brandbeschleuniger.
  • Das Brennmaterial erst 14 Tage vor Abbrennen anhäufen.
  • Für schwer entflammbare Sitzmöglichkeiten sorgen.
  • Brandwache sicherstellen. Mindestens eine Person hat während des Abbrennens permanent ein Auge auf das Feuer. 

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