UPDATE
04.09.2019, 11:00
Brandstifter zündet Parkbänke und Mülleimer in Stade an

STADE. Eine Reihe von Brandstiftungen hält Polizei und Feuerwehr in Atem. In den vergangenen Wochen brannten immer wieder Parkbänke und Mülleimer. Anfangs waren der oder die Täter nur nachts aktiv, am Mittwoch zündeten sie am helllichten Tag eine Bank an.


(Letztes Update am 4. September um 16.23 Uhr: Offizielle Aussage der Pressesprecherin der Stadt Stade hinzugefügt.)

Eine schwarze Rauchwolke zog am Mittwochmorgen gegen 9.30 Uhr über den Salztorswall. In der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle gingen mehrere Dutzend Notrufe ein, berichtete Leitstellen-Leiter Wilfried Sprekels. Als die Einsatzkräfte vom Zug I der Stader Feuerwehr in den Wallanlagen angekommen waren, trauten sie ihren Augen kaum: Eine Parkbank stand lichterloh in Flammen. Unter schwerem Atemschutz löschten die Freiwilligen unter der Führung von Ortsbrandmeister Stephan Woitera den Brand.

Die Parkbank war nicht mehr zu retten. Nur noch das Metallgestell und verkohlter Kunststoff blieben übrig. Offenbar hatten der oder die unbekannten Täter die aus Recyclingmaterialien hergestellte Bank mit Hilfe von Toilettenpapier angezündet. Reste lagen noch am Tatort und in einem Mülleimer. Vorsorglich wässerten die Feuerwehrleute den Mülleimer, damit er nicht angesteckt werden kann. Auch an einer weiteren Parkbank bei dem Kriegsdenkmal waren Spuren der Kokelei zu sehen.

Die Parkbank am Salztorswall brennt, die Feuerwehr beginnt mit den Löscharbeiten. Foto: Polizei

Die Taten nach diesem Muster häufen sich. Ende Juli gingen Parkbänke am Waageweg und am Kornblumenweg im Stader Stadtteil Haddorf in Flammen auf. Im August brannten Mülleimer und Parkbänke in der Wiesenstraße am Bahndamm, an der Schiffertorsstraße und an der Wallstraße. Am vergangenen Wochenende haben der oder die Brandstifter einen Mülleimer am Schäferstieg in Campe angesteckt.

Bei den Ermittlern der Stader Polizei häufen sich die Verfahren wegen Brandstiftung. Doch die Beamten tappen bisher im Dunkeln. Wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach auf Nachfrage bestätigt, fehlt eine heiße Spur. Er bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Rufnummer 0 41 41/ 10 22 15 bei der Stader Wache zu melden. Wer einen Täter auf frischer Tat ertappt, sollte den Notruf 110 wählen.

Bänke sind kommunales Eigentum

Leidtragende sind nicht nur die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die wegen der brennenden Parkbänke ausrücken müssen. Auch der öffentlichen Hand entsteht ein enormer Sachschaden. Bei allen zuletzt abgefackelten Parkbänken und Mülleimern handelt es sich um kommunales Eigentum. Wie die Pressesprecherin der Hansestadt Stade, Myriam Kappelhoff, mitteilt, kostet eine neue Parkbank mit An- und Aufbau rund 700 Euro.

Im vergangenen Jahr gab es schon einmal eine Serie von Brandstiftungen im Stadtgebiet, damals konnten die Polizisten einen jungen Mann aus der Samtgemeinde Fredenbeck als Täter ermitteln. Er soll die Parkbänke und Mülleimer aus Frust über seine Lebenssituation angezündet haben. Nachdem die Polizei ihm auf die Schliche kam, gab es zunächst keine neuen Taten mehr.

Ein Brandstifter erhält gemäß Paragraf 306 Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Leserbrief



Weitere Topthemen aus der Region:
  • 19.11.2019, STADE
    Hyundai-Fahrer wird bei Unfall in Ottenbeck verletzt
    Mehr
  • 19.11.2019, STADE
    Gas-Auto geht in Stade in Flammen auf
    Mehr
  • 19.11.2019, HAMBURG
    Schüsse in Wandsbek: Geschehen in Cocktailbar noch unklar
    Mehr
  • 19.11.2019, HAMBURG
    Beim Ausbau eines Ventils verbrüht
    Mehr
  • 19.11.2019, HADDORF
    Zwei Verletzte bei Unfall auf Bundesstraße 73 in Haddorf
    Mehr
  • 19.11.2019, HAMBURG
    Feuer in Hamburger Wohnung: Familie springt von Balkon
    Mehr
  • 18.11.2019, HAMBURG
    Polizei fasst mutmaßliche Räuber
    Mehr
  • 18.11.2019, HAMBURG
    21-Jähriger schläft im Gleisbett - Von Zug überrollt
    Mehr
  • 18.11.2019, HAMBURG
    Verletzter nach Schüssen in Cocktailbar - 43-Jähriger festgenommen
    Mehr
  • 17.11.2019, Hamburg
    Zwei Verletzte bei Auseinandersetzung
    Mehr